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Siegfried Reinhardt mit der ersten Ehefrau und seinen drei Kindern
Siegfried Reinhardt mit der ersten Ehefrau und seinen drei Kindern

Stolperstein für Hilde Reinhardt, geb. Sender, Siegfried Reinhardt und Leo Reinhard

Domstraße 70
63067 Offenbach

Siegfried Reinhardt wurde 1906 als eines von 7 Kindern einer jüdischen Familie in Heusenstamm geboren. Wie sein Vater und Großvater arbeitet auch er als Bäcker. Im September 1928 zog er nach Offenbach und arbeitete bei der Bäckerei Krebs am Wilhelmsplatz, wo auch sein Vater beschäftigt war. Siegfried Reinhardt heiratete und hat drei Kinder mit seiner ersten Frau Anna Schilling, einer Christin.

Nach der Scheidung heiratete er die Jüdin Hilde Sender. Sie brachte den 1932 geborenen Jungen Leo mit in die Ehe.

Als die Gestapo die Listen zur Deportation der Offenbacher Juden zusammenstellte, wohnte die Familie Reinhardt in der Domstraße, zusammen mit weiteren Verwandten.

In den Jahren davor waren nicht nur er und seine Familie, sondern auch seine geschiedene Frau und ihre Kinder den Repressalien der Nazis ausgesetzt. Die Kinder, so genannte „Halbjuden“ wurden u.a. in der Schule schikaniert und durften bei Luftangriffen nicht in die Bunker. In der letzten Phase der NS-Zeit mussten sie sich aus Angst davor, auch abgeholt zu werden, im Keller verstecken.

Siegfried Reinhardt, seine Frau Hilde und ihr zehnjähriger Sohn Leo wurden am 30. September 1942 zusammen mit Hunderten anderer Offenbacher Juden deportiert. Auch seine Eltern befanden sich in diesem Transport. Zunächst wurden sie nach Darmstadt gebracht, von dort aus ging es weiter in Richtung Osten, ins „Generalgouvernement“. Als Ort des Todes von Siegfried Reinhardt, seiner Frau mit ihrem Sohn und seiner Eltern wird Treblinka angegeben. Die Todesdaten werden vom Amtsgericht später auf den 08. Mai 1945 festgelegt.

Bis auf einen als Baby verstorbenen Bruder konnten alle anderen Geschwister von Siegfried Reinhardt in der Emigration überleben.

Der Stolperstein wurde verlegt am 14. Februar 2009.