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Stolperstein für Hans und Eva Reichmann, Jenni-Anne Reichmann, geb. Boley, Ludwig Reichmann

Kaiserstraße 8
63065 Offenbach

Hans Reichmann zog mit seinen Eltern Jenni Anne Reichmann und Ludwig Reichmann und der 13 Jahre älteren Schwester Eva Reichmann im Mai 1939 in eine Wohnung in die Kaiserstraße 8 / 3.Stock, wo die Familie bis zu ihrer Deportation 1942 lebte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Familie Reichmann schon einige wirtschaftliche Probleme durchstehen müssen. Denn bis zum Umzug hatte die Familie in der Wasserhofstraße 17 gelebt. Vater Ludwig hatte mit seinem Bruder Otto Reichmann um die Ecke in der Domstraße 64 im Jahr 1926 die Sattlerwarenfabrik Gebrüder Reichmann gegründet, nach einem Vergleichsverfahren 1931 alleine die Firma wieder aufgebaut, die schließlich im November 1934 im Gewerberegister Offenbach neu angemeldet wurde. Er musste jedoch, als die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Geschäftsleben vom Nov. 1938“ gültig wurde, seinen Beruf als Fabrikant aufgeben und stellte von da an nur noch in Heimarbeit für die Nachfolgerfirma Arthur Noe Kleinlederwaren her.

Sicher hatte er gehofft, wenigstens auf diesem Weg für seine Familie den Lebensunterhalt verdienen zu können. Doch 1940 wurde ihm auch diese Gewerbetätigkeit auf Grund einer Initiative der Innung verboten und der Betrieb „von Amts wegen“ geschlossen.

In der Kaiserstraße feierte Hans am 18. Dezember 1939 seinen 10. Geburtstag. Da war allerdings die jüdische Bezirksschule, in der er in die 1. Klasse eingeschult worden war, schon wieder (1938) geschlossen worden. Da hatte er keine Klassenkameraden mehr, die mit ihm seinen Geburtstag hätten feiern können. Seinen 13. Geburtstag konnte Hans nicht mehr feiern, da er am 30. September 1942 gemeinsam mit seinen Eltern und der Schwester zur Deportation abgeholt wurde. Ihr Weg führte vermutlich in das Vernichtungslager Treblinka, in den Akten heißt es „verschollen in Polen“.

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