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Stolperstein für Jettchen Wolf, geb. Wolf, Julius Wolf, Siegfried Wolf, Ilse Käthe Wolf, geb. Stiefel

Hermann-Steinhäuser-Straße 9
63065 Offenbach

Julius Wolf war ein echt „Berjeler Bub“, geboren am 27. Januar 1881 – als Sohn von Isaak und Charlotte Wolf. Er lebte einige Zeit in Frankfurt, wie seine zukünftige Frau, Jettchen, ebenfalls eine geborene Wolf (Eltern: Götz und Theresa) aber aus Dietzenbach.

Am 20. Dezember 1907 heirateten sie in Offenbach und zogen wenige Tage später in die Rohrstraße, so hieß damals die Hermann-Steinhäuser-Straße. Jettchen hatte zwei Brüder – Moritz und Seligmann – die dort schon seit April 1906 mit ihren Familien wohnten. Moritz blieb nur drei Jahre, Seligmann bis Juli 1932.

Julius arbeitete als selbständiger Metzger. Am 31. Januar 1909 wurde der erste Sohn, Gottfried geboren. Es folgten am 20. September 1910 die Tochter Johanna und am 19. März 1914 der zweite Sohn, Siegfried. Johanna heiratete am 24. März 1937 Martin Adler, der aus Nürnberg stammte, und zog mit ihm nach Frankfurt, in die Niddastr. 46. Dort lebten sie zusammen mit der Schwiegermutter Clara. Wann beide in die USA flohen, ist nicht bekannt. In einer Zeitungsanzeige wurde die Geburt der Tochter, Judith Claire, am 27. Mai 1948 verkündet.

Clara Adler, so ist verzeichnet, wurde am 15. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb im gleichen Jahr im Camp Terezin. Gottfried heiratete in Offenbach am 27. August 1938 Ilse Käthe Stiefel, die aus Limburg stammte. Ein knappes Jahr später (22.08.1939) verließ er seine Frau und wanderte nach Isborough (GB) aus. So steht es zumindest auf seine Karteikarte verzeichnet. Damit verliert sich seine Spur.

Die Wolfs lebten mit ihrem Sohn und der Schwiegertochter bis zum 17. Januar 1940 in der Rohrstraße. Sie wurden gezwungen, in die Domstraße 66 umzuziehen – einem Ghettohaus. Auf der Karteikarte lautet der letzte Eintrag bei Julius, Jettchen und Siegfried „08.10.42 – unbekannt verreist“, bei Ilse Käthe „08.10.42 – auf Reisen“.

Aus den Deportationslisten geht hervor, daß alle vier am 30. September 1942 nach Darmstadt transportiert wurden. Das Gedenkbuch „Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933- 1945“ des Bundesarchivs gibt als vermutliches Ziel des Transports das Konzentrationslager Treblinka an. Wann und wie sie starben, ist nicht bekannt.