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Stolperstein für Anthonie und Elisabeth Grosch

Bahnhofstraße 20
63065 Offenbach


Antonie Grosch geb. Fernkorn wurde am 17. August 1871 in Offenbach geboren. Sie heiratete am 13. August 1892 Franz Bernhard Grosch, der am 30. Juli 1922 starb. Die Eheleute wohnten lange Zeit in der Sprendlinger Landstr. 9. Frau Grosch zog am 31. März 1938 in die Bahnhofstr. 20 um.
Elisabeth Grosch geb. Lövi wurde am 7. September 1894 in Heßloch / Krs. Worms geboren.
In Heßloch lebten Juden bereits im 15., 16. und - nach Vertreibung – wieder seit Anfang des 17. Jahrhunderts. Anfang des 20. Jahrhunderts waren von 953 Einwohnern 46 Juden. Sie waren im Gemeinde- und Vereinsleben völlig integriert. Nach 1933 konnte noch ein Großteil der in diesem Jahr gezählten 30 jüdischen Einwohner auswandern, aber eine ganze Reihe der in Heßloch geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Menschen – auch Mitglieder der Familie Lövi – sind in der NS-Zeit umgekommen.
Elisabeth hatte am 24. März 1921 in Offenbach Robert Grosch – den Sohn der Antonie Grosch – geheiratet und hatte mit ihm – wie auch ihre Schwiegermutter – in der Sprendlinger Landstr. 9 gewohnt. Sie war ebenfalls am 31. März 1938 in die Bahnhofstr. 20 gezogen.
In der Parterrewohnung dieses Hauses vergifteten sie sich am 13. November 1938 zusammen mit den Eheleuten Friederike und Robert Boley mit Gas.
Am nächsten Morgen löste der Milchmann Adam Theobald Jakoby mit der Türklingel eine Explosion aus. Herabstürzende Mauerteile töten ihn in der Toreinfahrt.
Es war keine Seltenheit, dass sich jüdische Menschen nach den Pogromen vom 9. und 10. November 1938 das Leben nahmen.
Die Pogrome gegen die Juden hatten Angst und Schrecken unter der jüdischen Bevölkerung in ganz Deutschland verbreitet. Es wurden Brände in Synagogen gelegt, jüdische Geschäfte zerstört, jüdische Bürger in KZs gebracht, gedemütigt, verhöhnt, misshandelt, ja getötet. Auch in Offenbach gab es massive Angriffe auf jüdische Menschen und jüdisches Eigentum.

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