Offenbach.de - Diese Seite ist das Portal der Stadt Offenbach. Hier finden Sie Informationen zu verschiedenen Themen, Veranstaltungen und Neuigkeiten der Stadt.
Stadt Offenbach
Offenbach.de
Das Portal der Stadt Offenbach
 

Stolperstein für Lina Hertsch

Senefelder Straße 66
63069 Offenbach

Zu den Gruppen, die Widerstand gegen die Nazis leisteten, gehörten auch die Zeugen Jehovas. Damals nannten sie sich Bibelforscher. Die Bibelforscher wollten niemandem anderes, als ihrem Gott Treue schwören und waren konsequent gegen den Krieg eingestellt. So verweigerten sie die Mitgliedschaft in NS-Organisationen, wählten nicht und weigerten sich, in der Militärproduktion zu arbeiten.

Sie verteilten nach ihrem Verbot 1933 weiter heimlich ihre Zeitungen und Flugblätter, und so kam es bald zu Verhaftungen. Im Konzentrationslager trugen die Bibelforscher ein lila Dreieck an der Häftlingskleidung. Noch im Lager wollten die Frauen z.B. keine Soldatenuniformen flicken oder die Männer keinen Schwur auf Hitler ablegen. So waren sie besonderen Schikanen ausgesetzt.

Lina Hertsch, geborene Kuhn wurde am 15.1.1892 geboren. Sie lebte alleine in der Senefelderstr. 66.
Sie wurde am 11. März 1937 verhaftet und zunächst in das Gefängnis nach Darmstadt gebracht. Bis Februar 1938 war sie im Frauen- und Jugendkonzentrationslager Moringen und kam danach in das KZ Lichtenburg.

Wann sie in das große Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht wurde, ist nicht bekannt. Dort starben viele Bibelforscherinnen. Lina Hertsch starb dort am 16. Juni 1942.

Pate des Stolpersteines für Lina Hertsch ist Herr Bahr, Offenbach
Verlegt am 21. Oktober 2006