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Stolperstein für Martin Eichel

Französisches Gässchen 12
63065 Offenbach

Martin Eichel wurde am 13. Februar 1897 geboren. Am 24.12.1920 heiratete Eichel die Christin Anna Emilie Baumgart. Später versuchten die Nazis, Frau Eichel dazu zu überreden, sich von ihrem jüdischen Ehemann scheiden zu lassen, was sie aber nicht tat.

Nachbarn der Familie im Französischen Gässchen 12 in der Offenbacher Altstadt hielten zu dem Ehepaar, hörten mit Martin Eichel heimlich den Londoner Sender und baten ihn, bei Luftangriffen mit ihnen in den Luftschutzkeller zu kommen. Da das Juden aber verboten war, lehnte er ab, weil er seinen Nachbarn keine Schwierigkeiten machen wollte. Er musste einen separaten Keller benutzen.

Das Datum, an dem Martin Eichel deportiert wurde, ist nicht bekannt. Nachbarn wissen noch, dass er zunächst nach Darmstadt gebracht wurde.

Am 25. August 1943 starb Martin Eichel in Auschwitz. Seine Frau erhielt die schriftliche Nachricht, dass er an Lungenentzündung gestorben sei. Da sie Kontakt zu anderen Angehörigen von Auschwitz-Häftlingen hatte, fiel ihr auf, dass viele Verwandte am selben Tag einen gleichlautenden Brief bekamen. So war ihnen klar, dass es sich nicht um die wahre Todesursache handelte und ihre Angehörigen ermordet worden waren.

Patinnen des Stolpersteins für Martin Eichel sind Renate Heidenreich und ihre Mutter Emmy, die als Kind das Ehepaar Eichel aus ihrer Nachbarschaft kannte
Verlegt am 21. Oktober 2006