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Stolperstein für Wilhelm Reuß

Ziegelstraße 45
63065 Offenbach

Als Wilhelm Reuß ermordet wurde, war er noch nicht einmal volljährig. Er war gelernter Sattler, Kommunist und aktiver Arbeitersportler. Wie viele andere Männer und Frauen in Offenbach engagierte er sich in einem der vielen Sport- und Kulturvereine der Arbeiterbewegung.

Wilhelm Reuß gehörte zu einer Gruppe von 10 Personen, die am 27.7.1933 von zwei Angehörigen eines Sonderkommandos an der Straßenecke Ziegelstraße und Rohrstraße angetroffen wurden. In einem Artikel der Offenbacher Zeitung vom 29. Juli 1933 heißt es: „Da es sich durchweg um Kommunisten handelte und derartige Ansammlungen verboten sind, forderten die beiden Hilfspolizisten die Personen auf, weiterzugehen.“ Doch Wilhelm Reuß kam dem nicht nach, machte sogar noch „abfällige Bemerkungen“. So wurde er festgenommen und zum Sonderkommando gebracht. Da er sich dort weiterhin „anmaßend“ benahm, wurde ein SS-Mann beauftragt, ihn zur Gestapo-Zentrale in der Ludwigstraße zu bringen.

Auf dem Weg dorthin wurde der 20-jährige Wilhelm Reuß von dem SS-Mann „auf der Flucht“ erschossen. Er war in Offenbach das erste Todesopfer des Schießbefehls von Hermann Göring vom 17. Februar 1933, wonach bei Zusammenstößen mit den Gegnern des NS-Systems rücksichtslos von der Waffe Gebrauch gemacht werden soll.

Paten des Stolpersteins für Wilhelm Reuß sind die Eheleute Machingal aus Offenbach
Verlegt am 21. Oktober 2006

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