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Wie der Wetterpark in die "Wetterstadt" kam

Offenbach, den 14.09.2006, letzte Bearbeitung: 07.05.2009

Wer im Ballungsraum lebt, der sollte auch Gelegenheit zur Erholung im Grünen finden. Und wer in der Wetterstadt lebt, der sollte vielleicht auch ein bisschen was vom Wetter verstehen. Beides ermöglicht der Wetterpark. Und so hatte eine Idee Erfolg...

Die Idee, in Offenbach einen Wetterpark zu entwickeln, entstand durch die Bündelung von drei Impulsen im Jahre 2002:

  1. Für den Grünring vom Main zum Main sollte eine besondere Attraktion als Anlaufstelle entwickelt werden.
  2. Der Deutsche Wetterdienst, der bereits seit 1957 seinen Sitz in Offenbach hat und daher die Stadt als „Wetterstadt“ weithin bekannt gemacht hat, wollte sich breiter und allgemeinverständlicher in der Öffentlichkeit darstellen.
  3. Als Ergebnis ihrer Diplomarbeit stellte eine Studentin der Landschaftsplanung der Gesamthochschule Kassel der Projektgruppe „Grünring vom Main zum Main“ die Idee eines „Wettererlebnispfades“ vor.


Offenbach setzte sich durch

Eine Projektgruppe ließ durch das Büro unit-design ein Booklet erstellen, um das Projekt für Gremien und die Öffentlichkeit anschaulich präsentieren zu können. Gelder mussten aufgetan werden, da die Stadt Offenbach aufgrund ihrer angespannten Haushaltslage ein solches Projekt nicht aus eigener Kraft schultern konnte. Durch das SOS II Projekt der Europäischen Union rückte die Realisierung im Herbst 2003 endlich in greifbare Nähe. Unter 17 Bewerbungen um Fördermittel erhielt der „Wetterpark“ den Zuschlag, weil es sich um ein Projekt handelt, das zum einen der Natur und Landschaftspflege dient, und das zum anderen die lokale Identität Offenbachs als Wetterstadt fördert.

Als Träger fungierte der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt RheinMain, der den größten Teil der Kosten in Höhe von 400.000 Euro übernahm. Der Wetterpark sollte als Highlight in den Regionalpark aufgenommen werden. Der bereits durch den Talweg und die Grabenrenaturierung geöffnete Landschaftsraum Buchhügel in Offenbach erfuhr durch den Wetterpark eine landschaftsgerechte Aufwertung als Naherholungsgebiet und bietet nunmehr für Besucher des Grünring vom Main zum Main und des Regionalpark RheinMain ein interessantes Ausflugsziel.


Die Beteiligten
Die drei beteiligten Institutionen: Planungsverband Ballungsraum Frankfurt RheinMain, Stadt Offenbach und Deutscher Wetterdienst (DWD) beschlossen im Sommer 2004 in einer Rahmenvereinbarung, das Projekt gemeinsam zu realisieren. Zwischen Dezember 2003 und Februar 2004 mussten die grundlegenden Beschlüssen der beteiligten Institutionen gefasst und Entscheidungsträger eingebunden werden.

Das Büro unit-design erhielt den Planungsauftrag und begann mit der Konkretisierung der Entwürfe. Der Deutsche Wetterdienst installierte auf dem Buchhügel Offenbachs erste vollautomatische Wetterstation, deren Daten weltweit verbreitet werden. Die offizielle WMO-Kennziffer der Station lautet 10641 (WMO = World Meteorological Organisation). Der Themenpark zum Thema Wetter erhielt dadurch eine breitere wissenschaftliche Basis. Als besondere Attraktion können sich Besucher bei der Offenbacher Wetterstation auf einem Bildschirm einen Überblick über die aktuellen Messwerte der Station sowie Vorhersagen verschaffen.

DWD-Wetterstationen stellen besondere Ansprüche an den Standort, da die Werte unverfälscht von Schatten und Ablenkungen des Windes gemessen werden müssen. Nach längerer Suche wurde schließlich eine Position gefunden. Sie hatte Auswirkungen auf die Anordnung des gesamten Parks.

Vor dem Bau
Als Glücksfall für das Projekt ergab sich die Chance, dass die alte Stadtgärtnerei und der städtische Anzuchtgarten des ESO (Eigenbetrieb der Stadt Offenbach) aufgegeben werden mussten. Unter der Federführung der GOAB (Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft) wurden die Einzäunung der Betriebseinrichtungen geschliffen, Wildwuchs gerodet und Bäume verpflanzt. Schon beim ersten Spatenstich am 18. März 2005 stellte sich das Gelände völlig verändert dar.

Eröffnung
Ab März 2005 wurde dann der Wetterpark gebaut, ein Weg hergestellt, Objekte installiert und Träger für die Informationstafeln errichtet. Eingeweiht wurde der Erlebnisparcours am 15. Juli 2005.

weitere Bilder: Am 15. Juli 2005 wurde der Erlebnisparcours im Wetterpark ferierlich eingeweiht,...
Am 15. Juli 2005 wurde der Erlebnisparcours im Wetterpark ferierlich eingeweiht,...
...was auf großes Interesse stieß.
...was auf großes Interesse stieß.
Der 13 Meter hohe Sicht-/Dunst-Turm gilt heute als Wahrzeichen der Parkanlage.
Der 13 Meter hohe Sicht-/Dunst-Turm gilt heute als Wahrzeichen der Parkanlage.