Wetterpark bietet Lernmaterial für Schulen, mehr Führungen und Film der Extraklasse
Offenbach, den 07.05.2009Beim Wetter kann jeder mitreden - aber kaum jemand versteht seine Phänomene wirklich. Um das zu ändern, bringt der Wetterpark in Offenbach, so Oberbürgermeister Horst Schneider, „nun frischen Wind in sein Angebot“. Schneider: „Unterrichtseinheiten für Schüler mit anschaulichen Experimenten gehören ebenso dazu wie ein erweitertes Führungsprogramm oder Veranstaltungen mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach." Ziel ist es, die einmalige Parkanlage am Buchhügel und ihr blitzgescheites Lernangebot noch bekannter zu machen.

"Der Wetterpark“, so Schneider, „zählt zu den Einrichtungen in Offenbach mit Alleinstellungsstatus. Sein Sujet ist eng mit der jüngeren Historie der Stadt verbunden, auch als Symbol für einen High-Tech-Standort. Die Führungen werden rege genutzt – und mit dem Klimawandel gewinnt nun der gesamte Themenkomplex an Bedeutung“.
Das Konzept des Wetterparks führt die Besucher auf einfache Weise in die Beobachtung komplexer Wetter-Zusammenhänge und in die wissenschaftlichen Hintergründe ein. Die 20.000 Quadratmeter große Parkanlage stellt die Aspekte des Wetters und seine Erscheinungsformen anhand von Objekten und erläuternden Grafiken dar.
Schneider: „Im Wetterpark dominiert konsequent das Fachliche, populär und verständlich aufbereitet. Diese Ausrichtung verspricht auch langfristig den größten Erfolg. Neue Angebote müssen sich an dem Gebot der Fachlichkeit orientieren“.
Statistik
Im Jahr 2008 wurden 210 Führungen angefragt, 146 Führer wurden tatsächlich gebucht. Es kamen etwa 2.600 Personen. (2007: 170 Anfragen, 140 Führer gebucht, etwa 2.500 Personen). Die beiden Veranstaltungen „Blaue Stunde“ besuchten jeweils etwa 250 Personen. Insgesamt kamen 2008 nach Schätzungen über 30.000 Menschen in den Park. Die Gruppen reisen meist aus anderen Städten an. Viele informieren sich nicht nur im Wetterpark, sondern kommen auch in andere Einrichtungen in der Stadt. Die Teilnehmer kaufen ein und verpflegen sich in der ortsansässigen Gastronomie.
Ende 2008 hat die Stadt Offenbach etwa 1.000 Busunternehmen in Hessen und in den benachbarten Bundesländern angeschrieben. Parallel wurden die Abläufe, um eine Führung zu buchen gestrafft. Neben dem Besuch des Wetterparks können gleichzeitig andere Programmpunkte in Offenbach gebucht werden. Eine Zusage gibt es möglichst innerhalb eines Tag.
Woher weht heute der Wind – und warum?
Da das Wetter allgegenwärtig ist, fehlt oft der Anreiz, seine Erscheinungsformen und das „Warum“ zu hinterfragen. Dabei gibt es hier eine Vielzahl spannender Themen.
Lässt sich Luftdruck spüren – oder gar stemmen? Wie tickt meine biologische Uhr? Bei welchen Wolken-Typen droht ein Gewitter, und welche versprechen eitel Sonnenschein? Woher weht heute der Wind – und warum?
Diese Fragen entlang der oft interaktiven Stationen sollen nun auch im Wetterpark als außerschulischem Lernort wahrgenommen und genutzt werden. Dafür hat der Wetterpark-Verantwortliche Jürgen Möller bei der OSG unter Mithilfe der Parkführer Informationen, Materialien und Anregungen für Schulklassen und andere Gruppen zusammengestellt, die den Wetterpark selbstständig erwandern wollen.
Zur Veranschaulichung der Phänomene stellt die neue Wetterwerkstatt 20 Experimente mit einfachen Mitteln – wie Luftballon, Taschenlampe, Strohhalm, Lineal oder Wasserglas - und eindrucksvoller Wirkung vor. Die leicht nachvollziehbaren Experimente werden jeweils der passenden Station zugeordnet; so erschließen sich die physikalischen Vorgänge quasi im Handumdrehen.
Zum Material für die Schulen gehören auch Arbeitsblätter und Ablaufpläne, sodass der Besuch im Wetterpark gut vorbereitet werden kann. Dabei eröffnet jeder gewählte Weg durch den Wetterpark wieder eine andere Möglichkeit, diesen Lernort zu entdecken. So lässt der Phänologische Garten beispielsweise Rückschlüsse auf das Klima zu, wenn er den Eintrittstermin der Schneeglöckchenblüte von 1951 bis 2005 dokumentiert.
Das neue Angebot wird in etwa zwei Wochen an alle Schulen in Offenbach verschickt. Die Lehrer dort werden gebeten, das Material zu testen und ein Feedback dazu zu geben. Ihre Anregungen werden in das Informationsprogramm Wetterwerkstatt eingearbeitet, das nach den Sommerferien dann an Schulen in der Region und später in Hessen verteilt werden soll. Nach dem Unterricht im Park erhalten die Jungen und Mädchen ein Zertifikat und eventuelle ein kleines Geschenk. Geplant ist außerdem, einen Experimentierkoffer mit aufwändigerem Materialien wie z.B. dem Bau von Windspielen anzubieten. Dieser Koffer wird gemeinsam mit einer Offenbacher Werkstatt, die auf derart Experimente spezialisiert ist, entwickelt.
Neue Führungsangebote
Dass das Interesse am Wetter vorhanden ist, belegt die außerordentlich gute Resonanz auf das Führungsangebot im Park. Um die Anfragen zu bewältigen, werden ab Juni 2009 auch jeden 3. Sonntag im Monat um 11 Uhr (bisher nur jeden 1. Sonntag) Führungen veranstaltet. Der Rundgang am ersten Sonntag im Monat erklärt den Teilnehmern an den einzelnen Stationen die Ursachen für den ewigen Wechsel zwischen Hoch und Tief.
Die Führung am dritten Sonntag im Monat steht jeweils unter einem besonderen Thema, beispielsweise „Natürlicher und hausgemachter Treibhauseffekt“ oder „Wetterinstrumente alt und neu“
Die Teilnehmer treffen sich an der automatischen Messstation am blauen Container, Buchhügelallee / Ecke Elbestraße. Die Führung kostet für Erwachsene drei Euro, Kinder ab 12 Jahren zahlen einen Euro. Bei besonderen Wetterphänomenen werden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst besondere Termine ad hoc organisiert.
Mit den Wetterparkführern gibt es etwa alle drei Monate ein Gespräch, um gemeinsam das Angebot weiterzuentwickeln.
Aufwändigste Naturdokumentation aller Zeiten zu sehen
Bewährt hat sich im Vorjahr die Reihe „Die blaue Stunde“, die die Stadt Offenbach gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) im Wetterpark anbietet. Sie präsentiert am Mittwoch, 20. Mai, ab 21 Uhr den Film „Unsere Erde“ von Alastair Fothergill und Mark Linfield. Für diese bisher aufwändigste und teuerste Naturdokumentation aller Zeiten drehten mehr als 40 Kamerateams innerhalb von fünf Jahren 1.000 Stunden Filmmaterial in 26 Ländern an über 200 Drehorten, die zum Teil noch nie zuvor besucht wurden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Seit dem Kinostart besuchten mehr als 3,5 Millionen Zuschauer den Film, und damit gilt „Unsere Erde“ als eine der erfolgreichsten Naturdokumentationen Europas.
Nach den Sommerferien präsentiert die „blaue Stunde“ dann am Freitag, 7. August, ab 21 Uhr einen Vortrag über die Entstehung von Tornados. Weitere Veranstaltungen mit dem DWD, die sich aktuellen Wetterphänomenen widmen, sind in Planung. So könnte ebenfalls im August die Frage geklärt werden, warum gerade in diesem Monat so viele Sternschnuppen fallen. Und wer hinter dieses Geheimnis kommt, hat dann einen Grund mehr, mal wieder übers Wetter zu reden.
Marketing-Projekt mit der Theodor-Heuss-Schule
Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse der Theodor-Heuss-Schule haben ihre Abschlussarbeit dem benachbarten Wetterpark gewidmet. Ihre Aufgabe: ein Konzept, um bei Schulen und Jugendlichen mit einem Budget von 20.000 Euro hessenweit für einen Besuch des Wetterparks zu werben. Die besten Arbeiten werden am 18. Mai morgens um 10 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal (presseöffentlich) vorgestellt.
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Energieversorgung Offenbach AG
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