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Frauenhaare und Natron: Experimentierkoffer erklärt Wetterphänomene

Offenbach, den 06.09.2010

Die Premiere ist gelungen. Zwanzig Jungen und Mädchen experimentierten am Samstagmorgen, 4. September, im Offenbacher Wetterpark. Mit Erfolg und vor allem mit viel Spaß und Freude beim Lernen. Mit Frauenhaaren wurden Veränderungen in der Luftfeuchtigkeit gemessen; Natron half CO2 nachzubilden, um die Folgen des Klimawandels zu verstehen; ein Tischtennisball an einem Seil die Windstärke abgebildet; das Platzen eines Mehl gefüllter Luftballon machte deutlich, weshalb Blitz und Donner mit Zeitverzögerung wahrgenommen werden, und auch die Luft lässt sich in einem Plastiksack einfangen und wiegen.

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Elf Experimente, die helfen Wetterphänomene zu erklären, sind Inhalt eines Experimentierkoffers, der am Samstagmorgen von Oberbürgermeister Horst Schneider und Heiko Kasseckert, Direktor des Planungsverbandes, im Offenbacher Wetterpark vorgestellt wurde. Alle Versuche kommen noch ohne Schaltkreise und Relais aus. In ihrer Einfachheit demonstrieren sie nachvollziehbar physikalische Wirkungsmechanismen. „Der Koffer führt“, so Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst, „zurück in die Zeit vor der computergestützten Meteorologie. Er zeigt die Grundlagen der wissenschaftlichen Wettervorhersage“.

Oberbürgermeister Horst Schneider: „Die Jungen und Mädchen lesen die Ergebnisse ihrer Experimente nicht auf dem Display ab sondern können die konkreten Veränderungen, die ihre Versuche auslösen, mit ihren Sinnen konkret wahrnehmen. Der Wetterpark ist auch ein Ort des Lernens. Er wird immer besser angenommen. In diesem Jahr werden wir über 300 offizielle Führungen organisieren. Mindestens dreimal so viele Gruppen besichtigen ebenso wie viele Einzelpersonen den Wetterpark auf eigene Faust. Von dem Interesse profitiert auch die Gastronomie“.

Für Heiko Kasseckert ist der Experimentierkoffer ein attraktives Angebot für die Schulen. Der Planungsverband werde deshalb allen 75 Mitgliedskommunen einen Koffer anbieten, der an Schulen ausgeliehen werden kann. Kasseckert sieht in dem Wetterpark ein attraktives Angebot für die Region.

Vorgestellt wurden die Experimente im Auftrag der Stadt Offenbach und des Planungsverbandes von Rolf Degel und Susanne Schiffke. Beide gründeten vor fünfzehn Jahren das Umweltexploratorium auf dem ehemaligen Flughafen in Frankfurt Bonames. Rolf Degel, ein Erfinder, hat die Versuche in seinem Labor in Offenbach entwickelt.

Die Idee für das Projekt stammt von Matthias Müller, Sprecher der Stadt Offenbach und Geschäftsführer der Offenbacher Stadtinformation Gesellschaft (OSG). Müller: „Viele Schulklassen besuchen den Park. Theoretischer Unterricht, das war zu meiner Schulzeit schon so, wird meist als langweilig empfunden. Wir haben vor zwei Jahren mit der OSG den Besucherservice im Wetterpark übernommen. Eines der ersten Projekte war ein Handbuch für Schulen, das mögliche Experimente beschreibt. Es war der Wunsch von Lehrern, einige Experimente in einem Koffer anzubieten. Dieser Bitte sind wir gefolgt. Mit unserem Koffer und dem beigelegten Handbuch ist eine Unterrichtseinheit inklusive Vorbereitungsstunden und einer Nachlese fächerübergreifend möglich“.

100 Koffer wurden jetzt gepackt. Der Koffer kann im OF InfoCenter für 25 Euro erworben werden. Einundzwanzig Koffer wurden bereits am Samstag im Wetterpark spontan bestellt. Müller: „Wir werden weitere Koffer produzieren. Auch die positive Resonanz der anwesenden Wetterparkführer, meist Diplom Meteorologen beim Wetterdienst, hat uns Mut gemacht. Man kann mit den Experimenten auch sehr schön auch einen Kindergeburtstag bestreiten“. Die erste Tranche hat 16.000 Euro gekostet. Der Löwenanteil sind Entwicklungskosten. Die werden, so Müller, beim nächsten Mal nicht anfallen“. Die bisherigen Kosten haben sich Stadt Offenbach und Planungsverband geteilt. Der Planungsverband wird den Koffer auch im Rahmen seines Projektes C-Change einsetzen. Für dieses internationale Projekt, das in Ergänzung zum Wetterpark auch eine überörtliche Klimaroute zum Ziel hat, sind zwei Experimente in den Koffer gepackt, die Folgen einer Klimaveränderung demonstrieren.

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