Verkehrspolitik für die Kleinen
Offenbach, den 12.03.2004, letzte Bearbeitung: 12.02.2008Holger Stephan
Damit auch die kleinen Verkehrsteilnehmer gut und sicher ankommen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben die Schulwegsicherung.
Die ersten regelmäßigen selbstverantwortlichen Verkehrserfahrungen von Kindern finden auf Schulwegen statt. Die Schulwegsicherung spielt deshalb in den Städten und Gemeinden eine große Rolle. Dabei wird oft die Verkehrssicherheit der Schulwege in den Vordergrund gestellt und das Problem auf einen sicheren "Schülertransport" von der Haustür zum Schuleingang und zurück reduziert.
Die Gestaltung und Nutzung der Schulwege haben aber darüber hinaus weitreichende Konsequenzen für die Attraktivität der Gemeinde oder Stadt und in Bezug auf die Entscheidung der Verkehrsteilnehmer für oder gegen die Nutzung von Verkehrsmitteln. Das Gefühl unsicherer Schulwege bei Eltern führt zu einer verstärkten Wahl des Pkw als Transportmittel zur Schule, was wiederum zu schlechteren Bewertungen der Sicherheit des Zu-Fuß-Gehens oder des Radfahrens führt. Studien der Versicherungswirtschaft und soziologische Studien zeigen sogar, dass die Reduzierung körperlicher Mobilität von Kindern mit der Verrringerung der sprachlichen, körperlichen und sozialen Ausdrucksfähigkeit sowie steigenden Kosten im Gesundheitswesen in Verbindung stehen.
Was kann den Schulweg sicherer machen?
Eine der wichtigsten Funktionen ist die Erstellung von Schulwegeplänen, die in einer engen Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule, Schulträger, Straßenverkehrsbehörde, Polizei und anderen Organisationen und Verbänden erstellt werden.
Was spielt dabei eine Rolle?
- Beobachtungen und Erfahrungen der Schüler
- Eile und Stress im Straßenverkehr erhöhen die Gefahr von Verkehrsunfällen
- Deshalb sollen Eltern ihre Kinder morgens rechtzeitig auf den Schulweg bringen
- Kinder sollen auffällige Bekleidung tragen
- Autofahrer sollen gerade an Fußgängerüberwegen, an Bushaltestellen und im Bereich von Schulen und Kindergärten besonders auf Kinder achten und mit angepasster Geschwindigkeit fahren und bremsbereit sein
Wichtig sind auch die Haltestellen von Schulbussen!
Erhöhte Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer ist geboten, wenn sich Kinder an der Haltestelle befinden und ein Schulbus die Haltestelle anfährt. Sie müssen die Fahrgeschwindigkeit sofort stark herabsetzen und dürfen nur bremsbereit vorsichtig weiterfahren. Kinder sind unbekümmert und laufen hin und her, beim Spielen merken sie oft nicht, wenn die Fahrbahn betreten wird und sich Fahrzeuge nähern. Schulbusse mit eingeschaltetem Warnblinklicht dürfen beim Heranfahren an Haltestellen nicht mehr überholt werden. Wenn Sie an einem haltenden Schulbus vorbeifahren, halten Sie die Schrittgeschwindigkeit (maximal 7 km/h) und einen geeigneten Abstand ein, so dass jede Gefährdung und Behinderung ausgeschlossen ist! Notfalls halten Sie an und warten - das gilt auch für den Gegenverkehr.
Wichtiger Hinweis: Linien- und Schulbussen, die den Blinker links eingeschaltet haben, muss die Abfahrt ermöglicht werden; wenn nötig: anhalten und warten. Bis zu 15 Metern vor und hinter Haltestellenschildern besteht ein eingeschränktes Haltverbot. Bis zu 3 Minuten darf an den Haltestellen gehalten werden, wenn niemand behindert wird.
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