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Umbau der Kaiserstraße

Barrierefreiheit erlebbar gemacht

Offenbach, den 03.03.2010, letzte Bearbeitung: 31.01.2011

Im Jahr 2007 wurde eine der wichtigsten Offenbacher Nord-Süd-Achsen, die Kaiserstraße, umgebaut. Es war aber kein "normaler" Straßenumbau, sondern ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur barrierefreien Stadt, denn die Kaiserstraße wurde als barrierefreie Modellstraße gestaltet.

Beispielgebend für barrierefreie Gestaltung: Die Kaiserstraße
Beispielgebend für barrierefreie Gestaltung: Die Kaiserstraße

Die Kaiserstraße ist eine der wenigen Stadtstraßen Offenbachs, die noch heute in ihrem historischen Verlauf und Querschnitt erhalten sind. Die Straße besteht aus zwei Teilen: Der Abschnitt zwischen Carl-Ulrich-Brücke und Frankfurter Straße ist mit einer doppelten Baumreihe als Allee charakterisiert und ca. 29 m breit. Der südliche Teil, von der Geleitsstraße nach Süden ehemals Darmstädter Straße genannt, wurde erst mit der Ansiedlung des Hauptbahnhofes 1873 in ihrem heutigen Verlauf hergestellt. Mehr als ein Drittel der angrenzenden Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Wichtige Institutionen wie Messe, Justizzentrum, Banken, Hotels, große Firmen und das Capitol verleihen der Straße einen besonderen Stellenwert. Hinzu kommt die zentrale Lage am Rande der Fußgängerzone, die Anbindung an die Nachbarstadt Frankfurt über die Carl-Ulrich-Brücke und der Offenbacher Hauptbahnhof. Der Zustand der Kaiserstraße zwischen Bismarckstraße und Berliner Straße wurde ihrer Bedeutung im Stadtraum nicht mehr gerecht. Nach der Fertigstellung der Fußgängerzone ist die Gestaltung der Kaiserstraße als barrierefreie Modellstraße ein weiterer Meilenstein für die Aufwertung der Innenstadt.

Neben der grundlegenden, straßenbau- und leitungstechnischen Erneuerung der Kaiserstraße waren wesentliche gestalterische und verkehrliche Verbesserungen vorgesehen. Dem Gestaltungsleitbild entsprechend wurden die Gehwege verbreitert, Straßenbäume zur Begrünung und eine hochwertige Straßenraumausstattung und Beleuchtung hergestellt. Die Gestaltungshandschrift der Stadt Offenbach wurde sichtbar gemacht, indem bei der Auswahl der Materialien die Ausstattungselemente der Berliner Straße zum Einsatz kamen.

Der Straßenraum wurde neu aufgeteilt: Heute gibt es beidseitig 2,60 m breite Gehwege und 1,90 m breite Parkstreifen mit Gehwegvorstreckungen für insgesamt 31 Ahornbäume in Baumscheiben. Die 7,00 m breite Fahrbahn ist seit dem Umbau im Zweirichtungsverkehr befahrbar. Am Justizzentrum wurde eine neue Haltestelle eingerichtet.

Bereits im Vorfeld des Umbaus wurden neue Wege beschritten: Zeitgleich mit den Umbauplänen wurde der Verkehrsmanagementplan 2015 (VMP) erarbeitet. Die Planungen für die Kaiserstraße wurden regelmäßig mit dem VMP-Arbeitskreis "Barrierefreie Netze" abgestimmt, in dem neben städtischen Planern und Verkehrsexperten unter anderem auch Vertreterinnen und Vertreter von Behindertenverbänden mitarbeiteten. So war es möglich, die Interessen aller Beteiligten bereits im frühen Planungsstadium zu berücksichtigen.

Bei einer Ortsbegehung mit den Mitgliedern des Arbeitskreises konnten Defizite im Bestand analysiert und Ziele in Bezug auf die barrierefreie Planung formuliert werden. Zur Abstimmung der Planung wurde ein Modell erarbeitet, welches auch für Blinde die wesentlichen Entwurfselemente tastbar darstellt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der gesamte Straßenraum der Kaiserstraße berücksichtigt heute die Ansprüche der Barrierefreiheit.

weitere Bilder: Das tastbare Modell der Kaiserstraße
Das tastbare Modell der Kaiserstraße
Das tastbare Modell der Kaiserstraße
Das tastbare Modell der Kaiserstraße
Die Arbeiten beginnen
Die Arbeiten beginnen
Baggerbiss zum Umbaustart
Baggerbiss zum Umbaustart
Die Kaiserstraße vor dem Umbau
Die Kaiserstraße vor dem Umbau
Die Kaiserstraße nach dem Umbau
Die Kaiserstraße nach dem Umbau
Querschnittsaufteilung nach dem Umbau
Querschnittsaufteilung nach dem Umbau
Neuer Standard: Barrierefreie Ampelanlagen
Neuer Standard: Barrierefreie Ampelanlagen