Stadt Offenbach vergibt den „Sophie von La Roche-Preis für die Gleichberechtigung von Frauen“ an die Künstlerin Parastou Forouhar
Offenbach, den 27.01.2012, letzte Bearbeitung: 31.01.2012Im März 2012 verleiht die Stadt Offenbach zum zweiten Mal den „Sophie von La Roche-Preis für die Gleichberechtigung von Frauen“. Eine siebenköpfige Vergabejury hat sich einstimmig für die in Offenbach lebende Künstlerin Parastou Forouhar entschieden, die aus dem Iran stammt. Mit Forouhar wird eine Frau ausgezeichnet, die wegen ihrer politisch verstandenen Kunst und ihr Eintreten für Frauen- und Menschenrechte weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist.
„Alle im November 2011 schriftlich vorgeschlagenen Preisträgerinnen – Einzelpersonen und Organisationen - waren preiswürdig. Die Jury ehrt mit der Auszeichnung den Einsatz der international anerkannten und in Offenbach lebenden Künstlerin Parastou Forouhar für Frauen- und Menschenrechte“, so die Vorsitzende der Jury Stadträtin Marianne Herrmann. „Wir sind stolz, dass es in unserer Stadt starke Frauen mit Migrationshintergrund gibt, die vorbildhaft das gesellschaftliche Leben und die Kunst der Stadt beeinflussen.“
Forouhar fordert mit ihrer Kunst und mit literarischen Mitteln den Diskurs über Frauen- und Menschenrechte. Sie fördert mit ihren Positionen den Dialog zwischen unterschiedlichen Menschen und Kulturen. Sie beweist durch ihr gesellschaftspolitisches Engagement großen Mut. Auf ihren Reisen in den Iran weist sie mit großem Nachdruck auf die nicht eingelösten Frauen- und Menschenrechte hin. Im Jahre 2011 erschien ihr Titel „Das Land, in dem meine Eltern umgebracht wurden – Liebeserklärung an den Iran“. Das Buch schildert ihre Erlebnisse im Zusammenhang der nicht abgeschlossenen Aufklärung der politisch motivierten Ermordung ihrer Eltern.
Forouhar lebt seit dem Jahr 1991 in Deutschland und begann 1992 ein Aufbaustudium an der HFG in Offenbach. Von 1995 bis 2000 war sie Mitglied des Kunstprojektes „Fahrradhalle“. In der Fahrradhalle kooperierte eine Gruppe HFG-Absolventen. Sie nutzten Räume in der Luisenstraße, um ihre Kunst gemeinsam auszustellen. Das Spannungsverhältnis zwischen der Arbeit im Kollektiv und der Individualität der eigenen Kunst hat Parastou Forouhar besonders gereizt und war Thema ihrer Arbeit.
Feministische Kunst hat Frau Forouhar im Jahr 2001 auf der Berlinale in Berlin ausgestellt. Unter dem Titel „Wegziehen“ präsentiert sie Ausstellungsstücke im Frauenmuseum Bonn. Auf internationaler Ebene beteiligte sich die Künstlerin Forouhar 2007 an der Ausstellung „Global Feminism“ im Brooklyn Museum in New York. In Offenbach war sie 2010 anlässlich der Reihe „Iran im Umbruch – Frauen als Akteurinnen“ als Zeitzeugin und Künstlerin geladen, um ihren Blick auf den Iran und die Rolle der Frauen in der Demokratiebewegung zu schildern.
Der Sophie von La Roche-Preis ist eine Initiative der „Kommission zur gesellschaftlichen Gleichstellung der Frau“, die im Jahr 2008 von der Stadtverordnetenversammlung bestätigt wurde. „Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert“, so die Kommunale Frauenbeauftragte Karin Dörr. Das Frauenbüro ist Geschäftsstelle der Jury für den Sophie von La Roche-Preis.
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