Dokumentation der Veranstaltungsreihe "Frauen & Literatur - Zum 200. Todestag der Sophie von La Roche "
Offenbach, den 19.11.2007, letzte Bearbeitung: 26.01.2012 Vor 200 Jahren starb 76-jährig Sophie von La Roche in Offenbach. Zum Auftakt des Gedenkjahres an die erste deutsche Romanschriftstellerin hat eine Projektgruppe im Januar 2007 zwei Ausstellungen mit einem viel beachteten Vortragsprogramm präsentiert. Der großen Resonanz – bis zu 150 Interessierte besuchten die Vorträge in der Volkshochschule - trägt eine Dokumentation der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung nun Rechnung: In der Schriftenreihe „Polis“ erschien Heft 48 unter dem Titel „Frauen & Literatur - Zum 200. Todestag der Sophie von La Roche (1807)“.
Mitglieder der Projektgruppe sind: die Leiterin der Volkshochschule Offenbach, Dr. Gabriele Botte, die Kommunale Frauenbeauftragte, Karin Dörr, die Referatsleiterin Mechtild M. Jansen von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und Grete Steiner von der Initiative FrauenEnergie.
Im ersten Beitrag der Publikation beschreibt Dr. Ulrike Prokop zunächst Leben und Werk der Sophie von La Roche. Ihr Vortrag behandelt die Fragestellung, warum sich La Roche zu einer berühmten Autorin entwickelte, beispielsweise weil das Neue ihres literarischen Schaffens die Bearbeitung ihrer autobiografischen Erfahrung war, so in ihrem Roman „Geschichte des Fräuleins von Sternheim“.
Im Vortrag „Das Frauenzimmer und das Buch“ führt Dr. Pia Schmid in die Lesekulturen um das Jahr 1800 ein; wichtige Stichworte sind die „Lesesuchtdebatte“ und die Reglementierung des weiblichen Zugangs zu Lesestoff durch Männer. Der Leser erfährt, wie sich Frauen damals ihre „kleinen Fluchten“ aus den Beschränkungen der bürgerlichen Frauen- und Familienwelt organisierten, um auch an den geistigen und kulturellen Auseinandersetzungen ihrer Zeit teilzuhaben.
Dr. Nikolaus Gatter stellt in seinem Beitrag Ludmilla Assing (1821 – 1880) vor. Sie war die erste Biographin der La Roche, war als Italien-Korrespondentin der Frankfurter Zeitung tätig und wurde in Deutschland wegen Majestätsbeleidigung steckbrieflich gesucht. Zwei Briefe der Sophie von La Roche und einer von ihrer Tochter Luise sowie eine Auflistung bedeutender Stationen der La Roche runden die Dokumentation ab.
„Mit der Publikation der Vorträge möchten wir dem neu erwachten Interesse an Sophie von La Roche Rechnung tragen und weiteres Interesse an den Schriftstellerinnen und Leserinnen ihrer Zeit wecken und zugleich einen Zugang zu einem interessanten Kapitel der Frauengeschichte ermöglichen“, betonte die Kommunale Frauenbeauftragte Karin Dörr.
Das Heft Polis 48 liegt in Offenbach an folgenden Orten aus: Haus der Volkshochschule, Stadtbibliothek, Haus der Stadtgeschichte, Frauenbüro (Rathaus, 8. Stock). Schriftliche Bestellungen sind möglich bei der
HLZ
Taunusstraße 4-6
65183 Wiesbaden
E-Mail: hlz@hessen.de
Download: www.hlz.hessen.de - Publikationen/Polis
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