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Die seit vielen Jahren stattfindende Veranstaltungsreihe des Kooperationsverbundes der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, der Volkshochschule, des Frauenbüros der Stadt Offenbach und der Initiative FrauenEnergie findet in diesem Herbst vom

Iran im Umbruch – Frauen als Akteurinnen

Offenbach, den 06.07.2010, letzte Bearbeitung: 29.09.2010

Eine der aufregendsten politischen Bewegungen weltweit ist derzeit die iranische Frauenbewegung. Sie ist - wie in keinem anderen islamischen Land – im öffentlichen Leben und gerade auch in der „grünen Protestbewegung“ aktiv und sichtbar geworden.

An den iranischen Hochschulen sind 65% der Studierenden Frauen. Die Frauenbewegung hat 2006 die Kampagne „Eine Million Unterschiften für die Gleichheit von Frauen und Männern vor dem Gesetz“ ins Leben gerufen. Im „face-to face-Verfahren“ wurde auf Straßen und Plätzen, in der Universität und der Moschee Überzeugungsarbeit geleistet und Unterschriften gesammelt. Im Kampf gegen die „Grüne Opposition“ verfolgt das Regime seitdem auch die Aktivistinnen der Frauenbewegung. Inzwischen wurden viele verhaftet, viele sind ins Ausland geflohen.

Die politischen Aktionen der Protestbewegung haben im Jahr 2009 auch in Deutschland große Aufmerksamkeit erregt sowie Bewunderung für den Mut, die Hartnäckigkeit und den Einfallsreichtum. Die Herstellung von Öffentlichkeit über Internet und Blogs war für die Opposition oft die einzige Möglichkeit, die Pressezensur zu umgehen. Dabei war nicht zu übersehen, dass junge Leute und Frauen hier eine besonders aktive Rolle spielten.

Viele Iranerinnen und Iraner leben im Rhein-Main-Gebiet, so auch in Offenbach. Sie treten häufig als Intellektuelle, Künstlerinnen und Künstler und als politisch Aktive hervor. Aus diesem Grund nehmen wir die Rolle der Frauen in der iranischen Gesellschaft in unserer diesjährigen Veranstaltungsreihe in den Blick und nutzen die Chance, miteinander statt übereinander ins Gespräch zu kommen über ein höchst spannendes und widersprüchliches Land.

Alle Veranstaltungen finden im Saal der Volkshochschule statt,
der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 3.11.2010,19.00 Uhr
Eröffnung der Reihe durch Stadtrat Paul-Gerhard Weiß
Die in Offenbach lebende iranische Künstlerin Parastou Forouhar berichtet über ihre Erfahrungen im Iran und mit dem iranischen Regime. Ihre Eltern, beide Oppositionspolitiker, wurden dort ermordet.
Für den musikalischen Rahmen sorgt Arman Sigarchi. Er spielt auf dem Oud, der orientalischen Kurzhalslaute.

Dienstag, 9.11.2010, 19.00 Uhr
„Die Frauenbewegung im Iran“
Hauptreferentin ist Shadi Sadre, Rechtsanwältin, London, davor Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Frankfurt am Main 
Außerdem berichtet Shadi Amin, Journalistin aus Frankfurt, über die iranische Frauenbewegung im Ausland
Moderation: Dr. Ghodzi Hejadzi, Erziehungswissenschaftlerin, Frankfurt

Mittwoch, 17.11.2010, 19.00 Uhr
„Der fremde Blick.“- Erfahrungen einer Deutschen in der Islamischen Republik Iran
Die Referentin, Elisabeth Kiderlen ist Journalistin und Autorin und besuchte den Iran mehrfach. 1992, um über die Situation der jüdischen Gemeinden zu recherchieren.1998 begleitete sie eine Reise von Bundestagsabgeordneten nach Teheran, 2005/06 unterrichtete sie an der Universität Isfahan.
Moderation: Dr. Ghodzi Hejadzi, Erziehungswissenschaftlerin, Frankfurt

Dienstag, 23.11.2010, 19.00 Uhr
Bloggerinnen im Iran und Exil. Welche Rolle spielt das Internet für die grüne Bewegung?
„Ich führe einen Webblog, damit ich dieser stickigen Luft überhaupt atmen kann. In einer Gesellschaft, in der man zur Schlachtbank der Geschichte geführt wird, schreibe ich, damit meine Verzweiflung mich nicht überwältigt.“( Iranische Bloggerin Anonym)
In keinem anderen Land des Nahen Ostens ist das Internet in den vergangen Jahren so rasant gewachsen wie im Iran. Mit über 60.000 aktiven Webblogs ist die persische Blogosphäre einer der größten und aktivsten weltweit - eine bemerkenswerte Zahl unabhängiger Stimmen für ein Land mit streng kontrollierter Presse.
Welche Auswirkungen hat das auf gesellschaftliche und politische Umbrüche wie die grüne Bewegung? Wer bloggt überhaupt? Ist das Internet ein Elitemedium?
Über ein Drittel der Internetnutzer sind Frauen. Welche Bedeutung haben die sogenannten Online - Tagebücher für die Frauenbewegung im Iran?
Referentinnen sind Monireh Kazemi, Umweltingenieurin und Bloggerin und Yalda Zarbakhch, Medienwissenschaftlerin und Journalistin.
Moderation: Mahshid Najafi, Offenbach

Freitag 3.12. 2010, 19:00 Uhr
"Von Deutschen und Iranern oder was Sie schon immer über Iraner wissen wollten und nie ..."
Abschluss der Veranstaltungsreihe mit der Kabarettistin Parvaneh Hamidi
Sie sagt über sich selbst: „Ich habe eine schräge Art von Humor. Das hat auch damit zu tun, dass ich aus einem schrägen Land komme, wo in den Universitäten gebetet und in den Moscheen Politik gemacht wird.“
Andere bezeichnen sie auch schon mal als "Die neue Deutsche Marlene Dietrich aus Teheran“. Sie trägt bezaubernde Chansons und Melodien vor. Nur die Inhalte ihrer Texte sind nicht immer ganz so bezaubernd, um nicht zu sagen manchmal eher zauberhaft schockierend.
Auf jeden Fall etwas für die Bauchmuskeln, falls einem das Lachen nicht ab und zu im Halse stecken bleibt!