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Die kaufmännische Ausbildung in der Immobilienwirtschaft stellt hohe Anforderungen

Offenbach, den 23.07.2004, letzte Bearbeitung: 18.04.2008

Mehr als 6000 Wohnungen gehören stadtweit zum Bestand der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach (GBO). Als größtes Wohnungsunternehmen am Ort bietet die GBO rund 20.000 Menschen ein Zuhause. Die Auszubildenden der GBO zu Kaufleuten in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft sind meist ganz fasziniert von der Vielzahl und Vielfalt der GBO-Mietobjekte. 

Clemens Rosenberger, Prokurist und Ausbildungsbeauftragter bei der GBO, hat großes Zutrauen zu den Fähigkeiten seiner Auszubildenden. „Unsere Auszubildenden machen hier einen prima Job“, lobt Rosenberger. Und die jungen Menschen zeigen in aller Regel, dass sie eigenverantwortlich agieren können. Die GBO gewähre ihren Azubis so viel Selbstständigkeit wie möglich, gebe ihnen allerdings auch so viel Unterstützung wie nötig.

Innerhalb der Palette der kaufmännischen Berufe ist die Ausbildung im Bereich Immobilienwirtschaft besonders anspruchsvoll, denn neben den klassischen Disziplinen wie Buchführung und Wirtschaftskunde spielen auch technisch-planerische Aspekte eine wichtige Rolle. Die Auszubildenden lernen, wie man einen Bebauungsplan interpretiert und wie man Ausschreibungen für Baumaßnahmen vorbereitet.

Eine weitere Station der Azubis ist die Hausverwaltung. Die Abteilung ist dafür zuständig, Bewerber auszuwählen und Mietverträge abzuschließen. Da sind Menschenkenntnis und mitunter auch psychologisches Gespür gefragt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen darauf achten, dass die Hausgemeinschaften möglichst intakt sind. Daneben geht es darum, Gespräche mit Mietern zu führen und sich ihrer Beschwerden anzunehmen – um Konfliktmanagement.

Erste Station der dreijährigen Ausbildung ist der Empfang. Dort, so erklärt Rosenberger, lerne man am besten den Organisationsaufbau der Firma, die verschiedenen Bereiche und Zuständigkeiten kennen. Zweimal pro Woche ist Kundentag.

Bei der GBO können die Auszubildenden alle Facetten des Berufsbildes kennen lernen, denn die GBO verwaltet nicht nur den eigenen Wohnungsbestand und sorgt für Wartung und Instandhaltung, sondern tritt auch als Wohnungseigentumsverwalter und Hausverwalter für Fremdeigentümer auf. Daneben verfügt die GBO über eine eigene Finanzbuchhaltung – ein Bereich, der in anderen Betrieben oft ausgelagert ist.

Die GBO bietet insgesamt sechs Ausbildungsplätze an. Pro Stelle gehen im Schnitt rund 100 Bewerbungen ein. Ausbildungsleiter Rosenberger achtet vor allem auf die Schulnoten in Deutsch und Mathe. Im Vorstellungsgespräch müssen die Bewerber Aufgeschlossenheit und Offenheit im Umgang mit Menschen beweisen. EDV-Kenntnisse sind von Vorteil. Für Rosenberger ist allerdings nicht entscheidend, ob jemand Abitur oder Mittlere Reife hat. Beide Schulabschlüsse werden gleichrangig behandelt.

Betrieblichen Unterricht gibt es nicht, doch die GBO bietet ihren Azubis die Möglichkeit, an externen Schulungen teilzunehmen – beispielsweise an einem Lehrgang der Sozialversicherungsträger. Auf Wunsch wird der Schulstoff in betrieblichen Seminaren vertieft. Bei der GBO arbeiten auch geprüfte Immobilienfachwirte - ein Titel, der im Zuge einer Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) erworben werden kann. Sie stehen den Azubis als Ansprechpartner in fachlichen Fragen zur Verfügung – ergänzend zum Berufsschulunterricht, der abwechselnd einmal oder zweimal pro Woche an der Stauffenberg-Berufsschule in Frankfurt stattfindet.

Am Ende der dreijährigen Ausbildung steht die Abschlussprüfung, die vor der IHK abgelegt wird. Bei einem Notendurchschnitt von mindestens 2,5 kann die Prüfung um ein halbes Jahr vorgezogen werden. Damit bei der Abschlussprüfung alles glatt geht, nehmen alle GBO-Azubis an einem Vorbereitungslehrgang teil. Angeboten wird er vom Verband der südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, dem auch die GBO angehört.