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Stadt will Sonnenenergie flächendeckend nutzen

Offenbach, den 04.12.2007, letzte Bearbeitung: 29.01.2009

Sonnenenergie soll zukünftig auf allen städtischen Dächern zur Stromerzeugung genutzt werden. Diesem Grundsatzbeschluss des Magistrats der Stadt Offenbach hat die Stadtverordnetenversammlung Ende 2007 zugestimmt. Danach sollen in den nächsten Jahren alle geeigneten städtischen Gebäude mit Photovoltaikanlagen bestückt werden.

Die Umsetzung soll umgehend beginnen, damit sämtliche Anlagen bereits ökologischen Strom produzieren, bevor ab 2009 die Solarstromvergütungen im Rahmen einer bevor stehenden Gesetzesänderung gesenkt werden.

Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Birgit Simon, die die Magistratsvorlage eingebracht hat, setzt zur schnellen Umsetzung auf ein Modell, in dem sich die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) und private Anbieter beim Bau der Anlagen ergänzen. „So können wir unseren ehrgeizigen Zeitplan einhalten", sagte Simon. "Wir kombinieren zum einen die Fortführung der erfolgreichen Bürgerbeteiligung für diejenigen Dächer, die unter SOH-Regie mit der umweltschonenden Technik versehen werden – zum anderen sichern wir uns als Stadt Pachterträge bei allen Dächern.“. Da im vorgesehenen Modell die Finanzierung der Anlagen über die SOH oder den privaten Partner erfolgt, entsteht für den städtischen Haushalt keine Belastung.

Erarbeitet wurde das Konzept im kleinen Expertenkreis, der unter Federführung Simons als „Kompetenzteam Umwelt“ im Rathaus neue Wege des kommunalen Klima- und Umweltschutzes erörtert. Hier haben sich Vertreterinnen und Vertreter aus SOH, Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH (EEG), der Energieversorgung Offenbach EVO und der GBM Gebäudemanagement GmbH sowie aus den Ämtern für Umwelt, Energie und Mobilität und für Stadtplanung und Baumanagement mit der Frage beschäftigt, wie die Nutzung der Solarenergie in Offenbach zügig ausgeweitet werden kann.

„In einer ersten Bestandsaufnahme haben wir 37 städtische Dächer ausgewählt, die grundsätzlich für die Montage von Solardächern geeignet sind - darunter viele Schulen“, teilt die Bürgermeisterin mit. Weitere Dächer werden  hinzukommen. Kriterien für die Vorauswahl waren Beschattung, Himmelsrichtung, Größe der Dachfläche und Bausubstanz. Nun folgt eine konkrete statische Bewertung.

„Klimaschutz erfordert Taten – und zwar unmittelbar und effizient. Offenbachs Solardächer sind ein Beitrag, den wir als Kommune leisten können und in unserer Verantwortung für die Umwelt leisten müssen“ hebt Simon hervor.

Joachim Böger, Sprecher der SOH-Geschäftsführung, sieht in den Solaranlagen einen aktiven Beitrag für mehr Lebensqualität in Offenbach: „Neben einer ständigen Verbesserung der Wirtschaftlichkeit unserer Konzernunternehmen ist es ausgesprochenes Ziel der Stadtwerke Offenbach Holding, eine steigende Lebensqualität in unserer Stadt und damit einen „Mehr-Wert“ zu schaffen. Um das zu erreichen, wollen wir einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten, zu einem sauberen und sicheren Leben beitragen und letztlich den Standort Offenbach weiter entwickeln und aufwerten. Mit Beteiligung der Bürger wollen wir die regenerative Energieerzeugung weiterentwickeln und die SOH GmbH und ihre Tochtergesellschaften auch nach ökologischen Gesichtspunkten ausrichten", erklärte Böger.

Ein gutes Umsetzungsbeispiel für diese Ziele seien die Solaranlagen auf öffentlichen Dächern: Hier kombiniere die SOH Umweltschutz mit einer attraktiven Geldanlage für die Bürger. "Mit unserer Konzernstruktur haben wir alle notwendigen betrieblichen Voraussetzungen, die geplanten Solaranlagen zu errichten und zu finanzieren und zu betreiben. Mit den bestehenden und neuen Solaranlagen tragen wir zum umweltfreundlichen Selbstverständnis und der Vorbild-funktion der Stadt Offenbach bei, “ so Böger.

2006 und 2007 hat die SOH bereits zwei Solardächer auf städtischen Liegenschaften (Ledermuseum und ESO-Wertstoffsortierhalle) errichtet und in Betrieb genommen. Die Beteiligung von Bürgern in Form einer fest verzinsten Geldanlage erfreute sich einer hohen Nachfrage. Wegen dieses Erfolges haben Stadt und SOH beschlossen, die Aktivitäten weiter auszubauen und drei konzerneigene Dächer mit Solaranlagen zu versehen (zwei GBO-Liegenschaften in der Hugo-Wolf-Str. sowie das SOH-Dach einer Bushalle in der Hebestraße 14). Die Planung für die Montage der Solarmodule auf den Dächern der Liegenschaften ist bereits in vollem Gange. Wenn der Bauantrag durch die Stadt Offenbach genehmigt wird, können die Anlagen im Januar 2008 in Betrieb gehen. Diese fünf Anlagen speisen dann rund 220.000 kWh pro Jahr in das städtische Stromnetz ein, erbringen eine Leistung von über 240 kWp und sparen jährlich circa 160 Tonnen CO2 Emissionen ein. Diese wären sonst durch die Erzeugung der gleichen Strommenge mit fossilen Brennstoffen entstanden.

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