Mehr Service im ÖPNV: Elektronische Fahrplananzeige im Bürgerbüro
Offenbach, den 06.07.2010, letzte Bearbeitung: 08.12.2010Eine elektronische Anzeigetafel im Bürgerbüro informiert ab 6. Juli in Echtzeit über die nächsten Verbindungen an den Haltestellen "Rathaus" und "Marktplatz". Das Bürgerbüro im Rathaus ist der erste von zunächst fünf geplanten Orten abseits einer Haltestelle, an dem die so genannte dynamische Fahrgastinformation (DFI) installiert wurde.
DFI-Anzeigen mit Echtzeitinformationen
An den zentralen Umsteigestationen in Offenbach läuft der Testbetrieb DFI-Anzeigen mit Echtzeitinformationen bereits seit letztem Jahr. Durch den Abgleich des Soll-Fahrplans von Bussen und S-Bahnen mit der tatsächlichen Position des Fahrzeugs werden die tatsächlichen Ankunftszeiten ermittelt – also auch eventuelle Verspätungen direkt angezeigt. Der 42-Zoll großen Bildschirm zeigt neben einer Umgebungskarte die nächstgelegenen Haltestellen: „Rathaus“ und „Marktplatz“. Pro Haltestelle werden die nächsten neun Verbindungen dargestellt.
Das EU-Projekt macht es möglich
Die Einführung von DFI-Displays an publikumsreichen Orten abseits der Haltestellen ist Teil eines durch die EU geförderten Projektes von Offenbachs Lokaler Nahverkehrsorganisation NiO, bei dem es darum geht, Mobilitätslücken auf dem ersten und letzten Kilometer der Reise zu schließen. Das Angebot richtet sich bewusst an die Zielgruppen der älteren und mobilitätseingeschränkten Personen. „Zu Beginn unserer Projektarbeit haben wir eine Seniorenbefragung durchgeführt“ erläutert NiO-Geschäftsführerin Anja Georgi. „So fanden wir heraus, dass sich die Generation über 55 Jahren detaillierte Informationen zu Wartezeiten und Anschlussmöglichkeiten wünscht.“ Zum Beispiel beim Einkaufen oder nach Arztbesuchen. Weitere Anzeigetafeln werden deshalb unter anderem bei der AWO oder im Ringcenter installiert. Vom neuen Service profitieren natürlich nicht nur Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sondern alle ÖPNV-Nutzer Offenbachs.
Die technische Basis für die Umsetzung von Echtzeit-Anzeigen
Zunächst wurden allen Bussen der OVB mit einem GPS basierten, so genannten „RBLlight“ System ausgestattet. Das System errechnet sowohl die Position des Busses als auch die Fahrplanlage und ermittelt so die tatsächliche Abfahrts- und Ankunftszeit. Die Daten werden automatisch an die Fahrplanauskunft des RMV übermittelt. Über den Server des RMV werden die Zeiten auf die DFI-Anzeigen übermittelt. Gleichzeitig sind sie über die Fahrplanauskunft im Internet auf www.rmv.de abrufbar. Technischer Partner des Projektes ist SoliDat. Die Firma aus Rödermark stellt die Displays, Technik und Software zur Verfügung. Während der zunächst auf zwei Jahre angelegten Laufzeit übernimmt SoliDat auch die Wartung der Anzeigetafel. Nach rund der Hälfte der Laufzeit soll eine erneute Bürgerbefragung Klarheit über den Service und die Funktionalität des DFI bringen.
Weitergehende Projektinformationen:
Das EU-Projekt ICMA hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist ein Teilprojekt des auf Nordwesteuropa begrenzten Programms INTERREG IVb. Unter dem Anspruch, „Mobilitätslücken“ für speziell ausgewählte Zielgruppen zu schließen und den ÖPNV so einfach und so attraktiv wie möglich zu gestalten, arbeiten im Rahmen von ICMA insgesamt elf Partner aus sieben nordwesteuropäischen Ländern zusammen. Jeder der Partner hat dabei einzelne, lokalspezifische Projekte identifiziert, um die Situation des ÖPNV vor Ort – und damit die individuelle Mobilität jedes einzelnen Bürgers – zu verbessern. Ziel ist es, von den jeweiligen Partnern zu lernen und eine „Wissensdatenbank“ über die Ergebnisse der Projekte zu schaffen. Insgesamt hat ICMA ein Projektvolumen von etwa 7,324 Millionen Euro. Hiervon entfallen auf Offenbach etwa 760.000 Euro, von denen rund 50 Prozent durch die EU getragen werden.
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
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