Offenbach.de, Stadtwerke Offenbach Holding - Diese Seite ist das Portal der Stadtwerke Offenbach Holding. Hier finden Sie Informationen zu den Gesellschaften, deren Aufgaben und Angeboten.
 

EU-Mittel für Offenbacher ÖPNV

Offenbach, den 11.03.2009, letzte Bearbeitung: 03.03.2010

Bürgermeisterin Birgit Simon und LNO-Geschäftsführerin Anja Georgi mit guten Neuigkeiten: Durch die Beteiligung von Offenbachs Lokaler Nahverkehrsorganisation (LNO) erhält der ÖPNV in der Stadt finanzielle Mittel in Höhe von knapp 380.000 Euro zur Stärkung von Bussen und Bahnen.

Bürgermeisterin Birgit Simon und LNO-Geschäftsführerin Anja Georgi sind zufrieden über die europäische Finanzspritze für den Offenbacher ÖPNV.
Bürgermeisterin Birgit Simon und LNO-Geschäftsführerin Anja Georgi sind zufrieden über die europäische Finanzspritze für den Offenbacher ÖPNV.

Das Projekt, an dem die LNO beteiligt ist, trägt den Namen ICMA (Improving Connectivity and Mobility Access – Verbesserung von Anschluss- und Zugangsmöglichkeiten zu öffentlicher Mobilität), hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist ein Teilprojekt des auf Nordwesteuropa begrenzten Programms INTERREG IVb. Innerhalb dieses Programms werden transnationale Projekte gefördert, die das Zusammenwachsen Europas unterstützen, in dem sie beispielsweise durch verbesserten Zugang zum ÖPNV oder transparenten Preis- und Kostenmodellen im öffentlichen Verkehr räumliche oder soziale Unterschiede innerhalb der EU vereinheitlichen.

Für Birgit Simon, Bürgermeisterin von Offenbach, bedeutet die Teilnahme der LNO an dem Programm einen großen Schritt nach vorne: „Mit den neuen Ansät-zen der LNO für Offenbach – wie der Einrichtung der Ist-Zeiten auf den dynamischen Fahrplananzeigetafeln mit Hilfe europäischer Fördermittel – erreichen wir einen deutlich attraktiveren ÖPNV in unserer Stadt. Das unterstützt die von uns gesetzten Klimaschutzziele und sorgt für eine größere Auslastung von Bussen und Bahnen.“ Besonders begrüßt die Bürgermeisterin die Ausrichtung der Maßnahmen der LNO auf die Zielgruppe der Senioren, denn „damit“, so Simon, „reagiert Offenbach auf den demographischen Wandel und schafft die besten Voraussetzungen, dass auch ältere Menschen mobil bleiben und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“

Auch Anja Georgi, Geschäftsführerin der LNO, sieht in ICMA große Chancen für den ÖPNV in Offenbach. Für sie ist die Teilnahme „Herausforderung und Möglichkeit zugleich. Denn für das relativ kleine Team der LNO bedeutet ein solch großer Projektrahmen eine enorme Arbeitsmehrbelastung. Aber wir wissen, dass wir diese Herausforderung meistern werden und viele technische und nützliche Innovationen für den Offenbacher ÖPNV realisieren werden können.“

Unter dem Anspruch, „Mobilitätslücken“ für speziell ausgewählte Zielgruppen zu schließen und den ÖPNV so einfach und so attraktiv wie möglich zu machen, arbeiten im Rahmen von ICMA insgesamt elf Partner aus sieben nordwesteuropäischen Ländern zusammen. Jeder der Partner hat dabei einzelne, lokalspezifische Projekte identifiziert, um die Situation des ÖPNV vor Ort – und damit die individu-elle Mobilität jedes einzelnen Bürgers – zu verbessern. Die Leitung des Gesamtprojektes hat der Aufgabenträger des lokalen Nahverkehrs im Großraum Manchester in Großbritannien. Insgesamt hat ICMA ein Projektvolumen von etwa 7,324 Millionen Euro. Hiervon entfallen auf Offenbach etwa 760.000 Euro, von denen rund 50 Prozent durch die EU getragen werden.

Nachdem der Bewerbung der LNO um Teilnahme an ICMA im Herbst vergangenen Jahres positiv entsprochen worden war und das Projekt im November offiziell gestartet wurde, trafen sich nun in der vergangenen Woche alle Partner in Aberdeen (Großbritannien) zu weiteren Arbeitsgesprächen. Hier wurde vor allem die Zusammenarbeit aller Projektpartner organisiert, denn Zielsetzung der transnationalen Herangehensweise des Programms ist es, sich fachlich über nationale Grenzen hinweg auszutauschen und voneinander zu lernen. Außerdem sollen gemeinsam innovative Lösungswege für Probleme gefunden werden, die mehrere Mitgliedsstaaten beschäftigen und deren Ergebnisse in andere Mitgliedsstaaten, Regionen und Gebietskörperschaften weiter getragen werden können.

ICMA ist inhaltlich und bezüglich seiner Zielsetzung auf drei verschiedenen Ebenen organisiert: Einer lokalen, einer lokalen mit internationalem Bezug und auf einer rein internationalen Ebene. Das Gesamtprojektteam soll auf internationaler Ebene einen Kompetenzpool bilden. Auf den lokalen Ebenen mit Strahlkraft auf
die anderen Partner sollen in Einzelprojekten IT-Anwendungen für das allgemeine Mobilitätsmanagement entwickelt werden, neue Preis- und Kostenmodelle entstehen, die Mobilitätsberatung und die Fähigkeit zur Nutzung von Mobilität sollen weitergebracht werden und es soll allgemein der Zugang und die Verbindung von Mobilitätsmodulen verbessert werden.

Eine der wichtigsten Zielgruppen der LNO in diesem Projektrahmen ist die Nutzergruppe der Senioren. Viele der Einzelprojekte wurden speziell auf die Bedürfnisse von älteren Bus- und Bahnnutzern ausgerichtet.

Die innerhalb von ICMA in Offenbach geplanten Maßnahmen im Einzelnen

• Neue Angebote durch IT-Anwendungen (zusätzliche Funktionalitäten eines Rechnergestützten Betriebsleitsystems, Echtzeiten werden angezeigt)
• Besondere Mobilitätsberatung und Schulungen für zukünftig anwachsende Nutzergruppen (z.B. Senioren) unter Berücksichtigung der neuen Angebote und Zugangsmöglichkeiten im Internet
• Prüfung der Einrichtung einer Erweiterung der dynamischen Fahrgastinformation mit neuer Funktionalität für besondere Nutzergruppen
• Senioren-Mobilitätskonferenz 2010
• Erarbeitung eines Handbuchs für die Mobilitätsberatung von Betrieben

Mit diesen Einzelmaßnahmen verfolgt die LNO verschiedene Zielsetzungen, wie Zugangsbarrieren zum ÖPNV – insbesondere für ältere Menschen – zu reduzieren und ein stärkeres Gefühl von Sicherheit bei der Nutzung von Bussen und Bahnen zu vermitteln. Durch zielgruppenspezifische Information erhofft sich die LNO eine
Steigerung der Servicequalität und letztlich durch eine Verbindung aller Maßnah-men eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens der Menschen. Somit kann durch eine stärkere Auslastung des ÖPNV und folglich eine Verringerung der Emission von CO2 und anderer schädlicher Substanzen erreicht werden.


Weitergehende Projektinformationen:
Aktuell sind Teilnehmer aus folgenden Ländern im Gesamtprojektteam vertreten: Deutschland (Offenbach, Frankfurt und Pirmasens), Belgien (Genk), Niederlande (Dordrecht), Großbritannien (Manchester, Aberdeen, Stockport), Schweiz (Thun), Luxemburg und Frankreich (Région des Pays de la Loire).


Haben Sie Fragen zur LNO Beteiligung an ICMA? Dann kontaktieren Sie uns unter info@nio-of.de.

weitere Bilder: Ein Ziel des ICMA Projektes: Echt-Zeiten der Busse auf die Anzeigentafeln bekommen
Ein Ziel des ICMA Projektes: Echt-Zeiten der Busse auf die Anzeigentafeln bekommen