Was Offenbachs Senioren wollen...
Offenbach, den 30.09.2009, letzte Bearbeitung: 03.03.2010... wenn Sie nach Ihren Wünschen zu den Bussen und Bahnen gefragt werden, dies ermittelte eine Befragung die ein anerkanntes Kaiserslauterner Institut für Mobilität und Verkehr im Auftrag von NiO im ersten Halbjahr 2009 durchführte.
Teilprojekt von "ICMA"
NiO ist Projektpartner des derzeit laufenden EU INTERREG IV B Projektes „Improving Mobility Access and Connectivity“ (ICMA), das sich mit dem Abbau von Zugangsbarrieren zum ÖPNV System beschäftigt. Im Rahmen dieses EU-Projektes führt NiO in den kommenden drei Jahren viele Maßnahmen zur Verbesserung der Systemzugänglichkeit und Steigerung der Kundenakzeptanz des ÖPNV durch. Dabei liegt der Fokus besonders auf den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Menschen.
Ein Teilprojekt von NiO (Echtzeitansagen) beschäftigt sich mit den Anforderungen an Informationsangebote und deren Verbesserung. Im Rahmen dieses Teilprojektes wurde vom Institut für Mobilität & Verkehr (imove), Kaiserslautern, eine Befragung speziell in der Gruppe der älteren Nutzer im Auftrag von NiO durchgeführt.
Neben dem generellen Nutzungsverhalten und der Zufriedenheit mit Bus & Bahn der Generation 55+ (befragt wurden Menschen zwischen 55 und 90 Jahren) fragten die Interviewer besonders nach der Art und Weise, wie sich die Senioren informieren, bevor sie eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln antreten. Denn im Rahmen von ICMA möchte NiO erreichen, dass ältere Menschen bequem mit Bus & Bahn mobil bleiben und ihnen den Einstieg so einfach wie möglich machen - und das beginnt bereits bei der Information, wann mich welcher Bus oder welche Bahn mit welchem Fahrschein an mein persönliches Ziel bringt!
Hier möchten wir Ihnen nun die wichtigsten Ergebnisse der Befragung vorstellen. (Sehen Sie bitte in der Übersicht rechts erläuternde Grafiken)
Insgesamt wurden 281 Personen befragt. Den Großteil der Befragten bildeten die 70 bis 80-jährigen mit 29%, gefolgt von der Gruppe der 50 bis 60-jährigen mit 26% und der 60 bis 70-jährigen mit 25%. Der Frauenanteil unter den Befragten belief sich auf 60%, der Männeranteil auf 40%. In der Hauptsache wurde an drei zentralen Punkten befragt: Markplatz, Willhelmsplatz und Offenbach-Ost, sind die Interviewer auch in den Bussen mitgefahren, um die Befragung durchzuführen.
In der Erhebung wurde zunächst zwischen ÖPNV-Vielnutzern, PKW-Nutzern und Nutzern mit angepasstem Mobilitätsstil unterschieden. Der ÖPNV-Vielnutzer zeichnet sich durch ein regelmäßiges, beziehungsweise häufiges Nutzen des ÖPNV aus, der PKW-Nutzer greift vorwiegend auf den PKW zurück und der angepasste Nutzer weist einen ausgewogenen Gebrauch zwischen ÖPNV, PKW, Fahrrad als auch zu Fuß gehen auf. Die Hälfte der Befragten zeigt sich als ÖPNV-Vielnutzer und nur 7% als Personen die vorwiegend auf den PKW zurückgreifen. Ein Viertel der Interviewten stellt sich als sogenannte angepasste Mobilitäts-Nutzer heraus. Diese fahren zu 45% mit dem Bus und zu 10% mit dem PKW, und zu 4% mit dem Fahrrad. Rund 39% der Befragten geben im Zuge des Interviews an, einen PKW zu besitzen.
Das Mobilitätsverhalten pro Woche ist von Nutzer zu Nutzer stark schwankend. 28% nutzen 7 bis 10-mal pro Woche den ÖPNV, hier handelt es sich in erster Linie um die berufstätige Gruppe der Befragten. 22% nutzen den ÖPNV 4 bis 6-mal in der Woche, vorwiegend für Einkäufe oder Arztbesuche. Rund 32% der Befragten nutzen hingegen den ÖPNV nur 1 bis 3-mal pro Woche.
Als Hauptumsteigepunkte werden Marktplatz sowie Ostbahnhof angegeben. Die Haltestelle Marktplatz ist an dieser Stelle als bedeutsamster Punkt hervorzuheben, da die Hälfte der Befragten am Marktplatz ein-, um- und aussteigt. Der Bereich Ostbahnhof wird in 31% der Befragungen als Umsteigepunkt genannt. Nach den Auskünften im Rahmen der Befragung kommt es aus Sicht der Fahrgäste an den zentralen Umsteigestellen Marktplatz und Ostbahnhof regelmäßig zu Verspätungen der Busse.
Die Quellen für Fahrt und Verbindungsauskünfte, die von den Befragten genutzt werden, erweisen sich als äußerst verschieden. Zahlreiche Nutzer informieren sich direkt an der Haltestelle, die Mehrheit der Befragten nutzt jedoch ein Fahrplanbuch oder besitzt einen eigenen Faltfahrplan.
Weiterhin sollte ermittelt werden, welche Rolle neue Medien (z.B. das Internet) bei der Information rund um den ÖPNV bei älteren Nutzern spielt. Die Gruppe der 50 bis 60-jährigen bilden an dieser Stelle mit 26% die Gruppe der intensivsten Internetnutzer. Rund 60% der Befragten verneinen die Frage nach der Internetnutzung. Zum überwiegenden Teil kommen diese negativen Aussagen aus der Gruppe der über 70-jährigen.
Eine weitere Informationsquelle sind Aushänge an den Haltestellen. Mit ihnen sind 36% der Befragten rundum zufrieden. Von anderen Befragten werden allerdings die Verständlichkeit und die Übersichtlichkeit der Fahrpläne bemängelt. Nach Aussagen der Befragten sind die Zeichenerklärungen für Ältere oft verwirrend, hinzu kommt die zu kleine Schrift der Aushänge. Daneben werden als weitere Probleme Beschädigungen oder das komplette Fehlen der Fahrpläne vor Ort erwähnt.
Bei Störungen und Abweichungen im Bus & Bahnverkehr bedarf es besonders guten Informationen für die Fahrgäste; diese werden von den Befragten oft nicht und wenn doch, dann nicht als ausreichend, wahrgenommen. Gerade in solchen Fällen einer dynamischen Fahrgastinformation (DFI) ein hoher Stellenwert beigemessen, wobei derzeit die DFI in der Beurteilung der Befragten schlecht abschneidet, da immer wieder Ausfälle zu beklagen sind und Angaben nicht in Echtzeit, sondern in Sollzeit (nach dem Fahrplan) erfolgen, was zur Verwirrung besonders bei den älteren Fahrgästen führt.
Während der Umfrage wurden die Teilnehmer darauf hingewiesen, dass die Stadt Offenbach in naher Zukunft die Anbringung zusätzlicher DFI-Anzeigen plant. Aus diesem Grund wurden die ÖPNV-Nutzer nach der Zweckmäßigkeit und möglichen weiteren Standorten gefragt. Im Allgemeinen sieht die Mehrheit der Befragten eine Anbringung weiterer DFI-Anzeigen als positiv an und ist der Meinung, dass vor allem „Wenignutzer“ und Ortsfremde einen Nutzen durch eine weitere Verbreitung der DFI haben.
Im Rahmen der Befragung soll herausgefunden werden, wo die Mehrheit der ÖPNV-Nutzer eine zusätzliche Anbringung weiterer DFI-Anzeigen für sinnvoll hält. 14% der Befragten sehen in den Haltepunkten Wilhelmsplatz sowie an einzelnen Ärztehäusern weitere geeignete Standorte für zusätzliche Anzeigen.
Die relativ unterschiedliche Ausstattung der Haltestellen ist oftmals im Zuge der Befragung angesprochen worden. Z.B. sind nicht alle Haltestellen mit einem geeigneten Unterstand der vor Witterungseinflüssen ausreichend Schutz bietet ausgestattet. Die Bordsteine sind häufig nicht hoch genug, um älteren oder mobil eingeschränkten Menschen das Einsteigen in den Bus zu erleichtern.
Größtenteils fühlen sich die Befragten in den öffentlichen Verkehrsmitteln Offenbachs sicher, jedoch wurde teilweise hinzugefügt, dass es sich hierbei lediglich um die Morgen- bzw. Mittagsstunden handelt.
Viele ältere Menschen empfinden die Fahrscheinautomaten als zu kompliziert und tendieren dazu, Fahrscheine lieber beim Fahrpersonal oder in den Verkaufsstellen zu erwerben, da dort eine direkte Ansprache möglich ist.
Fazit: Vielen Dank an alle, die bei der Befragung mitgemacht haben und NiO helfen, den Service und unser Angebot für Offenbachs Senioren weiter zu verbessern. NiO kann aus den Ergebnissen der Befragung wertvolle Erkenntnisse für unsere weitere Arbeit ziehen. So stehen die zielgruppenspezifischere Information älterer Fahrgäste, die Schulung von Senioren, mehr Transparenz bei Anschlüssen, höhere Verlässlichkeit von Informationen auf Fahrplananzeigetafeln durch Echtzeitanzeigen und der weitere Ausbau von Haltestellen für die kommenden Monate auf unserer Agenda.
Bei Fragen und Anregungen können Sie sich gerne jederzeit an uns wenden. Sie erreichen NiO per Mail an info@nio-of.de oder telefonisch unter der Rufnummer: 069 / 8 00 58 - 801.
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
Artikel drucken
Als PDF anzeigen






