Vier neue elektronische Anzeigetafeln
Offenbach, den 10.12.2010, letzte Bearbeitung: 03.02.2012Mehr Service im Öffentlichen Nahverkehr: Vier neue elektronische Anzeigetafeln informieren ab
sofort über die Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen
Das Bürgerbüro im Rathaus war der erste von fünf geplanten Orten abseits einer Haltestelle, an dem im Juli eine elektronische Anzeigentafel mit so genannter dy-namischer Fahrgastinformation (DFI) installiert wurde. Nun sind auch die weiteren vier Anzeigetafeln angebracht worden: sie hängen im KOMM Einkaufszentrum, im Ringcenter, bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und im Städtischen Klinikum Offenbach. Auf den dort angebrachten 42-Zoll großen Bildschirm werden neben einer Umgebungskarte die jeweils nächstgelegenen Haltestellen und die dort abfahrenden nächsten Verbindungen mit Bus und Bahn dargestellt.
An den zentralen Umsteigestationen in Offenbach läuft der Betrieb DFI-Anzeigen mit Echtzeitinformationen bereits seit letztem Jahr. Durch den Abgleich des Soll-Fahrplans von Bussen und S-Bahnen mit der aktuellen Position des Fahrzeugs werden die tatsächlichen Ankunftszeiten ermittelt – also auch eventuelle Verspä-tungen direkt angezeigt. Diese Zeiten auf die sieben an zentralen Haltestellen aufgestellten elektronischen Anzeigetafeln zu bekommen, war der erste Schritt, den Offenbachs lokale Nahverkehrsorganisation NiO – Nahverkehr in Offenbach im Rahmen der Projektteilnahme an ICMA (Improving Connectivity and Mobility Ac-cess – Verbesserung von Anschluss und Zugang zu öffentlicher Mobilität) unternahm.
Die Einführung von DFI-Displays an publikumsreichen Orten abseits der Haltestel-len war dann der zweite Teil des durch die EU geförderten Projektes von NiO, bei dem es konkret darum geht, Mobilitätslücken auf dem ersten und letzten Kilometer der Reise zu schließen. Das Angebot richtet sich bewusst an die Zielgruppen der älteren und mobilitätseingeschränkten Personen. „Zu Beginn unserer Projektarbeit haben wir eine Befragung durchgeführt“ erläutert NiO-Geschäftsführerin Anja Georgi. „So fanden wir heraus, dass sich die Generation über 55 Jahren detaillierte Informationen zu Wartezeiten und Anschlussmöglichkeiten wünscht.“ Zum Beispiel beim Einkaufen oder nach Arztbesuchen. Vom neuen Service profitieren natürlich nicht nur Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sondern alle ÖPNV-Nutzer Offenbachs.
Die technische Basis für die Umsetzung von Echtzeit-Anzeigen
Zunächst wurden allen Bussen der Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH (OVB) mit einem GPS-basierten, so genannten „RBLlight“-System ausgestattet. Das Sys-tem errechnet sowohl die Position des Busses als auch die Fahrplanlage und er-mittelt so die tatsächliche Abfahrts- und Ankunftszeit. Die Daten werden automa-tisch an die Fahrplanauskunft des RMV übermittelt. Über den Server des RMV werden die Zeiten auf die DFI-Anzeigen übermittelt. Gleichzeitig sind sie über die Fahrplanauskunft im Internet auf www.rmv.de abrufbar. Technischer Partner für die Anzeigetafeln ist SoliDat. Die Firma aus Rödermark stellt die Displays, Technik und Software zur Verfügung. Während der zunächst auf zwei Jahre angelegten Laufzeit übernimmt SoliDat auch die Wartung der Anzeigetafel. Nach rund der Hälfte der Laufzeit soll eine erneute Bürgerbefragung Klarheit über den Service und die Funktionalität des DFI bringen.
Weitergehende Projektinformationen:
Das EU-Projekt ICMA hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist ein Teilprojekt des auf Nordwesteuropa begrenzten Programms INTERREG IVb. Unter dem Anspruch, „Mobilitätslücken“ für speziell ausgewählte Zielgruppen zu schließen und den ÖPNV so einfach und so attraktiv wie möglich zu gestalten, arbeiten im Rah-men von ICMA insgesamt elf Partner aus sieben nordwesteuropäischen Ländern zusammen. Jeder der Partner hat dabei einzelne, lokalspezifische Projekte identifiziert, um die Situation des ÖPNV vor Ort – und damit die individuelle Mobilität jedes einzelnen Bürgers – zu verbessern. Ziel ist es, von den jeweiligen Partnern zu lernen und eine „Wissensdatenbank“ über die Ergebnisse der Projekte zu schaffen. Insgesamt hat ICMA ein Projektvolumen von etwa 7,324 Millionen Euro. Hiervon entfallen auf Offenbach etwa 760.000 Euro, von denen rund 50 Prozent durch die EU getragen werden. Alles weitere zum Projekt unter www.nio-of.de oder unter www.amobilife.eu
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
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