Seniorenschulung von NiO mit reger Beteiligung
Offenbach, den 22.10.2010, letzte Bearbeitung: 03.02.2012Am 20 Oktober war es mal wieder soweit: Erneut lud die örtliche Nahverkehrsorganisation NiO – Nahverkehr in Offenbach zu ihrer ÖPNV-Schulung speziell für Senioren.

Veranstaltungsort dieses Mal war das Else-Herrmann Haus im Offenbacher Hessenring. Pünktlich zur Kaffeezeit versammelten sich knapp 40 rüstige Damen und Herren, um sich fit machen zu lassen für die sichere und bequeme Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Das besondere dabei: Die Schulung wurde – mit tatkräftiger Unterstützung von NiO-Mobilitätsberater Henryk Kata, im Wesentlichen von den ehrenamtlichen Busschullehrerinnen Adele Beyer und Gudrun Nitsche abgehalten. Die beiden Damen hatten sich vor rund einem Jahr im Rahmen des Projektes „Senioren schulen Senioren“ von NiO zu ehrenamtlichen Trainern ausbilden lassen.
Die Idee von Senioren-schulen-Senioren
… ist eine einfache: „Wer,“ so Anja Georgi, Geschäftsführerin der NiO, „könnte wohl besser erläutern, wie man in etwas gesetzterem Alter den ÖPNV trotzdem noch sicher und bequem nutzen kann, als Menschen aus eben dieser Altersgruppe.“ Das Konzept von ‚Senioren schulen Senioren’, hatte sie 2009 als Teil eines EU-Projektes ins Leben gerufen. Ziel dieser Senioren-Busschule ist es, „Menschen im besten Alter“, wie Anja Georgi ihre Zielgruppe nennt, die Scheu vor der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu nehmen, Zugangs-Barrieren im Kopf abzubauen und ihnen einen sicheren Umgang mit Bus und Bahn zu zeigen. „Wenn man es richtig macht“, so erklärte es dann auch Trainerin Nitsche, „kann man die Öffentlichen auch wenn man älter wird noch gut nutzen“. Immer wieder zeigte sich im Verlauf der Schulung, dass die älteren Menschen froh sind, in ihren ÖPNV-Lehrern Identifikationsfiguren aus der eigenen Altersgruppe zu haben.
So waren die Tipps der Trainerinnen, zunächst in der Theorie, später in der Praxis, wertvoll für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Beispielsweise erläuterte Adele Beyer den Vorteil des RMV-9 Uhr Tickets, das rund 20 Prozent günstiger ist als eine normale Wochen- oder Monatskarte und sich besonders für ältere Menschen, die oftmals eine freiere Zeiteinteilung haben, anbietet. Weiteres Beispiel für ein günstiges Ticket, das für Senioren sinnvoll sein kann, ist das „Hessen-Ticket“. Es lohnt sich, bei weiteren Ausflügen schon für zwei Personen. Auch klärte Beyer auf, welche Fahrkarten wo gekauft werden können, verwies an Busfahrer und die Mobilitätszentrale, gab aber auch Ratschläge für den Umgang mit dem Fahrkartenautomaten. Sie verwies auf Extra-Plätze im Bus für Menschen mit einem Rollator und zeigte später am praktischen Beispiel, wie es sich mit der Gehhilfe am sichersten einsteigen lässt: Nämlich rückwärts.
Dass die Teilnehmer zum Teil schon durchaus rege Nutzer des Offenbacher Nahverkehrs sind, zeigten die Nachfragen, Bedenken und Anmerkungen. Ängste vor Busfahrern, die schon losfahren bevor ein Platz eingenommen ist und Ärger über solche, die mit den Bussen nicht korrekt an die Haltestelle vorfahren, damit ein barrierefreier Einstieg auch wirklich möglich ist, wurden vom ebenfalls anwesenden NiO-Mobilitätsberater Henryk Kata ernst genommen und notiert. „Wir werden die Busfahrer bei den jährlichen Schulungen noch besser darauf sensibilisieren“, war sein Versprechen. Er riet aber auch dazu, sich bei konkreten Beschwerden über einen Fahrer oder einen Vorfall die Nummer des Busses, die Uhrzeit und am besten noch den Namen des Fahrers zu merken und dann telefonische der Mobilitätszentrale zu melden: „Nur dann können wir den betreffenden Fahrer gezielt ansprechen“, so Kata.
Insgesamt haben seit Beginn der speziellen Schulungen von NiO im Herbst 2009 rund 150 Seniorinnen und Senioren daran teilgenommen. „Ein sehr guter Erfolg“, wie Anja Georgi findet. Gleichzeitig kündigte die Geschäftsführerin an, dass NiO in 2011 erstmals drei Schulungen innerhalb des Programms der Volkshochschule Offenbach anbieten wird. Aber auch außerhalb dieser Zusatztermine ist es möglich, Schulungen zu vereinbaren.
Interessiert Personen oder Gruppen können sich hierzu bei Henryk Kata telefonisch unter 069 / 80 05 88 00 oder per Mail melden.
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