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„Tage der Industriekultur im Hafen: vom Industrieareal zum Kreativquartier", August 2010

Offenbach, den 06.09.2010, letzte Bearbeitung: 10.01.2011

Die diesjährigen „Tage der Industriekultur“, die bereits zum achten Mal von der KulturRegion Frankfurt RheinMain gGmbH organisiert wurden, endeten am Sonntag, 15. August. Das Projekt Hafen Offenbach (PHO) nahm auch 2010 an der Veranstaltungsreihe teil und präsentierte den Hafen als Ort mit Geschichte und Zukunft.

Wie kaum ein anderer Ort des Rhein-Main-Gebiets steht der Hafen Offenbach für den städtischen Wandel: Waren die Kais und Kräne einst ein Motor der Industrialisierung der Stadt, bietet das industrielle Flair des Hafens, in dem ein neues, urbanes Stadtquartier entsteht, heute vor allem der Kreativbranche Raum für neue Ideen.

Unter dem Titel „Alles im Fluss“ machte Hans-Georg Ruppel, ehemaliger Leiter des Stadtarchivs, am Sonntag seinen Rundgang durch den Hafen zu einem Erlebnis. Trotz des Regens waren fast 40 Interessierte gekommen, um sich von Herrn Ruppel etwas über die Offenbacher und ihr Verhältnis zu „ihrem“ Fluss erzählen zu lassen und mit ihm in die Geschichte des Hafens einzutauchen.

Neben dem Rundgang beteiligte sich das PHO mit weiteren Projekten an den „Tagen der Industriekultur Rhein-Main“: So liegt seit dem Wochenende im Hafen ein Ausstellungsschiff vor Anker: Die Kuratorin und Initiatorin mehrerer Kunst- und Musikprojekte in der Region, Anja Czioska, eröffnete am 13. August 2010 im Hafen Offenbach den neuen Ausstellungsort, die „Schute Vita“, mit einer feierlichen Schiffstaufe. Zusammen mit den Künstlern Eva Schwab (Malerei), Matthias Vatter (Skulptur), Eva Weingärtner (Video) und Dirk Baumanns (Performance) freute man sich an der Hafenmole über das neue Ausstellungsschiff, das Künstlern aus der Region als Bühne dienen soll. Die anschließende Live-Musikperformance der Künstler-Band „The Rockers“ bot eine klangvolle Interpretation des diesjährigen Themenschwerpunktes ‚Automatisierung’ und zog rund 150 Gäste aus der ganzen Region an.

Nur wenige hundert Meter entfernt bot sich ausgewählte Filmkunst für das cineastische Publikum: In Kooperation mit dem Verein suesswasser e. V., der das Kulturcafé Hafen 2 betreibt, präsentierte das PHO drei Filme zum Thema Automatisierung. Auf der großen Wiese des Hafen 2 zeigte man den Film „Automat“ (2009) des niederländischen Regisseurs Prosper de Roos, in dem Maschinen zum Leben erweckt werden. Im Anschluss sorgte der poetische Film-Essay „Made in Germany“ (2008) unter der Regie von Falk Peplinski für einen Hauch Science Fiction im Hafen. Den Abschluss des Filmabends bildete der zum Klassiker avancierte Film „Matrix“ (1999) der Kultregisseure Andy und Larry Wachowski, in dem Menschen gegen die Herrschaft der Maschinen kämpfen.

„Auch in diesem Jahr waren die Tage der Industriekultur ein voller Erfolg, und gerne hat sich das Projekt Hafen Offenbach erneut beteiligt“, so Daniela Matha, als Geschäftsführerin der Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG verantwortlich für die Entwicklung des Hafens Offenbach: „Das große Besucherinteresse zeigt, dass die Vergangenheit und die Zukunft des Hafens Offenbach ein Thema für die Menschen in der Region ist, das freut mich sehr.“