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„Bürgerinformationsveranstaltung“, Mai 2007

Offenbach, den 28.01.2008, letzte Bearbeitung: 13.08.2008

Hafen Offenbach: Planaufstellungsverfahren kurz vor dem Abschluss / Baubeginn voraussichtlich 2008.

Von Lärmschutz und Verkehrsführung über die Anbindung des Nordends und zukünftige Einkaufsmöglichkeiten bis zum Hochwasserschutz reichen die Themen, die den Offenbacherinnen und Offenbachern unter den Nägeln brennen. Rund 45 Interessierte waren am Mittwochabend zu einer Informationsveranstaltung in den Offenbacher Hafen gekommen. Sie wollten das Neueste über den aktuellen Entwicklungsstand und die weiteren Planungen des größten Immobilienprojekts der Stadt Offenbach erfahren.

Joachim Böger, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH und zuständig für das Projekt Hafen Offenbach, machte deutlich, dass er davon ausgehe, das Planaufstellungsverfahren noch in diesem Sommer abzuschließen und so endgültiges Baurecht für das Hafengelände zu erlangen. Die Investorengespräche liefen sehr gut und könnten dann umgehend in konkrete Verträge münden. Baustart könne demnach 2008 sein.

Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider betonte die Wichtigkeit des Hafenprojektes für die Stadt. „Es wird der Stadt und der ganzen Region einen wichtigen Impuls geben und für die zukünftigen Bewohner des neuen Viertels ebenso wie für die Anwohner des benachbarten Nordends einen Quantensprung in der Wohn- und Lebensqualität bedeuten“, so der Stadtoberste. Er zeigte sich überzeugt, dass Wohnraum in Offenbach zukünftig noch mehr nachgefragt werden würde, gerade in der attraktiven Wasserlage am Main. „Nur durch die konsequente Entwicklung unserer innerstädtischen Brachflächen kann Offenbach weiter wachsen und den laufenden Umstrukturierungsprozess von der gewerblich geprägten Stadt zum Wohnstandort in einer prosperierenden Rhein-Main-Region vorantreiben. Dazu gibt es keine Alternative.“

Böger malte seine Vision eines lebendigen Stadtteils: In einigen Jahren solle das Viertel auf dem Hafengelände ein fester Bestandteil Offenbachs sein, welcher sich in das Leben der Offenbacher integriert habe „und von dem die Offenbacher denken, dass er schon immer da war.“

Auf der Bürgerversammlung stellten die beauftragten Experten aus Ingenieur- und Planungsbüros dazu das städtebauliche und landschaftsplanerische Konzept vor und erläuterten die geplante Verkehrsführung sowie das Schallschutzkonzept.

Markus Grein, Büro FIRU, informierte darüber, dass im ersten von drei Bauabschnitten eine Mischnutzung aus Wohnen, Büro und Gewerbe sowie Nahversorgung und Gastronomie geplant sei. Der erste Bauabschnitt bezieht sich auf den östlichen Abschnitt zwischen dem Ende des Hafenbeckens und der Carl-Ulrich-Brücke. Hier soll neben Wohnen und Dienstleistung auch das urbane Zentrum des zukünftigen Stadtviertels mit Nahversorgung und gewerblicher Nutzung entstehen. Auf dem gesamten Baugebiet sind umfangreiche Grün- und Erholungsflächen vorgesehen. Begonnen werden soll im ersten Bauabschnitts mit der Errichtung der Infrastruktur.

Michael Volpert, Büro PGN, skizzierte dazu die geplante Verkehrsführung und machte deutlich, dass eine Erschließung des neuen Stadtviertels für alle Verkehrsarten – Kraftfahrzeuge, öffentlicher Nahverkehr, Fahrradfahrer, Fußgänger – gewährleistet werde. Die Verkehrsführung des heutigen Nordrings werde geändert, so dass neben der Erschließung des Hafenviertels insbesondere auch das Nordend eine bessere Verkehrsanbindung erhalte. Ein Knotenpunkt in Gestalt eines großen Kreisverkehrs soll darüber hinaus in Nähe der Carl-Ulrich-Brücke entstehen und alle Verkehrsströme und das zu erwartende Verkehrsaufkommen abwickeln.

Für das Verkehrskonzept interessierten sich die anwesenden Bürgerinnen und Bürger besonders, stellten zahlreiche Fragen und diskutierten angeregt mit Schneider, Böger und den anwesenden Planungsexperten. Weitere Fragen der Teilnehmer drehten sich vorrangig um das Schallschutzkonzept. Stadtplaner Grein stellte die vielfältigen Aufgabenstellungen des Lärmschutzes im neuen Stadtviertel dar. Neben Straßenlärm gelte es auch Fluglärm und Gewerbelärm zu beachten. Durch gezielte bauliche Maßnahmen wie etwa Gewerbebebauung an stärker lärmbelasteten Stellen oder eine abschirmende Riegelbebauung an der Nordseite werde man jedoch eine dämpfende Wirkung erzielen. Auch den Gewerbebetrieben auf der gegenüberliegenden Frankfurter Mainseite sei damit Genüge getan. Umfangreiche Schallschutzmessungen und -gutachten seien in die Planungen eingegangen.

2004 gab es eine erste Anhörung der Bürger und in 2006 fand die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange statt. Zahlreiche Anregungen waren eingegangen, die in eine Überarbeitung des Planes eingeflossen sind. Nachdem die öffentliche Auslegung des überarbeiteten Bebauungsplanes Anfang März durch den Offenbacher Magistrat und am 22. März durch die Stadtverordnetenversammlung gebilligt wurde, läuft derzeit die zweite Phase zur Beteiligung der Öffentlichkeit, die so genannte Offenlage: Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie die Träger der öffentlichen Belange haben seit dem 5. April noch einmal die Möglichkeit, den aktuellen Plan im Rathaus einzusehen. In diesem Rahmen fand auch die Bürgerinformationsveranstaltung statt.


Zahlen & Daten

Gesamtfläche:

Wasserfläche ca. 60.000 m²
Nettobauland ca. 140.000 m²
Grün- und Freiflächen ca. 46.000 m²
Verkehrsflächen ca. 70.000 m²

Gesamt-BGF ca. 310.000 m²
davon
Gewerbe ca. 220.000 m²
Wohnen ca. 70.000 m²
Einzelhandel ca. 20.000 m²

Mögliche Anzahl Bewohner ca. 500 – 1.000
Anzahl Arbeitsplätze ca. 8.000 – 10.000



Erster Bauabschnitt:

Gesamt-BGF ca. 110.000 m²
davon
Wohnen ca. 49.000 m²
Büro/Gewerbe ca. 48.000 m²
Nahversorgung ca. 13.000 m²