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Symposium 2007 "Erlebnisraum Stadt"

Offenbach, den 04.08.2008, letzte Bearbeitung: 13.08.2008

Ergebnisse des 5. Symposiums von Projekt Hafen Offenbach zum Thema "Öffentlicher Raum".

Die Gestaltung des öffentlichen Raumes, darin stimmten die Referenten überein, sei ein Balanceakt zwischen öffentlichen und privaten Interessen. Daher sei ein interdisziplinäres Herangehen an solch langfristig angelegte Projekte wie den Hafen Offenbach angeraten.

Beim fünften Symposium am 23. August 2007 im Hafen Offenbach drehte sich alles um das Thema öffentlicher Raum. Experten aus Architektur, Forschung und Politik diskutierten mit Vertretern der Immobilienszene künftige Gestaltungsmöglichkeiten von Städten und stellten bemerkenswerte neue Ansätze vor.

Der Architekt und bisherige Teamleiter des Bereiches für städtische Räume in Kopenhagen, Rune Christiansen, demonstrierte anhand aktueller Stadtentwicklungsprojekte im Kopenhagener Hafen wie wichtig es ist, aus Erfahrungen zu lernen und diese Erkenntnisse in die weitere Projektentwicklung einfließen zu lassen. Er sprach sich dafür aus, soweit es geht charakteristische Bausubstanz zu erhalten und sie für neue Wohn- und ewerbezwecke zu nutzen.

Prof. Franz Pesch, Direktor des Städtebau-Instituts der Universität Stuttgart, betonte die Wichtigkeit der sozialen Funktion öffentlicher Räume. Besondere Bedeutung komme nicht nur einer aktiven Gestaltung mit z. B. attraktiven Geschäften, Cafés und kulturellen Einrichtungen zu, sondern auch der Detailorientierung bei der
Planung des öffentlichen Raumes bis hin zur Auswahl der Pflastersteine, der Sitzbänke und der Bepflanzung. Er verwies auf zahlreiche historische Beispiele, die gerade deshalb so erfolgreich bis heute funktionieren, weil sie ein harmonischer Teil der gesamten Stadt sind und unterschiedliche Stadtviertel verbinden, anstatt sie zu trennen.

Das Licht und die Notwendigkeit zur Schaffung hoher visueller Qualität im Stadtraum stellte der Lichtdesigner Michael Batz in den Vordergrund seines Vortrags.

Ein Immobilienvorhaben brauche mehr als einen Masterplan und architektonische Lösungen, forderten Rupali Steinmeyer von MetaDesign, Berlin und Architekt Siegfried Wernik von Léon Wohlhage Wernik Architekten GmbH, Berlin. Sie übten Kritik an der oftmals zu wenig ganzheitlichen Herangehensweise an Bauprojekte. Marketingexperten müssten ihrer Ansicht nach von Anfang an eingebunden werden, um das Besondere und das Einzigartige des jeweiligen Bauprojektes hervorzuheben.

Die Experten sprachen sich auf Basis ihrer unterschiedlichen Erfahrungen und ihres jeweiligen Fachwissens unisono für einen Weg der Qualität aus. Dem Projekt Hafen Offenbach gab die Symposiums-Veranstaltung einmal mehr wertvolle Impulse für die eigenen weiteren Planungen und bestätigte die Verantwortlichen in ihrem Vorgehen. Um die gewünschte Qualität tatsächlich zu realisieren sind aus Sicht der Referenten folgende Faktoren notwendig:

Die zukünftige Lebensqualität eines Stadtviertels muss die Leitidee und Grundlage der städtebaulichen Planung darstellen. Erkenntnisse, vor allem aus den erfolgreichen Beispielen europäischer Stadtkultur im Hinblick auf die Qualität des öffentlichen Raumes, sind ausreichend vorhanden, erfordern jedoch ein konsequentes Projektmanagement über alle Entwicklungsstufen eines Immobilienprojektes hinweg. Parks, Plätze, Sichtachsen, und der freie Zugang zum Wasserufer sind Teil des europäischen Lebensgefühls.

Architektonische Solitäre, reine Wohngebiete ohne Versorgungsinfrastruktur und Freizeitmöglichkeiten, ein monotoner Baustil und eine Monostruktur im öffentlichen Raum verhindern die Entwicklung eines lebendigen Stadtteils. Erfolgreiche Stadtentwicklung in Hafengebieten erfordert einen ausgewogenen Mix, der auch gegen Widerstände kurzfristiger Ertragsoptimierung durchgesetzt werden muss, damit das zukünftige Quartier langfristig erfolgreich ist. Gerade die Mischung aus Alt und Neu, aus geschäftiger Aktivität und Ruhe, Dichtheit und Auflockerung ist entscheidend. Anfängliche Projektwiderstände können sich daher oft als wichtige Hinweise herausstellen und bei geschickter Integration zur Lebendigkeit eines zukünftigen Hafengebietes beitragen.

Die neue Lust am Stadtraum stellt eine enorme Chance für Innenstädte dar. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien und die Mobilität der Arbeitnehmer in Zukunftsbranchen haben den traditionellen Stadtraum ersetzbar gemacht. Die Auflösung des Gegensatzes von Kernstadt und Peripherie, die Entstehung großer Einkaufszentren, die privaten Raum als öffentlichen Raum dekorieren und in ihrer Monostruktur Städte vielmehr zerschneiden, als verbinden, haben ebenfalls ihren Beitrag dazu geleistet. Und doch lassen sich Tendenzen beobachten, dass eine Rückeroberung des öffentlichen Raums als „öffentliche Bühne“ stattfindet. Bürger suchen die Inszenierung auf öffentlichen Plätzen, Kreativität und hohe Qualität im Detail bei der Ausgestaltung dieser Stadträume.

Auch bei der Gestaltung mit Licht in öffentlichen Räumen ist eine Gesamtkonzeption und Qualität gefragt. Die Definition des Charakters einer Stadt kann nicht den Lichtaktivitäten des Handels und dem Zeitgeist städtischer Straßenbeleuchtung überlassen werden. Das Spiel von Licht und Schatten, die Priorisierung von Bedeutungskernen innerhalb einer Stadt und die Schaffung von Blickachsen lassen die Identität und den Charakter einer Stadt auch in der Nacht erfahrbar werden. Eine professionelle, optimierte Lichtplanung kann dabei zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs führen.

Erfolgreiche Immobilienprojekte haben eine eigene Identität. Ihr Markenkern besteht dabei aus der spezifischen, möglichst maßgeschneiderten Aufgabenstellung, die ein Immobiliengebiet erfüllen soll. Ähnlich wie Konsumgüterprodukte und Dienstleistungsunternehmen erfordert das Management der Identität von Immobilienprojekten einen strategischen Prozess und strikte Markendisziplin. Erfahrungen haben gezeigt, dass das Ergebnis daraus deutliche Wertsteigerungen sein können.

Die Ergebnisse der Veranstaltung sind als einzelne Publikationen beim Hafen Offenbach erhältlich.

Weitere Informationen erhalten Sie gerne bei

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Christine Clöß
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