Fragen und Antworten zum Bau des Sparda-Bank-Hessen-Stadions
Offenbach, den 30.03.2011, letzte Bearbeitung: 24.05.2011Ob Größe, Bauzeit oder Besonderheiten – zu den am häufigsten gestellten Fragen im Rahmen des Stadionbaus am Bieberer Berg haben wir hier jetzt für Sie die entsprechenden Antworten zusammengestellt.
Architektur und Atmosphäre:
Wie wird das Stadion aussehen? Was verändert sich im Vergleich zum alten Stadion?
Auf der Grundfläche des alten Stadions wird ein Vier-Tribünen-Stadion im englischen Stil errichtet. Die dominierende Farbe des Stadions wird – in Anlehnung an den Verein – Rot sein. Das Stadion erhält eine Flutlichtanlage auf dem Dach, die die Spielfläche gleichmäßig und modern ausleuchtet und den Kriterien der 2. Bundesliga entspricht. Überlegungen zum symbolischen Erhalt eines der für den Bieberer Berg charakteristischen Flutlichtmasten laufen derzeit noch.
Eine Anzeigentafel/Videotafel ist in Planung; die Details werden noch geklärt.
Neu ist die Integration einer Sparda-Bank-Filiale im Versorgungstrakt, die unabhängig vom Spielbetrieb erreichbar ist.
Wie groß wird das Stadion werden?
Das zukünftige Sparda-Bank-Hessen-Stadion wird eine Kapazität von ca. 20.500 Zuschauern haben (etwa 10.100 Stehplätze, 10.500 Sitzplätze + Logen und Business-Bereich). Für die Gegentribüne (heute Waldemar-Klein-Tribüne) sind 8.500 Stehplätze vorgesehen; das sind nach der aktuellen Genehmigungsnorm fast 2000 Plätze mehr als heute. Die kompakte Bauweise des Stadions ermöglicht es, dass das Sparda-Bank-Hessen-Stadion ungefähr die gleichen Ausmaße wie das heutige Stadion haben wird.
Wird die besondere Atmosphäre des Stadions erhalten bleiben?
Der selten gewordene, rein englische Stil mit vier voneinander getrennten Tribünen bleibt bestehen; ebenso die reine Stehplatztribüne auf der Gegengeraden. Die Tribünen werden so nah wie möglich am Spielfeld und so steil wie möglich gebaut. Zukünftig wird es einen besonders hohen Stehplatzanteil geben.
Der Vorplatz wird als öffentlich zugänglicher Platz mit Ein- und Ausfahrt zur Bieberer Straße gestaltet. Von dort sind ganztägig und auch am Spieltag die Filiale der Sparda-Bank, der Fanshop, die Geschäftsstelle des OFC und die Handelsflächen zu erreichen.
Gibt es wieder Stehplätze auf der Gegentribüne?
Ja, diese Anforderung ist in die Ausschreibung eingeflossen: Es wird 8.500 Plätze geben, das sind nach der aktuellen Genehmigungsnorm fast 2000 mehr als heute.
Die restlichen ca. 1.500 Stehplätze entstehen im Gast- und Business-Bereich.
Werden die Tribünen überdacht sein?
Die gesamte Tribünenanlage, insbesondere alle Steh- und Sitzplätze werden durch ein Tribünendach geschützt. Die stützenfreie Dachkonstruktion gewährt in der ersten Ausbaustufe eine freie Sicht auf das Spielfeld.
Wird das neue Stadion barrierefrei sein?
Rollstuhlplätze werden auf der Haupttribüne eingerichtet und mit eigenen Zugängen über Rampen und naheliegenden Behinderten-WCs ausgestattet. Zudem wird es für Rollstuhlfahrer zwei Aufenthaltsräume zum Aufwärmen geben. Die Haupttribüne wird über einen Aufzug verfügen.
Gibt es Ausbaustufen des Stadions? Wenn ja, welche?
Ursprünglich war in der Ausschreibung eine Gesamtkapazität von 18.000 Zuschauern gefordert. In einer ersten Ausbaustufe können durch die kompakte Bauweise heute schon ca. 20.500 Zuschauer untergebracht werden. Eine weitere Aufstockung um 2.700 Plätze ist bei Bedarf möglich. Diese würden als weitere Sitzreihen über den heutigen obersten Reihen installiert werden.
Welche Besonderheiten hat das Stadion noch?
In der Haupttribüne wird eine Kinderbetreuung eingerichtet, die am Spieltag von allen Zuschauern genutzt werden kann.
Totalübernehmer:
Welcher Totalübernehmer wird das Projekt betreuen?
Die Bremer AG, ein mittelständisches Unternehmen aus Paderborn, wird das Bauprojekt als Totalübernehmer betreuen. Damit werden alle Planungsaufgaben und Ausführungsleistungen aus einer Hand gewährleistet.
Warum wurde die Bremer AG ausgewählt?
Die Bremer AG hat im vorgegebenen Budget von 25 Millionen Euro das beste Leistungspaket hinsichtlich Ausstattungsgrad, Anordnung der Funktionen, Erschließung, Erweiterbarkeit und Betriebskosten angeboten.
Für den Siegerentwurf sprachen vor allem folgende Punkte:
o überzeugende Funktionalität der Abläufe im Stadion für Zuschauer und Betrieb
o bessere Anordnung der Raumfunktionen im Gebäude
o zum Standort passende Architektur, die das Stadion auch von außen klar erkennbar macht
o höhere Ausstattungsgrad für das Stadion, z.B. große Videowand, komplette technische Ausrüstung etc.
o gute Vermarktungschancen durch Eventflächen und Erweiterbarkeit
o in der ersten Ausbaustufe keine Stützen in den Zuschauerrängen
Zudem verfügt die Bremer AG über gute Erfahrungen beim Stadionbau während des laufenden Betriebs. Eine aktuelle Referenz ist die neue Haupttribüne des Auestadions Kassel.
Wie viel wird das Stadion kosten?
Das geplante Investitionsvolumen für das Stadion beträgt 25 Millionen Euro netto. Diese Vorgabe wurde vom Totalübernehmer eingehalten. Der Stadionentwurf hat aus unserer Sicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis – das meiste Stadion für das vorgegebene Budget.
Bau
Welches Bauverfahren wird angewendet?
Das Sparda-Bank-Hessen-Stadion wird in Fertigteilbauweise gebaut. Dabei werden ca. 3000 Stahlbetonfertigteile verarbeitet. Dieses Verfahren hat eine Reihe von Vorteilen:
o Erweiterbarkeit bei geringem Aufwand (Option auf weitere 3.000 Plätze)
o kurze Bauzeiten
o größere Anlehnung an den englischen Stil.
Wann wird der Bau beginnen, und mit welcher Bauzeit ist zu rechnen?
Die Abrissarbeiten am Bieberer Berg haben im Februar 2011 begonnen. Die Fertigstellung des Sparda-Bank-Hessen-Stadions ist für Sommer 2012 vorgesehen. Details zum Bauverlauf finden Sie im Bauzeitenplan.
Wie läuft der Bau des neuen Stadions ab?
Die Baumaßnahme findet während des laufenden Spielbetriebs statt. Der Vorteil: Die Gesamtbauzeit kann auf diese Weise deutlich reduziert werden. Ganz ohne Einschränkungen für alle Beteiligten wird es daher nicht gehen.
Sichergestellt ist, dass während der gesamten Maßnahme ausreichende Zuschauerplätze an den Spieltagen nutzbar sind. Die Eingangssituation wird während der Bauzeit mehrfach verändert werden müssen.
Die Beeinflussung des Spielbetriebs wird so gering wie möglich gehalten (z. B. Hauptbaumaßnahmen in der Sommerpause). Der OFC plant, ein VIP-Zelt zu errichten; die Kioske etc. werden mobil aufgebaut.
Wurden die Wünsche der Fans berücksichtigt?
Bereits im Vorfeld der Ausschreibung wurden die Wünsche der Fans in enger Zusammenarbeit mit der IG Stadionbau dokumentiert und genau analysiert. Alle sinnvollen und machbaren Vorstellungen wurden in die Ausschreibung integriert und werden jetzt auch umgesetzt. Neben dem starken Wunsch nach einem Vier-Tribünen-Stadion wurde auch an den Erhalt von Traditionellem gedacht. So wird zum Beispiel das Nuber-Denkmal während der Bauzeit eingelagert und später an geeigneter Stelle wieder aufgestellt.
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