Modellregion Elektromobilität
Erstes Offenbacher Modellprojekt Elektromobilität am Start: ESO mit Hybrid-Müllfahrzeug im Einsatz
Der Startschuss ist gefallen - es geht los: Das Hybridfahrzeug der ESO GmbH ist das erste elektrisch betriebene Müllsammelfahrzeug im Rahmen der Leitstelle Elektromobilität Rhein-Main in Offenbach.
Die Leitstelle arbeitet im Rahmen des Bundesförderprogramms Modellregion, einer mit insgesamt 115 Mio. Euro aus dem Zweiten Konjunkturpaket ausgestattete Initiative des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).
Stadtrat Paul-Gerhard Weiß präsentierte gemeinsam mit dem SOH- und ESO Geschäftsführer Peter Walther, dem ESO Geschäftsführer Markus Patsch sowie Volker Lampmann, Leiter der Leitstelle Elektromobilität Rhein-Main, die bei der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH angesiedelt ist, das erste auf Hybridbasis angetriebene Müllfahrzeug in Offenbach. Das ESO-Hybridfahrzeug wird den hohen Erwartungen gerecht, die auch allgemein mit den Offenbacher Projekten der Modellregion Elektromobilität verknüpft sind: Es ist deutlich leiser als ein herkömmliches Müllfahrzeug, es verursacht deutlich weniger Abgasemissionen und es verbraucht weniger Sprit. Damit leistet es als Pionier der elektrisch betriebenen Nutzfahrzeuge in Offenbach einen erheblichen Beitrag zu einer nachhaltigen Steigerung der Lebensqualität in Offenbach.
Innovativer Antrieb trifft neue Press-Technik
Das Müllauto ist aufgrund der Hybridtechnologie mit Akkus zum elektrischen Antrieb und mit einem 290 PS starken Dieselmotor ausgestattet. Der Dieselmotor liefert die Energie für das Anfahren des Müllsammelfahrzeuges, die Sammelstrecken von Tonne zu Tonne fährt das Müllauto elektrisch. Und so funktioniert die gekoppelte Technologie des Hybridantriebs: Bei jedem Halt an der Mülltonne laden sich die hinter dem Führerhaus eingebauten Akkus mit der beim Bremsvorgang neu gewonnenen Energie wieder auf. In wenigen Worten zusammengefasst wird beim Fahren Strom verbraucht, beim Bremsen Strom gewonnen und beim Halten Strom geladen. Dieses Prinzip ist besonders effektiv im innerstädtischen Bereich, wo die Mitarbeiter der ESO nur kurze Strecken von Tonne zu Tonne fahren.
Die Umweltbilanz der neuen Technik ist sehr gut: 33 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch, und gut 30 Prozent weniger CO2-Emission kann das Hybridfahrzeug verzeichnen. „Rundum positiv“, wie Markus Patsch findet. „Damit leistet das Fahrzeug der ESO einen guten Beitrag zum Klimaschutz in Offenbach und auch zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Stadt.“ Denn hinzu kommt auch noch, dass das Fahrzeug deutlich leiser ist, als seine dieselbetriebenen Arbeitskollegen. Dank der überwiegend elektronischen Antriebstechnologie ist der Hybrid gut 15 Dezibel leiser. Ein Vorteil, der neben den Bürgerinnen und Bürgern auch den Mitarbeitern der ESO Entsorgung zu Gute kommt.
310.000 Euro investierte ESO in die neue Technik. Das BMVBS fördert davon Kosten, die beispielsweise für Schulungsmaßnahmen, Reparaturarbeiten und Forschungstätigkeiten in Bezug auf den innovativen Antrieb anfallen. „Der geringere Treibstoffverbrauch und vor allem die ökologischen Pluspunkte haben uns davon überzeugt, dass es richtig ist, mit diesem Projekt innerhalb der Modellregion Rhein-Main teilzunehmen“ erläutert Markus Patsch weiter. Interessant aus Sicht der ESO ist an dem Fahrzeug neben der neuen Antriebstechnologie auch, dass es die so genannte „Drehtrommeltechnik“ mit sich bringt. Rund statt eckig präsentiert sich das Heck des Fahrzeugs. Der gesamte Ladebereich des Müllfahrzeugs ähnelt auf den ersten Blick eher einem Betonmischer und dient als Stauraum für den geladenen Abfall. Im Inneren des Fahrzeugs wird der aufgeladene Abfall nicht durch Hydraulik betriebene Mechanismen verpresst, sondern im drehenden Zylinder mittels Schnecke ins Innere befördert. Durch die Drehbewegung wird das geladene Material permanent weiter nach innen geschoben und verdichtet, so dass die empfindliche Hydrauliktechnik für die üblichen Pressen überflüssig wird.
ESO-Hybrid im Einsatz
Eingesetzt wird das neue Fahrzeug ab dem 21. Februar turnusmäßig in der Innenstadt, um dort die grauen Restmülltonnen zu leeren. In den nächsten Wochen und Monaten werden die Mitarbeiter der ESO testen, wie sich das Fahrzeug im Echtbetrieb bewährt. Wer sich das Fahrzeug und die neue Technik aus der Nähe betrachten will, kann dies am Samstag, den 19. Februar auf dem Aliceplatz in Höhe des KOMM tun. In der Zeit von 11:00 bis 14:00 Uhr informieren Mitarbeiter der ESO und der bei der SOH angesiedelten Projektleitstelle Elektromobilität über das neue Hybridfahrzeug und die weiteren E-Mobilitätsprojekte der Modellregion.
Die Leitstelle Modellregion Elektromobilität Rhein-Main
Verantwortlich für die gesamte Modellregion Rhein-Main ist die Projektleitstelle Elektromobilität, die bei der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) angesiedelt ist und unter der Leitung von Volker Lampmann steht. Allein in Offenbach werden derzeit doch weitere Projekte im Rahmen der BMVBS-Förderung betrieben, die alle im anberaumten Förderzeitraum bis Ende des ersten Halbjahres 2011 zur Umsetzung gebracht werden. In der gesamten Modellregion Rhein-Main sind es 16 Demonstrationsvorhaben, die der Zielsetzung des Gesamtprogramms folgen: Allesamt Pionier- und Pilotprojekte, die aufzeigen sollen, dass E-Mobilität, bei der zunehmend regenerative Energie genutzt wird, in Verbindung mit nachhaltigen Lebens- und Energiewelten, die wirtschaftliche Entwicklung der Rhein-Main Region ebenso voranbringt, wie die Lebensqualität. Dabei widmen sich alle Projekte der Marktvorbereitung und werden durch entsprechende technische und sozialwissenschaftliche Begleitforschung gestützt.
Die Leitstelle Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main ist seit Beginn der Förderperiode im Sommer 2009 bei der SOH angesiedelt. Frühzeitig hatte man sich um die Übernahme der Leitstelle beworben, nachdem die Region Rhein-Main aus über 130 Bewerbungen als Modellregion ausgesucht worden war.
Die Regionen, die sich am Bundesförderprogramm Modellregionen Elektromobilität beteiligen, werden von der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie koordiniert.
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