Modellregion Elektromobilität
Elektromobilität erfasst alle Verkehrswege: Modellregion Rhein-Main kommt von Offenbach aus in Fahrt
Die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main versetzt den Ballungsraum nachhaltig in Bewegung. Die Regionale Projektleitstelle, die bei der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH) angesiedelt ist, koordiniert Projekte, die nahezu alle Formen der E-Mobilität auf den Weg bringen: von E-Rollern und Pedelecs (Elektrofahrräder) über Elektro- und Hybridbusse sowie Elektroautos bis hin zur Erprobung von Hybridnutzfahrzeugen. Ziel der Pilotprojekte ist es, aufzuzeigen, dass E-Mobilität, bei der zunehmend regenerative Energie genutzt wird, in Verbindung mit nachhaltigen Lebens- und Energiewelten, die wirtschaftliche Entwicklung der Region Rhein-Main ebenso voranbringt wie die Lebensqualität.
Das Förderprogramm „Modellregionen Elektromobilität“ ist ein mit 115 Millionen Euro aus dem zweiten Konjunkturpaket ausgestattetes Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS). Modellregionen übergreifend wird das BMVBS Programm von der NOW GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) koordiniert.
„Das Rhein-Main-Gebiet, eine der bundesweit wirtschaftsstärksten Metropolregionen, ist als nationale wie internationale Verkehrsdrehscheibe von zentraler Bedeutung. Dadurch eignet sich die Region optimal, um E-Mobilität auf den unterschiedlichsten Ebenen umzusetzen – wirtschaftlich und auch gesellschaftlich“, sagt Volker Lampmann. Der Geschäftsführer der Offenbacher Verkehrsbetriebe GmbH (OVB) hat am 1. April 2010 die Leitung der Regionalen Projektleitstelle Elektromobilität für die Modellregion Rhein-Main übernommen.
„Aus 130 Bewerbungen wurde Rhein-Main im vergangenen Jahr als eine von acht Modellregionen vom Bundesverkehrsministerium ausgewählt“, erläutert Oberbürgermeister Horst Schneider. Durch die frühzeitige Initiative des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK) in Zusammenarbeit mit der Stadt Offenbach, der SOH und anderen Partnern gelang es im Sommer 2009, die Projektleitstelle für Rhein-Main bei der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH anzusiedeln. Seitdem hat die Regionale Leitstelle ein umfassendes Konzept entwickelt und Beziehungen zu neuen Partnern aufgebaut. Nun geht es an die Realisierung der Projekte und das gesamte Rhein-Main-Gebiet nimmt nachhaltig Fahrt auf.
Unter dem Label ZEBRA (Zukunft Elektromobilität: Beispielhafte Regionale Anwendungen) arbeitet die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main eng verzahnt mit dem Projekt „Hessen – Modellland für die nachhaltige Nutzung von Elektroautos“ der hessischen Nachhaltigkeitsstrategie.
„Durch das ZEBRA-Projekt hat Hessen eine reale Chancen zum Modellland für die nachhaltige Nutzung von Elektromobilität in Deutschland zu werden“, führt die hessische Wissenschaftsministerin Kühne-Hörmann aus. Das HMWK hat für die Elektromobilität die Federführung unter den hessischen Ministerien.
„Die bei der SOH angesiedelte Leitstelle Elektromobilität bedeutet für die Stadt Offenbach eine einmalige Chance“, betont Schneider weiterhin. Das Projekt könne die Position Offenbachs in Rhein-Main und auch bundesweit erheblich verbessern: „Als eines der wichtigsten Zukunftsthemen bietet die E-Mobilität ganz neue ökonomische Möglichkeiten und ist damit auch für die Offenbacher Wirtschaft von hohem Interesse. Mit Honda Europe und Hyundai Europe gibt es in Offenbach zwei internationale Autokonzerne, die sich intensiv mit Elektro- und Hybridtechnologie befassen. Darüber hinaus ist mit der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH ein Institut in Offenbach angesiedelt, das sich mit 450 Ingenieuren mit dem Thema Elektrizität und auch Elektromobilität befasst und mit allen wichtigen Akteuren dieser Felder weltweit vernetzt ist.“, führt Schneider aus. „Mit dem Engagement für die Modellregion unterstreiche die einstige Industriestadt ihr Image als moderner Standort im Wandel und trage aktiv zur Wirtschaftsförderung bei.“
„Eine klimaverträgliche Mobilität senke auch die Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung, wovon gerade die Bürgerinnen und Bürger mitten im Ballungsraum profitierten. Der Einsatz von E- Mobilität in Verbindung mit regenerativen Energien sei ein hervorragendes Beispiel umweltverträglichen und zukunftsgerichteten wirtschaftlichen Handelns, bei dem es nicht um kurzfristige Effekte, sondern um Nachhaltigkeit geht, um auch für zukünftige Generationen gute Lebensgrundlagen zu erhalten“, so Birgit Simon Dezernentin für Umwelt, Energie und Mobilität.
„Wir bilden Deutschland im Kleinen ab“
„Wir machen Angebote für nahezu alle Verkehrswege und sind damit beispielhaft für das gesamte Bundesgebiet“, kündigt Lampmann an. Ein wichtiger Baustein ist dabei die sogenannte ECO-Style-Buslinie 103, die die Städte Frankfurt, Offenbach und Mühlheim verbindet: „Entlang dieser Strecke wollen wir aufzeigen, wie Elektromobilität im Alltag funktioniert“, so Lampmann. Der Einsatz eines Batteriebusses, Pedelecs (Elektrofahrräder) und E-Fahrzeuge im Carsharing gehört ebenso dazu wie die Einbindung des Neubaugebiets „An den Eichen“ mit Energie-plus-Häusern.
Innovative Pläne reichen vom Müllhybridfahrzeug bis zum Sportwagen
In der gesamten Modellregion sind Ladestationen bei Stadtwerken und Energieversorgern geplant, um einen möglichst großflächigen Zugang zu ermöglichen. Ein Projekt ist beispielsweise der Aufbau einer innovativen Elektrotankstelle mit Schnellladung auf dem SOH-Firmengelände in der Senefelder Straße 162.
So kann E-Mobilität buchstäblich das gesamte Rhein-Main-Gebiet bewegen – und zwar auf fast allen Verkehrswegen. „Die bei uns eingegangenen Anträge betreffen neben der Metropolregion Rhein-Main auch Nordhessen mit einem Schwerpunkt in Kassel“, verdeutlicht Volker Lampann. Müllhybridfahrzeuge in Offenbach und Darmstadt gehören ebenso zu den Vorhaben wie ein Hybridschienenbus, der die Modellregionen Rhein-Main und Stuttgart verbindet oder der Einsatz von Pedelecs für Berufspendler in den Innenstädten.
„Unsere Erprobung eines E-Carsharing-Systems für E-Autos ist für Deutschland beispielhaft“, sagt Lampmann: An den wichtigsten Fernbahnhöfen in der Modellregion Rhein-Main sollen Elektroautos für die Anschlussmobilität ab den Bahnhöfen bereit stehen. Die DB Fuhrparkgruppe arbeitet bereits eng mit den ortsansässigen Stadtwerken zusammen.
Zusammenfassend über alle Bausteine in der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main gibt es zudem eine gemeinsame technische und sozialwissenschaftliche Begleitforschung, die zum Ziel hat, Rückschlüsse auf Nutzerakzeptanz und Alltagstauglichkeit von Elektromobilitätsanwendungen zu ziehen.
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