Die Leibnizschule heizt zukunftsfähig mit Holzpellets
Offenbach, den 06.02.2007, letzte Bearbeitung: 09.02.2007Mit der Einweihung der Holzpelletsanlage in der Leibnizschule erhält das Gymnasium in der Offenbacher Parkstraße eine überregional vielbeachtete Pelletskesselanlage, die die Räume des denkmalgeschützten Altbaus mit klima- und ressourcenschonender Bioenergie erwärmen wird. Nach einer Planungs- und Bauzeit von rund einem Jahr und Baukosten von rund einer Million Euro haben Oberbürgermeister Horst Schneider, Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß, Stadtkämmerer Michael Beseler, und Renate Stiebing, Direktorin der Leibnizschule, der interessierten Öffentlichkeit die Heizung präsentiert.
Im Mittelpunkt der Vorstellung der neuen Holzpellets-Heizungsanlage am Gymnasium in der Parkstraße stand nicht nur die Technik, auch Hausmeister Klaus Pfannkuchen fand bei den interessierten Gästen herausragende Beachtung, wird er doch die neue Technik in der Leibnizschule bedienen. Zusammen mit dem Ingenieur Helmut Kläs, federführend bei der baulichen Umsetzung der klimatechnischen Maßnahme, führte er die Gäste durch die Katakomben der Leibnizschule, die wegen der herrschenden warmen Temperaturen und der Leistungsfähigkeit der neuen Anlage aus dem Staunen kaum herauskamen. Mit der kleinen Menge von 200 Gramm Holzpellets können durch die Anlage etwa zehn Liter Wasser zum Kochen gebracht werden, der Nutzer kann etwa vier Minuten Duschen oder sein Passivhaus bei einer Außentemperatur von minus zwölf Grad Celsius eine halbe Stunde lang beheizen. Eine Tonne Pellets entsprechen somit 500 Litern Öl, bezogen auf die Heizleistung. Dementsprechend sind die Dimensionen in einer Schule mit 22 Klassenräumen und mit einer Gesamtfläche von 5.400 Quadratmetern anders gestaltet und bedurften einer genauen Planung. Mit der Abwicklung der Baumaßnahme war die Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH (EEG) betraut.
Die neue Kesselanlage hat eine Nennwärmleistung von 320 KW und das erforderliche Pelletslager eine Füllmenge von 24 Tonnen. Um einen wirtschaftlichen und gleichmäßigen Heizbetrieb zu gewährleisten, wurden vier Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von 8000 Litern installiert. Die Brennstoffzuführung erfolgt vollautomatisch mittels Förderschnecken, die Austragung der sehr geringen Restaschenmenge erfolgt ebenfalls automatisch. Im Fall eines technischen Defektes oder bei Lieferengpässen der Pellets steht als Ersatz ein Ölbrenner mit Reserven für mehrere Tage zur Verfügung. Zur Beheizung des Schulgebäudes wurden 180 Flächenheizkörper als Röhrenradiatoren installiert. Die Beheizung der Turnhalle erfolgt nun mittels Deckenstrahlheizung. Für die Warmwasserversorgung der Duschen wurde ein neuer Warmwasserbereiter im Technikraum der Turnhalle errichtet, der mittels Pumpenwarmwasser erwärmt wird. Die Sanierung war dringend notwendig, denn die alte Nachtspeicherheizung war mit 30 Jahren überaltert und die Anlagenteile konnten nur provisorisch ersetzt werden. Der Magistrat der Stadt Offenbach beschloss bereits im Dezember 2004 bei wesentlichen Umbauten und Neubaumaßnahmen an öffentlichen Gebäuden den Einsatz erneuerbarer Energien nach maximal möglichen baulichen Aspekten zu berücksichtigen. Der Umbau der Heizungsanlage an der Leibnizschule könnte ein Paradigma für dieses Vorhaben darstellen, denn der klimarelevante CO2-Ausstoß würde sich bei diesem Projekt um etwa 95 Prozent reduzieren.
Oberbürgermeister Horst Schneider, ehemals Schüler der Leibnizschule, sieht in der Eröffnung der modernen Holzpellets-Anlage einen „Quantensprung an Heiztechnik“ an seiner ehemaligen Schule verwirklicht. Gerade angesichts des aktuellen veröffentlichen globalen Klimaberichts bezeichnete er das Projekt, als „eine gute Botschaft, dass Offenbach an der Energiewende teilnimmt.“ Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß sieht in dem Sanierungsvorhaben ein Vorhaben verwirklicht, was in seiner Nachhaltigkeit an anderen Schulen in Offenbach nachvollzogen werden könnte, die Anlage im Altbau sei „nachhaltig gebaut und aus ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll.“ Die Direktorin der Leibnizschule, Renate Stiebing, betonte in ihrer Ansprache die perfekte Planung und Durchführung der Umbaumaßnahme durch die EEG, denn der Unterricht war durch das Projekt kaum eingeschränkt. Sie bedankte sich anschließend besonders bei Hausmeister Klaus Pfannkuchen, der laut der Schulleiterin bei „der Planung die Sicherheit der Schüler immer im Auge und ein großes Gespür für das Gebäude“ hatte. Anschließend wurden die wohltemperierten Gäste zu einer Besichtigung der Pelletskesselanlage eingeladen. Hausmeister Klaus Pfannkuchen bedauerte zwar die milden Außentemperaturen, denn unter diesen Bedingungen könne man natürlich die Kapazitäten einer solchen Heizungsanlage nicht vorführen, aber als Beteiligter war man von der Holzpellettsanlage trotzdem entflammt.
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