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Jahresabschluss 2005: SOH- Konzern weiter auf Erfolgskurs

Offenbach, den 30.08.2006, letzte Bearbeitung: 11.07.2008

Die Stadtwerke Offenbach Holding hat trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen und einer schwachen Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft im Berichtsjahr 2005 ein Ergebnis in Höhe von 11,66 Mio. Euro erzielt. Viele Konzerngesellschaften haben ihre Ergebnisse verbessert.

Das gute Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2005 ist vor allem auf das außerordentliche Beteiligungsergebnis der EVO Energieversorgung Offenbach AG sowie auf konzerninterne Umstrukturierungen zurückzuführen. Die EVO AG schüttete insbesondere aufgrund des Verkaufs der Anteile an der 3T Telekommunikationsgesellschaft mbH gegenüber dem Vorjahr 6,1 Mio Euro mehr an die SOH aus. Auch der Veräußerungsgewinn in Höhe von 3,5 Mio. Euro für den Verkauf von 49 % der Anteile an der ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft an den Kooperationspartner Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG zum 01.01.2005 beinflusste das Konzernergebnis positiv. Bereinigt um diese Effekte verbesserte sich das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr 2004 (-0,36 Mio. Euro) auf 2,1 Mio. Euro.

In 2005 hat die SOH erneut gezeigt, dass Gewinnorientierung und Daseinsfürsorge keinen Widerspruch darstellen. Der SOH-Konzern erweiterte im Berichtsjahr seinen Beitrag für die positive Entwicklung des Standortes Offenbach. Dies umfasste unter dem Motto „Besser leben in Offenbach“ die Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit, die Förderung kultureller Einrichtungen und städtischer Veranstaltungen und die Auflegung eines Modells für die Bürgerbeteiligung an Photovoltaikanlagen. Ebenso wird die SOH die Stadt Offenbach in den kommenden Jahren dabei unterstützen, den Sanierungsstau an den Offenbacher Schulen aufzuheben.

Neben einer Ausschüttung in Höhe von 1 Million Euro wird die SOH das Ergebnis verwenden, um ihren Beitrag zur Stadtentwicklung noch weiter auszubauen. Beispiele hierfür sind das Gebäudesanierungs-Programm der GBO, das in den nächsten Jahren dazu beitragen wird, die CO2 Emissionen in Offenbach zu verringern. Insgesamt werden 530 Wohnungen der GBO auf den energietechnisch neuesten Stand gebracht. Die Mieter dieser Wohnungen profitieren nach Fertigstellung der Maßnahmen von geringeren Nebenkosten. Ein zusätzlicher Effekt ist, dass durch die im Zuge der Wärmedämmung neu gestalteten Häuserfassaden das Stadtbild Offenbachs aufgewertet wird. Das Gesamtvolumen für das Programm beträgt circa 14 Millionen Euro. Darüber hinaus unterstützt die SOH mit circa 100.000 Euro jährlich verschiedene soziale und kulturelle Projekte wie beispiels-weise das Lichterfest, das Festival junger Talente und die Kunstansichten oder das bundesweit anerkannte Boxprojekt des Jugendzentrums Nordend.

Ergebnis und Geschäftsverlauf
Die Geschäftsentwicklung des Konzerns und der einzelnen Konzerngesellschaften verlief positiv und planmäßig. Die Ergebnisse der meisten Beteiligungen konnten gesteigert werden.

Der Umsatzerlös des Konzerns hat sich mit 77,49 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr (76,41 Mio.) um 1,08 Mio. Euro erhöht. Das Konzernjahresergebnis von 11,66 Mio. Euro fiel um 12,02 Mio. höher als im Vorjahr (-0,36 Mio.) aus. Hierzu leisteten die OVB mit einem externen Umsatzplus in Höhe von 0,87 Mio. EUR. und die EEG mit einem Umsatzwachstum von 1,08 Mio. EUR einen maßgeblichen Beitrag.

Der Personalaufwand fiel um 2,03 Mio. Euro von 37,30 Mio. (Vorjahr) Euro auf 35,27 Mio. Euro. Hierzu hat auch die Expansion der neuen Gesellschaften, wie beispielsweise der Main Mobil Offenbach GmbH und der Bewent GmbH beigetragen. Die Bilanzsumme nahm um 14,03 Mio. Euro von 291,5 Mio. Euro auf 305,53 Mio. Euro zu. Die Summe des Eigenkapitals lag mit 121,64 Mio. Euro um 12,65 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres. Die Eigenkapital-Quote hat sich von 37,4 % auf 39,8 % verbessert.

Im Konzern waren mit 808 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 63 weniger beschäftigt als im Vorjahr. Dies liegt vor allem am Ausscheiden der OKM aus dem Konzernverbund zum 31.12.2004. Bereinigt um die Mitarbeiterzahl der OKM (107) erhöhte sich die Beschäftigtenzahl im SOH-Konzern leicht. Dies geschah im Hinblick auf das Umsatzwachstum in den entsprechenden Geschäftsfeldern. Außerdem gelang es der Konzernleitung, bisher extern vergebene Aufträge und Leistungen in den Konzern zu integrieren und damit Arbeitsplätze zu sichern. Der SOH-Konzern bildete in 2005 insgesamt 33 Auszubildende in neun verschiedenen Berufen aus.

Aufgaben der SOH
Auch im Geschäftsjahr 2005 hat die SOH GmbH die Funktion einer Management-Holding für die Unternehmensbereiche: Öffentlicher Personen-Nahverkehr, Entsorgungswirtschaft, kommunale Dienstleistungen, Gebäudemanagement, Immobilenentwicklung, Wohnungsverwaltung und Veranstaltungsdienstleistungen wahrgenommen. Die SOH leistete folgende Management-Aufgaben: strategische Entwicklung, Koordination und Steuerung, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzierung, Beteiligungscontrolling, Konzernbilanzierung, Revision und Unterstützung in rechtlichen und steuerlichen Angelegenheiten. Die SOH setzte die ergebnisorientierte Steuerung ihrer Beteiligungen fort.

Beteiligungsstruktur
Die Beteiligungsstruktur des Konzerns hat sich im Berichtsjahr verändert. Die SOH GmbH hat im Berichtsjahr 49 % der Anteile an der ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft an die Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG sowie 100 % der Anteile an der OKM Offenbacher Klinik Management und Service GmbH an das Klinikum Offenbach veräußert. Eine weitere Veränderung der Beteiligungsstruktur und auch im Konsolidierungskreis ergibt sich durch die wechselseitige Beteiligung der SOH GmbH und der VGF Frankfurter Verkehrs-Gesellschaft mbH an OVB und den Main Mobil Gesellschaften. Darüber hinaus wurde zum 01.01.2006 die Umstrukturierung im Bau- und Facilitymanagement vollzogen. Die EEG hat von der SOH die Anteile der GBM übernommen, die Bewent wurde auf die EEG verschmolzen. Die Hafen Offenbach Verwaltungsgesellschaft mbH firmierte im Berichtsjahr in die OPG Offenbacher Projektverwaltungsgesellschaft um.


Die wichtigsten Projekte der SOH im Berichtsjahr waren:

Erfolgreiche Umstrukturierung des Bau- und Facilitymanagements. Mit dem Projekt „Procedo“ wurde das Bau- und Facilitymanagement im Konzern konzeptionell neu geregelt. Organisatorische Abläufe wurden gestrafft, Geschäftsfelder neu definiert und Kostensenkungspotenziale erschlossen sowie die betroffenen Gesellschaften EEG, GBM und Mainviertel stärker miteinander vernetzt. Der Umzug der Gesellschaften EEG, GBM, Mainviertel und SOH in ein gemeinsames Gebäude in der Senefelderstraße 162, das durch die SOH vollständig saniert wurde, bietet die optimalen räumlichen Voraussetzungen für die Zusammenarbeit. Darüber hinaus wurde mit der Gebäudesanierung der Wert einer lang leer stehenden städtischen Liegenschaft gesteigert und das Erscheinungsbild der Stadt aufgewertet.

Die Gesellschaften EEG, GBM schlossen im Berichtsjahr, die ESO bereits im Jahr 2004, mit ihrem Hauptkunden, der Stadt Offenbach, Leistungsverträge ab. In diesen Leistungsverträgen sind Leistungsumfang und Kosten geregelt. Zusätzlich ist in den Verträgen festgeschrieben, dass die Kosten für die Stadt- bei Erhalt des Leistungsumfangs- in den kommenden Jahren abgeschmolzen werden.

Weitere Beteiligung der SOH an der EVO AG. Die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH hat im Auftrag der Stadt Offenbach in 2005 neben der Beibehaltung des Status Quo verschiedene Möglichkeiten für den Anteilsverkauf der 48,88 % igen Beteiligung an der EVO AG und damit verbundene Angebote von regionalen Energieversorgern geprüft. Nach Analyse und Bewertung der unterschiedlichen Modelle entschieden die politischen Gremien, die Anteile nicht zu veräußern.

Abstimmung des Bebauungsplans für neuen Stadtteil im ehemaligen Hafen. Die Mainviertel Offenbach GmbH bereitete in 2005 weitere Schritte zur Entwicklung des Hafenareals vor. Der Rahmensanierungsplan wurde mit dem Regierungspräsidium Darmstadt weitgehend abgestimmt, die ersten Schritte für den Bebauungsplan des ersten Bauabschnittes vorbereitet.

Kooperation von OVB und VGF Frankfurter Verkehrs-Gesellschaft mbH vollzogen. Die OVB weitete im Berichts-jahr die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner VGF Verkehrs-Gesellschaft Frankfurt am Main aus. Die Gesellschaften Main Mobil Offenbach und Mainmobil Frankfurt nahmen ihren Betrieb auf und verbesserten das operative Ergebnis der OVB maßgeblich. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Offenbach bereitet die SOH die Gründung einer lokalen Nahverkehrsorganisation vor.

Erfolgreiche Zusammenarbeit der ESO GmbH mit privatem Kooperationspartner gestartet. Mit der Veräußerung von 49% der Anteile der ESO an den privaten Partner Meinhardt Städtereinigung GmbH wurde das Projekt „Vektor“ erfolgreich abgeschlossen. Gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner wird die ESO in den kommenden Jahren für ein stabiles und ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis sorgen.


Die einzelnen Gesellschaften im Überblick

Alle Gesellschaften haben erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Wirtschaftlichkeit im Konzern weiter zu verbessern. Im Berichtsjahr mussten die Unternehmen der Stadtwerke Offenbach Holding bei der Ausübung ihrer Aufgaben neue Gesetze beachten. Besonders wichtig ist hier vor allem die „Technische Anleitung Siedlungsabfall“ (TASI), die seit dem 01.06.2005 festlegt, dass Siedlungsabfälle nicht mehr unbehandelt deponiert werden dürfen. Das neue „Energiewirtschaftsgesetz“ vom 13. Juli 2005 legte die Rahmenbedingungen für den regulierten Wettbewerb fest. Hier geht es vor allem darum, kosteneffiziente Netznutzungsentgelte für das Strom- und Gasnetz sicherzustellen. Auch im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs gab es Veränderungen: Das überarbeitete Gesetz zum öffentlichen Personennahverkehr in Hessen regelt seit dem 01.12.2005 den Nahverkehr in Hessen.

Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
SOH- Das Jahresergebnis der Muttergesellschaft SOH GmbH stieg in 2005 vor allem aufgrund der höheren Ergebnisse der Beteiligungen auf 1,93 Mio. Euro gegenüber 1,26 Mio. Euro im Vorjahr. Die externen Umsatzerlöse gingen gegenüber dem Vorjahr (2,90) leicht auf 2,69 Mio. Euro zurück.

OVB-Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH
Die OVB erzielte im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 12,59 Mio. Euro (11,7 Mio. Euro Vorjahr). Der Fehlbetrag in Höhe von -6,61 Mio. Euro stieg an (- 6,19 Mio. Euro Vorjahr). Bereinigt um die Sondereffekte aus dem Vorjahr fällt das operative Ergebnis deutlich besser als das des Vorjahres aus.

Main Mobil Offenbach GmbH
Das Jahresergebnis der MMO beträgt im Berichtsjahr 0,33 Mio. Euro gegenüber einem Fehlbetrag von -0,30 Mio. Euro im Vorjahr. Dabei steht dem Jahr 2005 nur ein Monat operatives Geschäft aus dem Rumpfgeschäftsjahr 2004 gegenüber.

GBM Gebäudemanagement GmbH Offenbach
Der GBM gelang es, im Berichtsjahr ihr Ergebnis von 0,189 Mio. Euro aufgrund von Einmaleffekten im Vorjahr deutlich gegenüber dem Vorjahr (-0,62 Mio. Euro) zu verbessern. Die externen Umsatzerlöse schwächten sich auf 5,77 Mio. Euro ab (Vorjahr 5,99 Mio. Euro).

ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH
Das Jahresergebnis der ESO GmbH beträgt im Berichtsjahr 1,24 Mio. Euro (Vorjahr 1,79 Mio. Euro). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die ESO GmbH im Berichtsjahr 2005 nicht als Tochtergesellschaft der SOH, sondern als Beteiligung bewertet wurde.

EEG Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft mbH
Die EEG verbesserte ihr Jahresergebnis im Berichtsjahr auf 0,37 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (0,24 Mio.) Der externe Umsatz konnte von 1,55 Mio. Euro im Vorjahr auf 2,64 Mio. Euro im Berichtsjahr gesteigert werden.

GBO Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach am Main
Die GBO schloss 2005 mit einem Jahresergebnis von 1,70 Mio. Euro ab und konnte sich gegenüber dem Vorjahr (0,65 Mio. Euro.) erheblich verbessern. Die externen Umsatzerlö-se betrugen 26,65 Mio. Euro gegenüber 25,89 Mio. Euro im Vorjahr. Dabei spielte auch die Nutzung des Vorkaufsrechts an der Mediacom eine positive Rolle.

Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG (MVO)
Die Mainviertel Offenbach schloss das Geschäftsjahr mit einem Ergebnis von 8 TEUR ab (Vorjahr 25 TEUR). Die externen Umatzerlöse reduzierten sich auf 380 TEUR gegen-über 432 TEUR vom Vorjahr.



Ausblick
Die Tätigkeit der SOH als Dienstleister für die Stadt Offenbach ist in 2006 und den Folgejahren von folgenden Kernthemen geprägt:

• Kontinuierliche Verbesserungen der Leistungskonditionen der Gesellschaften ESO, EEG und GBM für den Hauptkunden, die Stadt Offenbach.

• Vorbereitung der OVB auf einen möglichen Ausschreibungswettbewerb. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner VGF optimiert die OVB ihre Kostenstrukturen. In 2006 soll für die Vorbereitung der Linienvergabe eine Lokale Nahverkehrsorganisation (LNO) gegründet werden.

• Begleitung der Stadt Offenbach bei der Sanierung der Schulen. Die SOH GmbH hat ein Konzept für die Sanierung der Offenbacher Schulen entwickelt. In 2006 wird seitens der politischen Gremien entschieden wie dieses Konzept umgesetzt werden soll. In jedem Fall soll die EEG als Projektsteuerer einen wichtigen Beitrag leisten.

• Die GBO wird weiterhin den Bestand an Wohnungen modernisieren und entwickeln und damit einen Beitrag zur Attraktivität des Standortes leisten. Mit dem Programm zur CO2 Minderung wird sie 14 Millionen Euro aufwenden, um 530 ihrer Wohnungen energietechnisch auf den neuesten Stand zu bringen und das Stadtbild weiter optisch zu verschönern.

• Fortführung der Entwicklung des ehemaligen Offenbacher Hafens. Mit einer Fläche von 260.000 qm ist das ehemalige Hafengebiet eine der größten zu entwickelnden Flächen im Rhein-Main-Gebiet. Die Verbindung von Gewerbeflächen, Freizeit und Wohnen am Wasser und die zentrale Lage mitten im Rhein-Main-Gebiet sind Kennzeichen des neuen Stadtteils, der hier in den nächsten Jahren entstehen wird.

Für weitere Fragen steht Ihnen Regina Preis unter der Rufnummer 069-840004-110 zur Verfügung.