Gebäude der SOH für Tag der Architektur ausgewählt
Offenbach, den 23.06.2006, letzte Bearbeitung: 11.07.2008Ein unabhängiges Auswahlgremium hat für den diesjährigen Tag der Architektur am 24. und 25. Juni insgesamt 174 Bauwerke in Hessen, davon vier in Offenbach ausgewählt. Eines davon ist das im November des vergangenen Jahres von vier Konzerntöchtern der Stadtwerke Offenbach Holding bezogene, umgebaute Gebäude in der Senefelderstraße 162. Ziel des Tages der Architektur ist es, gute zeitgenössische Architektur, die Vorbildcharakter hat und damit Maßstäbe setzt, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Öffentliche Führungen durch Gebäude und Außenanlage
Joachim Böger, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Offenbach Holding stellt das im Herbst 2005 fertig gestellte Gebäude gemeinsam mit Angela Fritsch, der für den Umbau verantwortlichen Architektin vom Büro Angela Fritsch Architekten in Darmstadt, vor. Die öffentlichen Führungen im Gebäude Senefelderstraße 162 finden am Samstag, den 24. Juni 2006 um 11.30 Uhr und am Sonntag, den 25. Juni um 13.00 Uhr statt. Im Rahmen der Führungen stellt Böger ebenso das gerade fertig gestellte Außengelände und die mit ausgewählten Gedichten des Stadtschreibers Jan Konnefkes gestalteten Glasflächen vor.
Architektonisches und innenarchitektonisches Konzept
Das stadteigene Gebäude in der Senefelderstraße hatte bis zum Einzug der Stadtwerke Ende 2005 vier Jahre lange leer gestanden. Nach eineinhalb jähriger Sanierungszeit ist daraus ein modernes Bürogebäude entstanden und der Wert der Liegenschaft erheblich gestiegen.
Das architektonische Konzept legt Wert auf die Erhaltung der bestehenden Backsteinfassade und des sehr gut erhaltenen Treppenhauses. Durch gezielte Durchbrüche der Flurwände und Entfernen beengender Trennwände ist ein flexibles Arbeitsplatzkonzept bei maximaler Raumausnutzung entstanden. Gestaltungselemente auf allen drei Etagen sind raumhohe Glasflächen zu den Fluren, Leuchtbänder an den Decken und funktionale Zwischenwände mit Einbauschränken. Durch diese Offenheit und Transparenz entsteht eine kommunikative Atmosphäre, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Raum für Entwicklung und Kreativität gibt. Die Mitarbeiter erhielten die Möglichkeit, bei der Gestaltung der Glasflächen entlang der Flurwände mitzuwirken. In einem Workshop mit dem Stadtschreiber Jan Konnefke lernten sie dessen poetisches Werke kennen und wählten im Anschluss eine Reihe von Gedichten aus, die jetzt auf den Flächen angebracht sind.
Neugestaltung der Außenanlagen
Zielsetzung der Neugestaltung der Außenanlagen war, den schönen Baumbestand zu erhalten und 43 Stellplätzen zu schaffen. Die vorgefundenen befestigten Flächen waren so desolat, dass eine Ausbesserung oder Ergänzung nicht sinnvoll war. Die notwendige Neugestaltung eröffnete die Chance, ein Konzept der Freianlagen zu entwickeln, dass eine Zwiesprache mit der eher strengen Architektur des Gebäudes herstellt. Mit der neu gestalteten Außenanlage wird das äußere Erscheinungsbild des SOH-Gebäudes nochmals aufgewertet.
Sanft modellierte Raseninseln schälen sich aus der steinernen Fläche heraus. Die amorph geschwungenen Formen wurden in Arbeitsmodellen räumlich erarbeitet, mit dem Ziel einen spannenden Dialog zur Architektur herzustellen. 10 neugepflanzte sommerblühende Sophoren (japanischer Schnurbaum) bilden einen lichten Schatten vor dem Gebäude. Im Frühling wird eine Vielzahl von weißen Krokussen die Raseninseln übersäen.
Durch den Rückbau der alten Mauer an der Ecke Senefelderstraße/ Odenwaldring wird der einstige Charakter eines introvertierten Werksgeländes zugunsten eines offenen und transparenten Erscheinungsbildes auch für den vorbeifahrenden Autofahrer wirksam. Der Haupteingang wird durch einen 40 Meter langen, hellen Plattenbelag betont. Hier befinden sich auch die Besucherparkplätze. Die ehemalige Einfahrt für Kraftfahrzeuge wurde von der Ecke Senefelderstraße/ Odenwaldring circa 50 Metern nach hinten verlegt, um so einen besseren Verkehrsfluss und einen leichteren Zugang zu den rückwärtig liegenden Parkplätzen zu erreichen.
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