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Ein Jahr Zusammenarbeit der Verkehrsunternehmen beiderseits des Mains

Offenbach, den 26.03.2007, letzte Bearbeitung: 27.03.2007

Nach knapp einem Jahr der Zusammenarbeit von OVB Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH und VGF Verkehrsgesellschaft mbH Frankfurt am Main ziehen die Geschäftsführer der beiden Verkehrsunternehmen ein durchweg positives Fazit: Alle vertraglich vereinbarten Ziele sind erreicht worden.


Die Vertragsunterlagen zur Kooperation waren im März des vergangenen Jahres von der Muttergesellschaft der OVB, der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH, und der VGF unterzeichnet worden. Bereits 2003 waren erste Gespräche bezüglich einer Zusammenarbeit geführt worden. Auf diese einigte man sich 2004 in beiden Unternehmen; in diesem Jahr startete dann auch bereits die operative Zusammenarbeit von OVB und VGF. 2005 erfolgte dann die kartellrechtliche Genehmigung der Kooperation, 2006 die Vertragsunterzeichnung.


Joachim Böger, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH, sieht die im Vorfeld der Kooperation angenommene gute Zusammenarbeit der beiden Unternehmen bestätigt und spricht von „einem Erfolgsmodell“. Seiner Auffassung nach hat die OVB durch die Kooperation mit Frankfurt eine sehr gute Chance, ihre Position im öffentlichen Busverkehr zu stärken. „Angesichts des möglichen Wettbewerbs im Öffentlichen Personen Nahverkehr sind strategische Allianzen wie diese von wesentlicher Bedeutung; diese Zusammenarbeit könnte letztlich über den Erhalt der Offenbacher Arbeitsplätze mit entscheiden.“


Diese Sichtweise teilt auch die Geschäftsführung der VGF: „Den Herausforderungen, die der mögliche Wettbewerb für beide Unternehmen darstellt, sind wir gemeinsam, als strategisch vernetzte Unternehmen, besser gewachsen, denn potentielle Konkurrenten sind europaweit agierende Konzerne“, sagt Michael Budig. Kirchturmdenken bereite städtische Unternehmen wie VGF oder OVB deshalb schlecht auf die vielleicht veränderte Situation vor.


OVB-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Beseler begrüßt und unterstützt die andauernden Bestrebungen der OVB, sich für den Wettbewerb im ÖPNV-Markt optimal aufzustellen, ausdrücklich: „Ich habe die OVB als ein Unternehmen kennen gelernt, das die Zeichen der Zeit erkannt und dabei ist, sich gut für den Wettbewerb zu positionieren. Dabei ist die OVB auf gutem Wege, Wirtschaftlichkeit und Kundenorientierung miteinander zu vereinbaren. Wir sollten in Offenbach nicht auf die OVB verzichten müssen.“


Volker Lampmann sieht in der Kooperation einen Baustein zur Sicherung des Standortes Hebestraße. „Gleichzeitig“, so Lampmann weiter, „hat sich die OVB in den vergangenen Jahren nie ausgeruht. Schon meine Vorgänger im Amt haben umfangreiche Maßnahmen zur Senkung der Betriebskosten initiiert und einige interne Programme zur Optimierung unseres Jahresergebnisses dauern auch weiterhin an.“



Ziele und Inhalte des Kooperationsvertrages
Für beide Unternehmen bietet die strategische Kooperation gute Möglichkeiten, sich optimal für den Wettbewerb im ÖPNV-Markt aufzustellen. Aus Sicht der OVB schließt dies die Erhaltung des Standortes Hebestraße und der Arbeitsplätze in Offenbach als wesentliches Ziel der Zusammenarbeit mit ein. Aber auch die VGF kann durch die Lage des Betriebshofes der OVB in der Hebestraße Synergieeffekte erzielen: Die Bereitstellung der VGF-Busse, die Verkehre im Frankfurter Osten erbringen, ist von hier aus logistisch und finanziell günstiger zu organisieren als vom VGF-eigenen Standort am Rebstockgelände.


Ein weiterer, wesentlicher Kern des Vertrages ist, dass das Frankfurter Unternehmen innerhalb der Kooperation garantiert, die Verluste der OVB zu senken. Der OVB ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Betriebskosten gegenüber der eigenen Planung deutlich zu senken: war man im Jahr 2003, in dem die so genannte „Nulllinie“ vereinbart worden war, noch von einem Ergebnis von -9,3 Mio. Euro für 2006 ausgegangen so ist das tatsächliche Ergebnis mit -7,16 Mio. Euro um rund 2 Mio. Euro verbessert. Die seinerzeit vertragliche fixierte Nulllinie ist damit unterschritten und die VGF erhält hierfür eine Beteiligung an der OVB-Ergebnisverbesserung in Höhe von 80.000 Euro.


Vertraglich festgehalten ist ferner, dass die VGF für die OVB einen weiteren Geschäftsführer stellt. Diese Position hat seit April vergangenen Jahres Alois Rautschka (Leiter des Geschäftsbereichs Bus der VGF, Geschäftsführer der In-der-City-Bus GmbH sowie der Main Mobil GmbH Gesellschaften) inne. Er ist bei der OVB insbesondere für die Bereiche Infrastruktur/Werkstatt verantwortlich.


Die OVB bereitet sich im Rahmen und mit den Erfolgen der Kooperation noch gezielter auf einen möglichen Wettbewerb vor. Dazu ist ergänzend gemeinsam mit dem Partner VGF das Programm „OVB-plus“ ins Leben gerufen worden, um das betriebliche Ergebnis bis zum Ende des Jahres 2007 weiter zu verbessern.


Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen
Im November 2004 wurden die Gesellschaften Main Mobil Offenbach GmbH (MMO) und Mainmobil Frankfurt GmbH (MMF) gegründet. Die beiden Tochterunternehmen von SOH und VGF starteten zum Fahrplanwechsel 2004 und erbrachten im ersten Fahrplanjahr (2004/2005) rund 1,1 Mio. Buskilometer in Offenbach und 0,4 Mio. Buskilometer in Frankfurt. Im Fahrplanjahr 2006 wurden die Frankfurter Fahrplankilometer auf 1,1 Mio. aufgestockt.


Mittlerweile arbeiten für die MMO 51 und für die MMF 57 Fahrerinnen und Fahrer. Die Schulung des neuen Fahrpersonals wird von VGF- sowie von OVB-Mitarbeitern übernommen. Betreut werden die Fahrerinnen und Fahrer in der Hebestraße, wo sie sich ihre Sozial- und Arbeitsräume mit den OVB-Kollegen teilen. Die Dienstplanung und die Disposition von Fahrzeugen und Kursen übernehmen OVB-Mitarbeiter. Durch die Gründung der Main Mobil Gesellschaften und die damit verbundene bessere Auslastung der vorhandenen Ressourcen bei der OVB konnte bis dato insgesamt rund 1 Mio. Euro eingespart werden.


Ferner werden seit 2004 alle Busse der VGF, die im Frankfurter Osten zum Einsatz kommen, in der Werkstatt der OVB in der Hebestraße gewartet und instand gehalten. Dieses sind die Busse aus dem Fuhrpark der VGF, die von der Gesellschaft Main Mobil Frankfurt (MMF) gefahren werden. Durch diese Maßnahme der Kooperation erreicht die OVB-Werkstatt eine verbesserte Kostenstruktur, da sie besser ausgelastet ist und mehr Aufträge bearbeitet. Für die VGF lohnt sich die Wartung der im Frankfurter Osten eingesetzten Busse vor allem deshalb, weil die Ein- und Ausschiebewege nach Reparaturen von hier aus deutlich kürzer sind.


Seit 2005 haben die Werkstätten der beiden Unternehmen auch einen gemeinsamen Einkauf. Dadurch erreicht die OVB Einkaufsvorteile in Höhe von etwa 100.000 Euro (2006). Außerdem wartet die OVB-Werkstatt seit 2006 auch LKW und Anhänger der VGF.


Seit 2005 werden die Fahrscheinkontrollen auch in Offenbach durch einen Dienstleister der VGF durchgeführt. Insgesamt wurden die Kontrollen seit Januar 2005 deutlich verstärkt. Die höheren Kosten durch den Mehraufwand an Prüfungen werden durch Mehreinnahmen an so genannten Erhöhten Beförderungsentgelten (EBE) amortisiert (für 2005 rd. 60.000 Euro). Außerdem sind die Einnahmen aus Fahrgelderlösen nach der Steigerung der Fahrscheinkontrollen ständig gestiegen.


Seit dem vergangenen Jahr werden auch die Vertriebsaktivitäten der beiden Unternehmen stärker miteinander vernetzt.














Für Rückfragen zur OVB steht Ihnen Christine Wüst, Stadtwerke Offenbach Holding GmbH,
unter der Rufnummer 069 / 84 00 04 – 111 gerne zur Verfügung.


Rückfragen zur VGF beantwortet Bernd Conrads, Verkehrs-Gesellschaft mbH Frankfurt,
unter der Rufnummer 069 / 213 235 57.