Investitionen in Infrastruktur und Lebensqualität Offenbachs weiter gesteigert
Offenbach, den 28.06.2007, letzte Bearbeitung: 28.08.2007Im Geschäftsjahr 2006 hat der SOH-Konzern als zentraler, kommunaler Dienstleister der Stadt Offenbach seine finanziellen Investitionen in die Infrastruktur und Lebensqualität weiter gesteigert und damit einen deutlichen Beitrag zur positiven Stadtentwicklung geleistet. Maßgeblich sind Ausgaben in Höhe von 13,5 Mio. Euro für ein umfangreiches Gebäudesanierungsprogramm der GBO.
Zudem wird die Stadtwerke Offenbach Holding GmbH 2,1 Mio. Euro netto an die Stadt Offenbach ausschütten, und damit zur Entlastung des städtischen Haushaltes beitragen. „Damit bin ich zwar noch nicht restlos glücklich, aber fürs laufende Jahr sehr zufrieden“, erklärte Oberbürgermeister Horst Schneider im Hinblick auf das deutlich höhere strukturelle Defizit der Stadt.
Umso wichtiger ist, dass der SOH-Konzern auch als Sponsor für soziale und kulturelle Zwecke innerhalb Offenbachs auftritt und im Geschäftsjahr 2006 verschiedene Vereine und Initiativen mit insgesamt rund 100.000 Euro unterstützt hat.
Trotz des stabilen und planmäßigen Geschäftsverlaufs der einzelnen Gesellschaften schloss der SOH-Konzern mit einem Fehlbetrag von -3,32 Mio. € deutlich schlechter ab als im Vorjahr (11,6 Mio. €). Dieser im Vorjahresvergleich außerordentliche Ergebnisunterschied in Höhe von 14,9 Mio. € ist geprägt durch Belastungen aus Sondereffekten des laufenden Jahres und einmaligen, positiven Sondereffekten des Vorjahres.
Belastungen aus Sondereffekten des Berichtsjahres
Hier sind das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der GBO mit Aufwendungen von 13,5 Mio. € zu nennen. Die GBO schloss mit einem Jahresfehlbetrag von 6,9 Mio. €. ab. Weiterhin gehören hierzu die Einmalbelastung in Höhe von 1,5 Mio. € aus dem Verkauf von 49% der OVB - Anteile.
Von allen SOH-Töchtern stehen die Verkehrsbetriebe laut Joachim Böger, Sprecher der SOH-Geschäftsleitung, am meisten unter Druck. Das Kostensenkungsprogramm „OVB plus“ soll das Unternehmen in die Lage versetzen, im Rahmen der gesetzlich geforderten Direktvergabe des ÖPNV den Zuschlag als günstigster Anbieter zu erhalten. Wer beim Wettbewerb mitmischen will, braucht das Prädikat, dass es sich um ein branchentypisches Verkehrsunternehmen mit solider wirtschaftlicher Situation handelt. Und dieses Prädikat „durchschnittlich gut geführtes Unternehmen“ wurde den OVB nun erstmals von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verliehen. Laut Böger hat es nur unter der Voraussetzung Bestand, dass „OVB plus“ mit unverminderter Anstrengung fortgesetzt wird. Von politischer Seite ist gewünscht, dass die OVB den Wettbewerb für sich entscheiden kann – nicht zuletzt, weil 179 Beschäftigte davon abhängen.
Positive Sondereffekte des Vorjahres
Dazu gehört der außerordentliche Vorjahresertrag durch den Verkauf von 49% der ESO - Anteile in Höhe von 3,5 Mio. €. Hierzu zählt auch das außerordentlich hohe Vorjahresergebnis der EVO (26,3 Mio. €), das durch Beteiligungsverkäufe entstand. Das EVO-Ergebnis im Berichtsjahr lag um 6,9 Mio. € niedriger. Damit sind 3,4 Mio. € weniger in das Konzernergebnis des Berichtsjahres einbezogen worden.
Bereinigt um diese Effekte würde sich ein deutlich positives Jahresergebnis in Höhe von 5,1 Mio. € ergeben. Für das kommende Jahr wird ein deutlich positives Konzernergebnis prognostiziert.
Ergebnis und Geschäftsverlauf
Die Umsatzerlöse des Konzerns in Höhe von 89,2 Mio. € haben sich gegenüber dem Vorjahr (77,5 Mio. €) um 11,7 Mio. € verbessert. Davon sind 7,8 Mio. € durch geänderte Abrechnungsmodalitäten mit der Stadt bedingt. Seit dem 01.01.2006 besteht der Rahmendienstleistungsvertrag zwischen der GBM und dem ESO Eigenbetrieb. Daneben konnte bei der ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH (ESO GmbH) in der Sparte Entsorgung ein Umsatzplus von 2,6 Mio. € erzielt werden. Die Umsatzsteigerung resultiert überwiegend aus Drittgeschäften der Entsorgung beim Containerdienst und der Verwertung von Wertstoffen. Die konzerninternen Umsätze beliefen sich im Geschäftsjahr auf 10,08 Mio. € und liegen damit leicht unter dem Vorjahresniveau (11,9 Mio. €). Sie resultieren im Wesentlichen aus Leistungen der ESO Servicegesellschaft mbH (ESO S) für die ESO GmbH (2,3 Mio. €), von der Main Mobil Offenbach GmbH (MMO) für die OVB (2,9 Mio. €). Darüber hinaus sind Leistungen der OVB-Werkstatt für die Konzernschwestern in Höhe von 2, Mio. € sowie Leistungen der Kompetenzcenter zu nennen. Die Kompetenzcenter Personal, Finanzbuchhaltung, IT, Versicherungen und Unternehmenskommunikation bündeln konzernweit die in den Bereichen anfallenden Aufgaben und reduzieren damit Schnittstellen für die Hebung von Synergieeffekten. Das vereinbarte Abschmelzmodell der Preise von Dienstleistungen der ESO und GBM führte zu einer Entlastung des städtischen Haushaltes in Höhe von 1,3 Mio. Euro.
Zentrale Projekte im Berichtsjahr:
Gründung Gemeinschaftsbetrieb EEG/GBM
Seit dem 01.01.2006 bildet die GBM Gebäudemanagement GmbH (GBM) zusammen mit der EEG Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH (EEG) einen Gemeinschaftsbetrieb. Zu diesem Zweck hat die SOH ihre 100% Beteiligung an der GBM auf die EEG übertragen. Mit Verschmelzung der Spiegelgesellschaft BEWENT auf die EEG zum 01.01.2006 sind alle BEWENT-Mitarbeiter auf die EEG übergegangen. GBM und EEG haben im Bereich der Bauunterhaltung bestehende Optimierungspotentiale durch eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Kundenbetreuung (GBM) und Projektplanung- bzw. steuerung (EEG) wie geplant genutzt.
Modell zur Schulsanierung
Die SOH GmbH erarbeitete gemeinsam mit der EEG und der GBM ein Konzept für Sanierung / Neubau und Modernisierung der derzeit 28 Offenbacher Schulen.
Quartiersentwicklung Östliche Innenstadt
Die GBO hat in 2006 die über Jahre leerstehende Liegenschaft Hermann-Steinhäuser-Strasse 43-47 zum „Ostpol“ einem Gründer- und Quartierszentrum entwickelt in der Weikertsblochstraße wurde der Grundstein für ein Offenbacher Mehrgenerationenhaus gelegt.
Verkauf von OVB-Anteilen
Im Geschäftsjahr hat die SOH GmbH 49% ihrer Anteile an der OVB an die VGF verkauft. Die SOH hat im Berichtsjahr die Gründung einer Lokalen Nahverkehrsgesellschaft (LNO) als städtische Tochter vorbereitet. Die LNO wird die OVB ab 2007 von Kosten entlasten. Damit ist eine Ergebnisverbesserung von rund 1,2 Mio. Euro bei der OVB zu erwarten.
Weiterentwicklung des Hafens
Die SOH hat gemeinsam mit Projekt Hafen Offenbach und der Stadt Offenbach die Entwicklung des Hafens zu einem Wohn- und Dienstleistungsstandort vorangetrieben. Für die Grundwassersanierung erging im Geschäftsjahr ein Fördermittelbescheid des Landes Hessen über 6,9 Mio. Euro. Als wichtigen Meilenstein im Berichtsjahr hat Projekt Hafen Offenbach mit dem Regierungspräsidium Darmstadt einen verbindlichen Rahmensanierungsplan abgeschlossen. Im Frühjahr 2007 wurde der Bebauungsplan den städtischen Gremien zur Beschusslage vorgelegt.
Ausblick
Der SOH-Konzern verfolgt auch im Geschäftsjahr 2007 zwei zentrale Zielsetzungen:
- Die Steigerung der Wirtschaftlichkeit aller Konzernunternehmen.
- Die Erhöhung des Engagements für die Lebensqualität der Stadt Offenbach und die Verbesserung der Standortbedingungen.
Zu diesem Zweck sind folgende Projekte aufgelegt:
- Die SOH GmbH führt gemeinsam mit der Stadt Offenbach und den Konzerngesellschaften die bereits begonnene Initiative „Besser leben in Offenbach- Gib Acht auf Offenbach“ in anderen Stadtteilen fort und erweitert diese um weitere Aspekte wie Umwelt und die Lebenssituation von Kindern.
- Die OVB bereitet sich im Rahmen der Kooperation mit der VGF noch gezielter auf einen möglichen Ausschreibungswettbewerb vor. Dazu ist gemeinsam mit dem Partner VGF das Programm „OVB-plus“ gestartet worden. Das Ergebnis der OVB soll bis 2008 um 1 Mio. € verbessert werden, um den Nachweis eines „durchschnittlichen, gut geführten Unternehmens“ durch die Stadt erbringen zu können.
- Im Geschäftsjahr 2007 wird die Weiterentwicklung des Hafens planmäßig vorangetrieben. Der Bebauungsplan wird in 2007 beschlossen, ebenso konkretisieren sich derzeitig die laufenden Investorengespräche.
- Für die weitere Verbesserung der Attraktivität der östlichen Innenstadt hat die GBO im Frühjahr 2007 die Liegenschaft der ehemaligen „Hartnackschule“ erworben. Die SOH GmbH hat den Kauf dieser sowie einer weiteren Liegenschaft durch eine Einlage in die Kapitalrücklage der GBO in Höhe von 2 Mio. € unterstützt. Derzeit wird an einem Konzept zur Nutzung gearbeitet. Um die Stadtentwicklung weiter zu unterstützen, wird die GBO ihr Portfoliomanagement weiter entwickeln.
- Das Engagement im Umwelt- und Energiesektor soll weiter ausgebaut werden. In 2007 sollen weitere Photovoltaikanlagen auf Dächern öffentlicher Gebäude errichtet werden. Durch die Beteiligung an der RMN Rhein Main Nachsorge GmbH ist es der SOH möglich, einen Einstieg in die Deponienachsorge sowie die Erzeugung regenerativer Energien im Rhein-Main Gebiet zu erhalten.
Damit schaffen die Stadtwerke Offenbach Holding einen Mehr-Wert für die Stadt Offenbach und ihre Bürgerinnen und Bürger.
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