OVB soll Linienführung bis 2016 übernehmen
Offenbach, den 29.10.2007, letzte Bearbeitung: 16.05.2008Die Offenbacher Verkehrsbetriebe OVB sollen bis zum Jahr 2016 mit der Linienführung des Offenbacher Nahverkehrs betraut werden. Das hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung entschieden. Die bisherigen Linienverkehrsgenehmigungen der OVB enden zum 31. Januar 2008.
Der Betrauungsbeschluss der Stadtverordneten ist für die OVB die Grundlage, um einen eigenwirtschaftlichen Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) zu stellen. Gibt das RP diesem Antrag statt, erhält die OVB die Konzession für den Stadtverkehr Offenbach bis Ende 2016. Bisher ist noch unklar, ob auch Mitbewerber einen Antrag in diesem Genehmigungswettbewerb stellen.
Die Sicherstellung eines angemessenen öffentlichen Nahverkehrs gehöre zu den Aufgaben einer Stadt im Rahmen der Daseinsvorsorge, sagte Stadtkämmerer und OVB-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Beseler. Die OVB hat für die weitere Durchführung des ÖPNV gute Voraussetzungen, aber es sind auch noch Hausaufgaben zu machen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Insgesamt sind die Kriterien für eine beihilferechtliche Unterstützung im Sinne des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) erfüllt.
Sollte die Betrauung der OVB mit der Linienführung vom Regierungspräsidenten genehmigt werden, wird für das Offenbacher Traditionsunternehmen mit seinen 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Zukunftssicherung bis 2016 erreicht. „Mit der Betrauung schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Offenbacher Busgesellschaft zu erhalten.“ erläuterte Beseler.
Mit dem Restrukturierungsprogramm „OVB plus“ werden Geschäftsführung sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagiert daran arbeiten, ein auch im freien Markt wettbewerbsfähiges Unternehmen zu werden. Beispielhafte Maßnahmen im Rahmen des Programms sind:
- die Verbesserung der Unternehmensproduktivität
- die Erhöhung der Qualität, etwa mit den Messgrößen Pünktlichkeit, Sauberkeit und Zuverlässigkeit
- kontinuierliche Schulungen
- eine Partnerschaft mit der Verkehrs-Gesellschaft Frankfurt am Main (VGF).
„Klar ist, dass die OVB keine Gewinne für den Haushalt der Stadt abwerfen wird - das schafft kein Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs “ betonte Michael Beseler. Eine Betrauung für acht Jahre sei aber ein sinnvoller Zeitraum, um das Defizit von derzeit 5 Millionen Euro weiter zu senken und stabile Strukturen für die Offenbacher Verkehrsbetriebe zu erreichen.
Durch die Ausgliederung der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft Offenbach und die Aufgabenverteilung in ein Besteller(LNO)- und Ersteller(OVB)-Verhältnis ist das Defizit bereits um 1,5 Millionen € gesunken. Der gerade vorgestellte aktualisierte Nahverkehrsplan der LNO ist die Grundlage für das von der OVB zu organisierende Angebot.
Die OVB ist ein 51-%iges Tochterunternehmen der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH), der andere Gesellschafter ist mit 49 Prozent der Anteile die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). „Mit der Betrauung sprechen die politisch Verantwortlichen der OVB und ihren Schwestergesellschaften ein großes Vertrauen aus. Dafür bedanken sich Geschäftsführung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie werden das in sie gesetzte Vertrauen als Chance nutzen, für die Bürgerinnen und Bürger ein qualitativ hochwertiges Nahverkehrsangebot zu möglichst geringen Kosten zu bieten, “ sagte OVB-Geschäftsführer Volker Lampmann.
Offenbach.de
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