5 Jahre Bürger-Alarm-System!!
Offenbach, den 28.12.2007, letzte Bearbeitung: 24.06.2010Durchweg positiv fiel die Bilanz aus, die Oberbürgermeister Horst Schneider, Polizeipräsident Günter Hefner, Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß und der Vorsitzende des Fördervereins Sicheres Offenbach e.V., Wilhelm Uhl, in einer gemeinsamen Pressemitteilung zum Bürger-Alarm-System (BAS) zogen.
„Nach nunmehr fünf Betriebsjahren können wir feststellen, dass das Bürger-Alarm-System ein wichtiger und effektiver Baustein zur Erhöhung der Sicherheit für die Bevölkerung und die Unternehmer Offenbachs ist“, sind sich Schneider, Uhl, Hefner und Weiß einig. Mittlerweile nutzen knapp 5.000 Bürger, Geschäftsleute, Schulen und Kindertagesstätten diesen telefonischen Informationsservice, der gemeinsam von dem Polizeipräsidium Südosthessen, der Stadt und dem Förderverein Sicheres Offenbach e.V. und im Mai 2005 ins Leben gerufen wurde.
Der Polizeipräsident dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Verantwortlichen der Stadt und dem Vorstand des Fördervereins für die Bereitstellung des Systems und ihr hohes Engagement in Sachen Kommunaler Kriminalprävention. Eindringlich richten die Verantwortlichen den Appell an die Bürgerinnen und Bürger, sich dem System anzuschließen.
Insgesamt 164 Mal warnte und informierte die Polizei seither die Offenbacher Bevölkerung. Beispielhaft nannten Schneider, Uhl, Hefner und Weiß die Warnungen, als Autoaufbrecher in der Lederstadt unterwegs waren oder als ein junger Mann auffiel, der unter einem Vorwand an Haustüren klingelte und offensichtlich Zeitschriftenabonnements werben wollte. Im Anschluss an eine entsprechende Warndurchsage gingen bei der Polizei mehrere Hinweise ein, die zur vorläufigen Festnahme des Mannes führten. Aber auch vor angeblichen Rechtsanwälten aus dem Ausland, die betrügerische Briefe und E-Mails verschickt hatten, wurden die Bürgerinnen und Bürger gewarnt.
Jüngstes Beispiel für eine allgemeine Meldung an alle Teilnehmer waren Verhaltenshinweise, die von der Polizei an die Bevölkerung weitergegeben wurden, als am 14. April dieses Jahres Betrüger mit der Enkeltrick-Masche ihr Unwesen trieben.
Diese Beispiele verdeutlichen nach Überzeugung von Schneider, Uhl,Hefner und Weiß, dass immer dann, wenn es gilt, die Bevölkerung vor Straftaten und Gefahren zu warnen oder einen Schaden zu verhindern, die Polizei auf das Informations-System zurückgreifen und so direkt die Menschen ansprechen kann.
Die Anlage, die in der Leitstelle des Polizeipräsidiums steht, ist rund um die Uhr einsatzbereit. Allerdings entscheiden die angeschlossenen Haushalte, wann sie für die telefonischen Warnmeldungen erreichbar sein möchten. Wahlweise sind die BAS-Anrufe auch über ein Mobiltelefon zu empfangen. Zeitgleich über 32 Amtsleitungen können so aus dem Präsidium die Teilnehmer zielgerichtet alarmiert werden. Dabei ist es der Polizei jederzeit möglich, über ein sogenanntes Mapping-Modul anhand des digitalisierten Stadtplans sehr zielgerichtet etwa die Bewohner eines bestimmten Stadtteils anzuwählen oder aber eine Warnmeldung an alle registrierten Teilnehmer im Stadtgebiet abzusetzen.
„Offenbach war seinerzeit bundesweit die erste Großstadt, die sich für den Einsatz eines „Frühwarnsystems“ für seine Bürger entschied“, stellt Oberbürgermeister Schneider heraus. „Mittlerweile ist das Bürger-Alarm-System fester Bestandteil der kommunalen Präventionsarbeit geworden. Die Bilanz nach fünf Jahren ist eindeutig: Das System hat sich bewährt“, so der Vorsitzende des städtischen Präventionsrats, Ordnungsdezernent Weiß.
Auch im Kreis Offenbach haben zahlreiche Kommunen ein computerunterstütztes Warn- und Informationssystem eingerichtet. Dem Beispiel folgend, nahm zuletzt im Januar 2007 die Stadt Hanau ein Bürger-Alarm-System in Betrieb. „Damit entsteht Zug um Zug ein immer dichteres Kommunikations-Netzwerk, über das die Polizei schnell und gezielt Informationen verbreiten kann“, stellt Hefner erfreut fest.
Dementsprechend möchten der Oberbürgermeister und der Ordnungsdezernent das Bürger-Alarm-System nicht nur als „direkten Draht“ zwischen Bürgern und Polizei verstanden wissen, sondern ist davon überzeugt, dass auch die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den Bewohnern untereinander gefördert werden.
„Ziel der Stärkung dieses Netzwerks ist die Abschreckung von Straftätern und somit die Verhinderung von kriminellen Handlungen, wie etwa Trickdiebstählen, Betrügereien oder Wohnungseinbrüchen“, machte indes Polizeipräsident Hefner deutlich.
Darüber hinaus informiert die Polizei über das BAS die angeschlossenen Teilnehmer über besondere Aktionstage und Kontrollaktivitäten (aufsuchende Öffentlichkeitsarbeit oder Alkoholkontrollen zur Faschingszeit) und warnt auch vor Extremwetterlagen, wie beispielsweise vor dem Sturmtief „Kyrill“ im Jahr 2007.
Vor diesem Hintergrund wünscht der Vorsitzende des Fördervereins Sicheres Offenbach e.V., dass noch mehr Offenbacher Bürger und Geschäftsleute gewonnen werden, die sich zur BAS-Teilnahme anmelden. „Sprechen Sie bitte in unser aller Interesse Ihre Nachbarn, Freunde und Bekannten an und werben Sie aktiv für die Teilnahme an unserem Bürger-Alarm-System“, appellieren Schneider, Uhl, Hefner und Weiß übereinstimmend.
Eine Informationsbroschüre mit Anmeldeformular gibt es im Bürgerbüro der Stadt Offenbach, bei der Stadtwache des Ordnungsamtes, beim Förderverein Sicheres Offenbach e.V. und auf allen Offenbacher Polizeidienststellen. Die Kosten für die Teilnahme betragen lediglich sechs Euro im Jahr.
Immer mehr Wohnungsbaugenossenschaften oder sonstige Institutionen sind von den Vorteilen des Bürger-Alarm-Systems so überzeugt, dass sie diese Gebühr für ihre Mieter oder Mitarbeiter übernehmen. Überdies sind sich die Verantwortlichen sicher, dass diese Investition von gerade einmal 50 Cent im Monat in die Sicherheit der Stadt für alle lohnt.
„Mit jedem neuen Teilnehmer steigt die Effektivität und damit der Nutzen für alle Bürgerinnen und Bürger“, warb der Polizeipräsident abschließend für die
gute Sache.
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