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„Dieser Einsatz tut allen gut:“ Paten in Bürgel, Rumpenheim und Waldheim gesucht

Offenbach, den 11.08.2008, letzte Bearbeitung: 12.08.2008

"Gib Acht auf Offenbach“ – diesen Appell der Initiative „Besser leben in Offenbach“ nehmen bisher 18 Paten wörtlich: Sie sammeln Abfälle auf Grünflächen, pflegen Baumscheiben und Gräber oder übernehmen Schließdienste. Nun werden engagierte Bürgerinnen und Bürger gesucht, die Patenschaften insbesondere in Bürgel, Rumpenheim mit Biebernsee und Waldheim übernehmen möchten.

Über den Einsatz der Patin Ursula Schäfer (rechts) freut sich nicht nur "Besser leben"-Projektleiterin Sabine Süßmann von der SOH.
Über den Einsatz der Patin Ursula Schäfer (rechts) freut sich nicht nur "Besser leben"-Projektleiterin Sabine Süßmann von der SOH.

Ursula Schäfer ist seit Februar offiziell Patin für eine Obstwiese hinter ihrem Haus in Rumpenheim, auf der sie schon seit Jahren den Müll einsammelt. „Als gebürtige Offenbacherin liegt mir meine Stadt einfach am Herzen“, erklärt sie ihre Motivation. Seit sie den Unrat regelmäßig von der Fläche entferne, sei die Verschmutzung schon weniger geworden: „Da kamen wohl manche zum Nachdenken.“ Etwa fünf Stunden pro Woche macht Ursula Schäfer die Obstwiese sauber – das brachte ihr nun eine Ehrenamtskarte ein, mit der sie bundesweit zahlreiche Einrichtungen wie Zoos und Museen billiger besuchen kann.

An welchem Tag und zu welcher Uhrzeit die Patin sich um ihre Fläche kümmert, spielt keine Rolle. „Und wenn es mal gar nicht klappt, macht es auch nichts“, sagt Ursula Schäfer. „Besser leben“-Projektleiterin Sabine Süßmann von der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) betont: „Es geht darum, ein Auge auf eine Sache zu haben – es besteht aber keinerlei Verpflichtung, zu bestimmten Zeiten bestimmte Aufgaben zu erledigen.“ Auch das Einsatzgebiet ist sehr unterschiedlich: Während die von Frau Schäfer betreute Obstwiese 2000 m² umfasst, kümmern sich andere Paten „nur“ um eine Baumscheibe in ihrer Straße.

Über das Engagement der Paten freut sich auch Frank Weber, Abteilungsleiter im Ordnungsamt für Sauberkeit und Ordnung und städtischer Ansprechpartner für Kommunale Präventionsarbeit: „Müll einsammelnde Anwohnerinnen und Anwohner haben eine wichtige Vorbildfunktion für andere und übernehmen sichtbar Verantwortung für ihr Umfeld.“ Gleiches gelte für diejenigen, die einen anderen Dienst im Interesse des Gemeinwesens übernommen haben.

Verwahrloste Ecken bieten grundsätzlich einen Nährboden für Kriminalität. Ein sauberes Umfeld mit aktiven Bürgerinnen und Bürgern auf der Straße stärke die Lebensqualität im Wohngebiet und wirke ordnungswidrigen oder kriminellen Handlungen entgegen, betont Weber. Durch diesen Beitrag für mehr Sicherheit sei jede neue Patin und jeder neue Pate gleich doppelt willkommen. Das Ordnungsamt werde deren Hinweisen auf Müllsünder oder sonstige Ordnungsstörer unverzüglich nachgehen.

In diesem Zusammenhang dankte Weber der SOH und insbesondere Projektleiterin Sabine Süßmann ausdrücklich für die Organisation und Pflege der Patenschaften im Rahmen des Projekts "Besser leben in Offenbach".

Aktuell suchen die Verantwortlichen vor allem neue Paten für Bürgel, Rumpenheim und Waldheim. Unterstützt werden sie dabei vom „Runden Tisch Ost“, der das Bürgerengagement in diesen Stadtteilen stärken möchte. Die in diesem regionalen Präventionsgremium vertretenen Kitas, private wie städtische, wollen in den nächsten Wochen bei den Eltern gezielt für Patenschaften werben.

Für Spielplätze könnten etwa Mütter oder Väter eine Patenschaft übernehmen, indem sie während ihrer üblichen Besuche dort „nach dem Rechten“ schauen. Folgenden Stellen stehen zur Auswahl:

  • Bürgel: Adolf-Kolping-Platz, Am Entensee/Seestraße, Mecklenburger Straße und am Mainufer
  • Rumpenheim: Am Pfortengraben, Elsa-Brandström-Straße, Waitzenäcker Straße und Lachwiesen
  • Waldheim: Am Wiesengrund/Wilhelm-Busch-Straße und Lohweg

Der "Dalles" in Bürgel, der Kurhessenplatz und der Schlosspark in Rumpenheim könnten ebenfalls von wachsamen Augen profitieren. Außerdem sind Paten willkommen, die Schließdienste übernehmen, beispielsweise für den Bolzplatz am Landgrafenring. Patenschaften sind auch möglich für die Pflege von alten Gräbern oder Baumscheiben, hier insbesondere im Bereich der Berliner Straße.

Städtische Einrichtungen wie Kitas nehmen nach vorheriger Absprache den gesammelten Müll entgegen, damit den Paten keine Kosten bei der Entsorgung entstehen. Dadurch bekam Ursula Schäfer Kontakt zur Kita 11 in Rumpenheim und kam gleich auf die Idee, die Einrichtung zu unterstützen. Nun spielt sie einmal pro Woche mit den Kindern dort, sie liest vor - und wird von einigen schon als „dritte Oma“ bezeichnet. „So hat sich aus meiner Patenschaft etwas besonders Schönes entwickelt“, sagt Ursula Schäfer und strahlt. Gerade für rüstige ältere Leute, die sich am Leben beteiligen wollten, sei eine Patenschaft geeignet: „Dieser Einsatz tut dann allen Seiten gut.“

Wer sich als Pate engagieren möchte oder Fragen zum Thema hat, wendet sich an Projektleiterin Sabine Süßmann, Telefon 069 / 84 00 04-156, E-Mail besser-leben@offenbach.de