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Tage der Industriekultur: Junge Kunst in historischer Kulisse

Offenbach, den 25.07.2008, letzte Bearbeitung: 29.07.2008

Voller Energie zeigt sich die Route der Industriekultur Rhein-Main zum Abschluss der Sommerferien: Vom 29. Juli bis 3. August dreht sich zwischen Miltenberg am Main und Bingen am Rhein alles um das Fokusthema Energie. Auch in Offenbach finden ab Donnerstag, 31. Juli, diverse Veranstaltungen statt. Schwerpunkt der diesjährigen Tage der Industriekultur ist das Hafen-Areal, aber auch in der Heyne-Fabrik, am EVO-Gasturm oder bei den Führungen des Hauses der Stadtgeschichte gib es viel Interessantes zu entdecken.

Vom Lokschuppen zum kulturellen Treffpunkt: der Hafen 2
Vom Lokschuppen zum kulturellen Treffpunkt: der Hafen 2

Mit Ausstellungen und Rundgängen, mit Kino und Konzert wollen die Verantwortlichen des Projekt Hafen Offenbach zeigen, welches Potenzial der einst industriell genutzte Hafen in vielerlei Hinsicht birgt. So widmet sich eine Führung über das größte am Wasser gelegene Entwicklungsareal im Rhein-Main-Gebiet am Sonntag, 3. August, ab 14 Uhr den innovativen (Energie-)Konzepten für das neue Quartier. Der Rundgang über das sonst nicht zugängliche Areal beschäftigt sich mit den Fragen nach zukunftsweisender und nachhaltiger Stadtplanung. Info: Mainviertel Offenbach GmbH & Co. KG, Telefon (069) 84 00 04-600, Mail info@mainviertel-of.de

Ebenfalls am Sonntag steht ab 16 Uhr der ehemalige Lokschuppen der Hafenbahn im Focus. Eine Führung zeigt Relikte wie Deckenkran, Grube, Gleise und eigentümliche Stromverteiler. In dem weitläufigen Gebäude wurden die Lokomotiven der Hafenbahn untergestellt und gewartet, als Offenbach noch einen bedeutenden Industrie-Hafen hatte. Heute dient das Gebäude als „Hafen 2“ dem Verein suesswasser als Veranstaltungsort für Kunst, Konzerte und Begegnungen.

Zum Auftakt der Tage der Industriekultur in Offenbach gibt Tess Wiley, eine ausdrucksstarke Vertreterin der „Americana“-Bewegung des Alternative Folk, am Donnerstag, 31. Juli, ein Open Air-Konzert auf der Bühne am Hafenbecken (bei Regen im Café). Los geht es gegen 21.30, Einlass für 5 € ist ab 20 Uhr. www.mayspace.com/tesswiley.

Der Hafen 2 bietet jungen Künstlern aus der Region eine Plattform: Im Rahmen der Ausstellungsreihe interim.projekte haben sie die Möglichkeit, ihre Konzepte in der Galerie über dem Café zu verwirklichen. Die aktuelle Ausstellung „the trouble with life“ mit Beiträgen von David Heßler, Zero Reiko Ishihara, Kristin Lohmann, Achim Schauffele, Jan Schmidt, Jörg Simon und Daniela Kneip Velescu wird am Freitag, 1. August, ab 19.30 Uhr eröffnet. Am Wochenende ist sie jeweils bei freiem Eintritt von 12 – 18 Uhr zu sehen. www.interim-projekte.net.

Ein Klassiker der Kinogeschichte flimmert am Samstag, 2. August, ab ca. 21 Uhr über die Open-Air-Leinwand am Hafen: „Citizen Kane“, der gefeierte Debütfilm von Orson Welles über einen US-Zeitungsverleger und den American Dream, zeichnete 1941 ein medienkritisches Gesellschaftsporträt, das auch heute noch zu den echten Highlights der Filmgeschichte zählt.

Mehr Informationen zu allen Veranstaltungen im und am Hafen 2 gibt es unter Telefon (069) 98 55 85 11, Mail kontakt@hafen2.de.

Passend zum diesjährigen Schwerpunktthema Energie stellt die Energieversorgung Offenbach (EVO) bei den Tagen der Industriekultur ihren 100 Jahre alten Gasturm vor. Der markante Turm wurde 1908 am Nordring errichtet, 1995 saniert und danach in eine Kunstgalerie verwandelt. Ein kostenfreier Aktionstag zum Jubiläum stellt am Samstag, 2. August, ab 15 Uhr den historischen Bau vor, zudem gibt es Führungen durch das moderne Heizkraftwerk und ab 17 Uhr eine Lesung über Wasserkraft und Kohle, Feuer und Wind. Weitere Infos: Telefon 069 / 80 60 32 30 oder www.evo-ag.de, Rubrik Regionales/Veranstaltungskalender.

Kulturell statt industriell wird heute auch die Heyne-Fabrik in der Lilistraße genutzt. Eine Führung stellt die neuen Facetten des Geländes am Samstag, 2. August, ab 15 oder 17 Uhr vor (Dauer jeweils 1 Std.), Treffpunkt ist am Info-Zentrum in der Heyne-Fabrik. Eine Anmeldung ist erforderlich unter veranstaltungen@heynekunstfabrik.de.

Schon seit Anfang Juli ist die Ausstellung „Mythos Fabrik. Ein deutsch-amerikanischer Dialog“ im Haus der Stadtgeschichte zu sehen. Im Werk der Architekten und Künstler Troy und Anker West von "Sustainable Design Associates", Newark, treffen expressive großformatige Kohlezeichnungen aus den Fugen geratener Fabriken und geradlinige Bauzeichnungen für die Sanierung solcher aufgegebenen, einstürzenden Industriebauten aufeinander. Mit diesen Arbeiten aus dem Großraum New York treten Architekten aus dem Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main in einen Dialog ein: AS&P - Albert Speer & Partner GmbH mit dem Mousonturm in Frankfurt und dem Schlachthof Offenbach, sowie das Büro Backenstrass und Weiglein mit der Lederwarenfabrik Ludwigstraße 8 - 12 in Offenbach.

Zur Finissage der Ausstellung gibt es am Sonntag, 03. August, ab 11 Uhr Führungen im Haus der Stadtgeschichte und in den genannten, umgenutzten Fabrikbauten. Das Haus der Werbung in der ehemaligen Lederwarenfabrik erwartet dazu die Besucher von 13 bis 13.45 Uhr, danach geht es ab 14 Uhr zum Industriedenkmal Schlachthof Offenbach, das modernes Wohnen und Arbeiten im historischen Umfeld bietet.

Zudem lädt das Haus der Stadtgeschichte am Samstag, 2. August, von 16 bis 18 Uhr zu einer Radtour "Auf der Route der Industriekultur" ein. Das Industriedenkmal Bernardbau mit dem Haus der Stadtgeschichte ist Ausgangspunkt einer lehrreichen und unterhaltsamen Fahrt mit der Offenbacher Stadt- und Gästeführerin Anita Kremer. Sie begleitet die Teilnehmer unter anderem zur 1994 abgerissenen "Atlanta Gewürzmühle" und zu den Standorten der früheren Firmen "Kaiser-Friedrich-Quelle" und "Glocken-Brot". Die Teilnahme auf der etwa 15 Kilometer langen Strecke erfolgt auf eigene Gefahr und ist auf 25 Personen beschränkt; beim Eintreffen an der Museumskasse entscheidet die Reihenfolge.

Mehr Informationen zu Führungen und Radtour hat das Haus der Stadtgeschichte, Telefon 069 / 8065-2046, Mail hausderstadtgeschichte@offenbach.de.

Bei aller Vielfalt stellt das Offenbacher Programm nur einen Bruchteil des gesamten Angebots dar. Bei den diesjährigen „Tagen der Industriekultur“ sind 222 Veranstaltungen an 132 Orten im Rhein-Main-Gebiet angesetzt – deutlich mehr als im Vorjahr (180 Veranstaltungen an 104 Orten), was belegt, dass das Thema auf großes Interesse stößt. Das Programm ist kostenlos in Bürgerhäusern, Rathäusern, Tourist-Infos, Museen und IHK der Region erhältlich. Die Termine für Offenbach im Überblick inkl. ÖPNV-Hinweisen finden Sie auch als PDF am Fuße dieser Seite. Das komplette Angebot für die Region steht unter www.route-der-industriekultur-rhein-main.de.  


weitere Bilder: Der 100 Jahre alte EVO-Gasturm bietet heute Platz für eine Kunstgalerie.
Der 100 Jahre alte EVO-Gasturm bietet heute Platz für eine Kunstgalerie.