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Kompetenz in Sachen Umwelt – Birgit Simon stellt hochrangig besetztes städtische Gremium vor, das den Umweltschutz in Offenbach voranbringt

Offenbach, den 19.02.2009

Solaranlagen auf den Dächern der Stadt Offenbach, Ökostrombezug für sämtliche kommunale Liegenschaften und die Fortschreibung des Nahverkehrsplans auch unter ökologischen Gesichtspunkten kommen nicht von ungefähr. Gleiches gilt für die Etablierung und Weiterentwicklung der Ökomesse als festes Angebot für umweltbewusste Offenbacherinnen und Offenbacher oder die Erstellung eines Klimaschutzberichtes, der Offenbachs CO2-Einsparpotenzial aufzeigt.

All diese wichtigen Projekte und Maßnahmen sind oder waren vielmehr Arbeitsschwerpunkte einer kleinen Expertinnen- und Expertenrunde aus dem gesamten Stadtkonzern, die auf Einladung von Bürgermeisterin Birgit Simon seit einem Jahr Perspektiven und Strategien für einen wirkungsvollen kommunalen Umweltschutz erarbeitet und Wege zur Umsetzung festlegt.

Die Gruppe hat sich die Bezeichnung Umweltkompetenzteam gegeben, doch Simon betont, „dass neben der hohen fachlichen Kompetenz aller Beteiligten auch die hochrangige Besetzung mit internen und externen Entscheidern, die innerhalb und außerhalb der Verwaltung in verantwortungsvoller Führungsposition sind, maßgeblich dazu beiträgt, dass Diskussion, Entscheidungsfindung und konkrete Umsetzung der Arbeitsergebnisse zügig vorankommen.

„Wir wollen als Stadt selber sichtbar und vorbildlich agieren, um neben den positiven Effekten für Umwelt- und Klimaschutz vor allem viele Bürgerinnen und Bürger zur Nachahmung zu animieren. Denn oft erfordert energiesparendes Verhalten lediglich ein bestimmtes Wissen über die vielen wirkungsvollen Möglichkeiten, die uns bereits unser Alltagsverhalten bietet – verbunden mit der Motivation, etwas Gutes für die Umwelt zu bewirken“ ist sich Simon sicher. Daneben freut es aber auch die Mitglieder des Umweltkompetenzteams, wenn die Stadt innovativ ist – und etwa in der Frage des Ökostrombezuges für städtische Liegenschaften bundesweit zu einer der ersten Kommunen zählt.

Neben dem Vorstand der Energieversorgung Offenbach (EVO) in Person von Dr. Kurt Hunsänger und SOH-Geschäftsführer Jochen Böger sind die Geschäftsführer der SOH-Töchter Winfried Männche (GBO), Reinhard Hantl (EEG) und Ralph Döring (GBM) feste Mitglieder im Kompetenzteam; außerdem GOAB-Geschäftsführer Jürgen Schomburg und Anja Georgi, Geschäftsführerin der Lokalen Nahverkehrsorganisation (LNO). Für die Kernverwaltung sind dabei die Leiterin des Amtes für Stadtplanung und Baumanagement, Susanne Schöllkopf und Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Mobilität.

Für EVO-Technikvorstand Dr. Kurt Hunsänger ergänzt die Arbeit im Kompetenzteam der Bürgermeisterin das vorhandene Engagement des Unternehmens für den Klimaschutz. So ist die EVO gegenwärtig dabei, im Heizkraftwerk an der Andréstraße zu testen, ob sich Kohle durch Biomasse ersetzen lässt, berichtet Hunsänger. „Dabei muss analysiert werden, wie die Anlage auf die Umstellung auf den neuen Energieträger reagiert. Die Probephase soll bis Ende des Jahres 2008 abgeschlossen sein“, führt Hunsänger aus. Läuft alles nach Plan, dann wird die EVO bis zu 25 Prozent Kohle ersetzen. „Das wären 30.000 Tonnen Kohle jährlich, was zu einer Kohlendioxideinsparung von 60.000 Tonnen führen würde.“

Seit Anfang 2008 betreibt die EVO laut Hunsänger außerdem am Hauptgebäude eine Photovoltaikanlage. Das Besondere daran: Sie wurde nicht auf dem Dach installiert, sondern an der Fassade zur Andréstraße. Die Anlage ist 156 Quadratmeter groß; ihre Leistung beträgt etwa 30 Kilowatt. Damit lassen sich im Jahr bis zu 21.000 Kilowattstunden Strom erzeugen – das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von sieben Drei-Personen-Haushalten.

„Der dezentralen Energieerzeugung gehört die Zukunft“, urteilt der EVO-Vorstand. Daher beteiligt sich sein Unternehmen an der Erprobung des Mikrokraftwerks „Whispergen“. Der Flüstergenerator steht für eine neue Klasse von KWK-Anlagen in der Größe einer Waschmaschine, die für Ein-Familienhäuser geeignet sind und neben Wärme auch Strom produzieren. Zurzeit testet die EVO auch diese innovative Form der dezentralen Energieerzeugung auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Der Probebetrieb dauert bis Ende des Jahres 2008, sagt Hunsänger. Die EVO will damit dazu beitragen, unrentable und klimaschädliche Ölheizungen durch innovative Wärmeerzeugung zu ersetzen.

Mit ihrem Angebot ist die EVO außerdem auf der diesjährigen Ökomesse vertreten, deren Vorbereitung ebenfalls im Umweltkompetenzteam abgestimmt wird. Sie findet in diesem Jahr am 08.06.2008 von 11.00 - 18.00 Uhr auf dem Buchhügelhof statt – und bietet damit bereits zum dritten Mal ein kostenloses Informationsangebot mit den Schwerpunkten Bauen, Erneuerbare Energien, Essen + Trinken, Gartenbau, Mobilität, Recycling, Solartechnik und Wohnen. Vertreten sein werden über 50 Aussteller, verrät GOAB-Geschäftsführer Jürgen Schomburg, bei dem die Fäden für die Vorbereitung der Messe zusammenlaufen. Neu ist in diesem Jahr, dass die Messe von einem Malwettbewerb für Kinder und einer Umweltralley für alle flankiert wird.

Für Joachim Böger, Geschäftsführer der Stadtwerke Offenbach Holding ist die Schwerpunktsetzung auf Umweltschutz ebenfalls ein wichtiger Aspekt bei der Bereitstellung von kommunalen Dienstleistungen.

„In den vergangenen Jahren hat die Stadt Offenbach gemeinsam mit dem Stadtwerke Offenbach Holding Konzern ihre Bemühungen um eine auch unter ökologischen Aspekten lebenswerte Stadt intensiviert. Unter dem Slogan „Besser leben in Offenbach“ fassen wir mit diesem Ziel zahlreiche Projekte der SOH GmbH und ihrer Gesellschaften zusammen. Jüngste Beispiele hierfür sind die Errichtung von Solaranlagen auf vier Gebäuden der Stadtwerke sowie dem Ledermuseum, die Erstellung eines jährlichen Umweltberichtes unserer Gesellschaften, ein nach neuesten ökologischen Gesichtspunkten ausgestatteter Busfuhrpark oder auch das energetische Sanierungsprogramm der GBO, bei dem ein Teil des Wohnungsbestandes so saniert wurde, dass Heizkosten und damit letztendlich auch der CO2- Ausstoß verringert werden. Darüber hinaus werden die Gesellschaften EEG und GBM für alle städtische Gebäuden ein Energiecontrolling aufbauen, um deren jeweiligen Emissionslasten aufzuzeigen und Maßnahmen zu identifizieren, die diese verringern können. Auch an der diesjährigen Ökomesse nehmen wir nicht nur mit vier unserer Gesellschaften teil, sondern sind erstmalig auch Mitveranstalter und an der Organisation und Finanzierung beteiligt.“

Dass die Möglichkeiten kommunalen Umweltschutzengagements noch lange nicht ausgeschöpft sind, macht Simon zufolge der prall gefüllte Themenspeicher der Kompetenzgruppe deutlich. „Gemeinsam werden wir noch das ein oder andere konkrete Projekt auf den Weg bringen, etwa im Bereich zukunftsweisender Energiekonzepte in der Bauleitplanung oder hinsichtlich der Etablierung aussagekräftiger Umweltberichte für die Gesellschaften und die Kernverwaltung“ verrät Simon. Auch Prüfaufträge werden im Team abgearbeitet – etwa in der Frage nach alternativen Treibstoffen im Fuhrpark der städtischen Gesellschaften.

Mit ihrem Themenspektrum setzt die Umweltkompetenzgruppe genau an jenen Themen an, welche für die meisten Menschen derzeit einen immer größeren Stellenwert einnehmen, ist sich Simon sicher. „Nicht erst seit der neu entflammten Klimadebatte und der sich abzeichnenden Entwicklung unserer Energiekosten kommen immer mehr Menschen zu der Überzeugung, dass nachhaltiger Umweltschutz zukünftig eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt unserer Lebensqualität darstellt“, so die Umweltdezernentin.

„Wir sehen unsere Aufgabe nicht nur darin, das Thema Klima- und Umweltschutz voran zu bringen, sondern insbesondere auch im Kompetenzteam ein Netzwerk von Handlungs- und Wissensträgern, die mit konkreten Zielen und Umweltstandards heute die Weichen für morgen stellen. Unternehmen können als konkrete Vorbilder sehr viel bewirken, das zeigen Projekte wie zum Beispiel die Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden oder die in den Umweltleitbildern festgeschriebenen Umweltstandards, die wir angehen“ sagt Heike Hollerbach vom Amt für Umwelt, Energie und Mobilität.


Übersicht: Themen im Umweltkompetenzteam

- Photovoltaik auf öffentlichen Dachflächen (AG Photovoltaik)
- Klimaschutzpreis der Stadt Offenbach
- Ökoprofit – Umweltmanagement in Offenbacher Betrieben
- Umweltbericht der EVO und SOH
- Offenbacher Ökomesse
- Umweltstandards Kommunaler Fuhrpark – Einführung von Car-Sharing
- Einführung eines Fahrradmietsystems (Nextbike)
- Energiekonzepte in der Bauleitplanung
- Ökostrom im Stadtkonzern

Mitglieder des Umweltkompetenzteams:

Joachim Böger
SOH Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
Geschäftsführer

Ralph Döring
GBM Gebäudemanagement GmbH Offenbach
Geschäftsführer

Anja Georgi
LNO Lokale Nahverkehrsorganisation Offenbach GmbH
Geschäftsführerin

Reinhard Hantl
EEG Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH Offenbach
Geschäftsführer

Heike Hollerbach
Amt für Umwelt, Energie und Mobilität
Amtsleiterin

Dr. Kurt Hunsänger
EVO Energieversorgung Offenbach AG
Vorstandsmitglied

Dieter Lindauer
SOH Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
Prokurist

Winfried Männche
GBO Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH
Geschäftsführer

Susanne Schöllkopf
Amt für Stadtplanung und Baumanagement
Amtsleiterin

Jürgen Schomburg
GOAB Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft mbH
Geschäftsführer

Birgit Simon
Bürgermeisterin