125 Jahre Bus und Bahn zwischen Offenbach und Frankfurt
Offenbach, den 14.09.2009, letzte Bearbeitung: 03.03.2010Vor 125 Jahren fand die Eröffnung der Verbindung zwischen den beiden Städten Frankfurt und Offenbach mit der ersten elektrischen Straßenbahn, der so genannten „Knochemiel“, statt.
Betreiberin dieser Pionierleistung: die Frankfurt-Offenbacher-Trambahn-Gesellschaft (FOTG). Fasziniert und skeptisch betrachtete die Bevölkerung der beiden Städte die mit damals erstaunlichen 12 Kilometern in der Stunde fahrende Bahnen.
Durch den Bau einer Oberleitung, über die die Straßenbahn mit Elektrizität versorgt wurde, war erstmalig ein Parallelverkehr mit Mensch und Pferd möglich. Im Gegensatz zur Hauptstadt Berlin, wo die Bahn zunächst über die Gleise den Strom bezog, konnte der Individualverkehr in Frankfurt und Offenbach die Schienen kreuzen. Berührten in Berlin jedoch Mensch oder Tier gleichzeitig beide Schienen kam es zum Unglück. Zur Sicherheit musste die Strecke eingezäunt werden.
Die „Knochemiel“, die ihren Namen auf Grund der unsanften Beförderung ihrer Fahrgäste erhielt, wurde trotz hoher Betriebskosten schnell ein Erfolgsmodell. Schon im ersten Jahr beförderte die FOTG mehr als eine Million Fahrgäste. Die höchste Tageseinnahme lag in dieser Zeit bei 1.399 Mark, bei einem Fahrpreis von 20 Pfennigen pro Strecke. Schon in den Jahren 1905 / 1906 erwarben die beiden Städte jeweils ihren Streckenanteil von der FOTG und bauten in den fol-genden Jahren die Strecke für die neue Linie 16 von der 1.000 mm Spurbreite nach und nach auf die heute noch in Frankfurt benutzten 1.435 mm breiten Gleise aus.
Auch wenn die Bindung zwischen Frankfurt und Offenbach vor 125 Jahren noch enger war und die Linie 16, als Nachfolgerin der ersten „Elektrischen“ heute an der Offenbacher Stadtgrenze endet, ist die Nahverkehrsverbindung zwischen den beiden Städten nie abgerissen. Durch die Beteiligung der VGF an den Offenbacher Verkehrs-Betrieben sowie die gegenseitige Beteiligung an den Töchtern Main-Mobil Frankfurt und MainMobil Offenbach besteht eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit im Öffentlichen Personen-Nahverkehr. Hier werden Synergieeffekte beim gemeinsamen Einkauf, dem Vertrieb oder bei der Abstimmung im Betrieb über die Stadtgrenzen hinaus genutzt. So kann die OVB eine bessere Kostenstruktur durch höhere Auslastung von Werkstatt und Verwaltung erzielen und die ICB, Wettbewerbstochter der VGF, profitiert beim Einsatz auf den Buslinien im Frankfurter Osten von dem näher gelegenen OVB-Betriebshof. Damit eröffnen sich für beide Städte und Unternehmen gute Aussichten, sich auch auf einem in Zukunft wandelnden Markt erfolgreich zu behaupten.
Anlässlich dieses Jubiläums und der erfolgreichen Verbindung der beiden Städte rollt ein Exemplar des letzten gemeinsam eingesetzten Triebwagens wieder in seinem Originalzustand. Der „O“-Wagen wurde im April 1969 als erster Zweirichtungswagen auf der zu diesem Zeitpunkt schon bis Offenbach Marktplatz verkürzten Strecke eingesetzt. Neun Wagen des Herstellers Duewag wurden gekauft, an der Investition beteiligten sich die Stadtwerke Offenbach mit zwei Wagen, obwohl es seit 1967 keinen Gemeinschaftsbetrieb mehr auf der Linie 16 gab. Der beliebte „Straßenbahn-Klassiker“ feiert 2009 sein 40-jähriges Jubiläum.
Die Entwicklung des ÖPNV zwischen Frankfurt und Offenbach dokumentiert das Verkehrsmuseum in seiner neusten Ausstellung „125 Jahre Busse und Bahnen zwischen Frankfurt und Offenbach“. Die Ausstellungseröffnung findet zur „Nacht der Museen“ am 25. April 2009 statt, im Verkehrsmuseum Frankfurt am Main, Rheinlandstraße 133, Schwanheim. Hier besteht die Möglichkeit neben dem „O“-Wagen weitere alte Bahnen als Shuttle in die Innenstadt zu nutzen. Da das Museum zudem kostenlose Parkplätze zur Verfügung stellt, bietet es sich an, hier die Museumstour zu starten. Interessierte Besucher erhalten vor Ort die Broschüre der VGF „125 Jahre Busse und Bahnen zwischen Frankfurt und Offenbach“.
Zur Offenbacher Woche wird die Ausstellung dann erstmal in Offenbach zu sehen sein. Am 6. und 7. Juni ist sie Bestandteil des SOH-Konzernauftritts auf dem Hugenottenplatz. Nach der Offenbacher Woche wandert sie zunächst ins Rathaus, wo sie bis Ende Juni im Zwischengeschoss ausgestellt wird. Weitere Ausstellungsorte in Offenbach werden derzeit festgelegt und können unter www.offenbach.de/bus-und-bahn/ eingesehen werden.
Weitere geschichtliche Informationen zum Nahverkehr in den beiden Städten, entnehmen Sie bitte der Broschüre „125 Jahre Busse und Bahnen zwischen Frankfurt und Offenbach“, die als Download unter www.vgf-ffm.de/downloads zur Verfügung steht.
Bei Rückfragen an die VGF:
Dana Vietta
Tel.: 069 213 26251
Bei Rückfragen an die OVB:
Christine Wüst
Tel.: 069 800 58804
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
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