Neues Sortierverfahren ersetzt Biotonne in Offenbach
Offenbach, den 17.03.2009Ein innovatives Verfahren zur Abtrennung von biologischen Abfällen ohne die zusätzliche Einführung einer separaten Biotonne testet der ESO Eigenbetrieb (ESO) seit Anfang des Jahres. Ziel ist es, den sogenannten Bioabfall aus dem Offenbacher Hausmüll zu trennen und einer geeigneten Entsorgung oder Verwertung zuzuführen.
Zu diesem Zweck wird der in Offenbach gesammelte Hausmüll in eine zu Testzwecken eingerichtete Sortieranlage transportiert. Die Sortierung erfolgt rein maschinell mittels Schredder, Trommelsieb und Metallabscheidern. Einzelne Bestandteile der Abfälle können damit in Zukunft sinnvoller verwertet werden. Als Ergebnis verspricht sich der ESO ein gutes Drittel an Bioabfällen, die direkt Kompostier- und Verwertungsanlagen angeliefert werden können. Dort werden die organischen Abfälle beispielsweise zur Energiegewinnung und zur Verwertung als Kompostmaterial genutzt.
Nur etwa 65 Prozent des in grauen Tonnen gesammelten Hausmülls ist Restmüll im klassischen Sinne. Die restlichen 35 Prozent sind Stoffe wie Metalle, Folien und vor allem der sogenannte Biomüll. Als Partner konnte ESO die Firmen Rhein-Main-Deponie (RMD) aus Wicker und die Firma Meinhardt Städtereinigung gewinnen.
Bisher wurden alle gesammelten Abfälle aus der grauen Restmülltonne der Verbrennung zugeführt. Das neue Verfahren ermöglicht den Offenbacher Haushalten eine ökologische Abfallverwertung auch ohne die zusätzliche Biotonne. Ferner soll das neue Verfahren dazu dienen, die Abfallgebühren in Offenbach weiter stabil zu halten. Anfang des Jahres erhöhte die RMA die Entsorgungsentgelte für Restmüll um 23 %, dies bedeutet für die Offenbacher Bürger eine Mehrbelastung von etwa 700.000 Euro. Durch das neue Verfahren soll zumindest ein Teil dieser Mehrkosten aufgefangen werden.
Allein in den Monaten Januar und Februar 2009 wurden mehr als 4.000 Tonnen Hausmüll mit diesem neuen Verfahren sortiert. Insgesamt konnten hierbei, trotz ungünstiger Jahreszeit und Witterung, bereits 1.400 Tonnen biogene Abfälle einer separaten Verwertung zugeführt werden. Genehmigt und begleitet wird das Projekt durch das zuständige Regierungspräsidium.
Der Startschuss für die Überlegungen fiel bereits im Juni 2007 mit dem Beschluss der Stadtverordneten, den in Offenbach anfallenden Biomüll einer getrennten Verwertung zuzuführen. Für die Umsetzung dieses Vorhabens wurden zwei Varianten geprüft, die Einführung einer separaten Biotonne und die maschinelle Aussortieren von biologischen Abfällen. Eine vom ESO beauftragte Konzeptstudie ergab, dass sich die Einführung einer Biotonne aus ökonomischer und ökologischer Sicht in Offenbach nicht empfiehlt.
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