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SFO legt Konzept für Stadion-Neubau am Bieberer Berg vor

Offenbach, den 23.06.2009, letzte Bearbeitung: 15.09.2009

Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung am 02. Juli 2009 ist ein neues Stadion am Bieberer Berg möglich: Die Sport und Freizeit GmbH Offenbach (SFO), eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH), hat am 17. Juni dem Magistrat ein Konzept für Neubauplanung, Finanzierung und Betrieb des Stadions vorgelegt. Ziel ist es, dass der Profifußball in Offenbach eine Zukunft hat und dass der OFC ein modernes, multifunktionales Stadion erhält.

„Als Traditionsverein und Imageträger gehören die Kickers einfach zu unserer Stadt“, betont Oberbürgermeister Horst Schneider. „Damit das im Profi- wie im Breitensport so bleibt, sind wir auch bereit zu investieren.“

Laut SOH-Geschäftsführer Joachim Böger stellt das vorgelegte Konzept einen weiteren Baustein für die zusätzliche Aufgabe der Stadtwerke Offenbach Holding dar, den Standort Offenbach positiv weiter zu entwickeln.

SFO-Geschäftsführer Dieter Lindauer erläutert, dass das bestehende Stadion derzeit vom DFB nicht für die 2. Liga zugelassen sei. „Um das zu ändern und um dem OFC die erforderlichen Mietzahlungen zu ermöglichen, haben wir ein für Stadt, SOH und den OFC finanzierbares gemeinsames Konzept erarbeitet. Zielsetzung des Konzept ist es, ein modernes, 2.- Liga taugliches Stadion zu realisieren, das sich im Betrieb selbst trägt und auch über einen für den OFC leistbaren Mietpreis mitfinanziert werden kann. An dieser Stelle möchte ich mich bereits für die konstruktive Partnerschaft mit dem OFC in Personen von Herrn Thomas Kalt, Vize-Präsident und Herrn Jörg Hambückers, kaufmännischer Manager bedanken.“

Zentraler Bestandteil des vorgelegten Konzepts ist die Gründung von zwei neuen Gesellschaften: „Das eröffnet uns ganz neue Vermarktungs- und Finanzierungsmöglichkeiten und trägt gleichzeitig zur Risikominimierung bei“, sagt Lindauer. Die neue „Stadiongesellschaft Bieberer Berg mbH Offenbach“ wird als SFO-Tochter und SOH-Enkelin die Liegenschaft am Bieberer Berg von der Stadt erwerben. Im Anschluss fungiert sie als Bauherrin und Betreiberin der neuen Spielstätte. Die SOH stattet die Gesellschaft mit dem notwendigen Eigenkapital aus und übernimmt auch die Startkosten.

Der OFC Kickers 1901 e.V. wird seine Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern, so dass sich der OFC Kickers 1901 e.V. künftig ausschließlich auf den Breitensport konzentrieren kann. Diese Ausgliederung aus dem Verein entspricht den aktuellen Richtlinien des Deutschen Fußball Bundes (DFB), um die Professionalisierung des Fußballs voranzubringen, und ist Bedingung für die Realisierung eines Neubaus. Der OFC hat gegenüber der SOH schriftlich bestätigt, dass der Verein das für die Gründung notwendige Stammkapital von 1. Mio. Euro aufbringen kann.

Die neue OFC-Gesellschaft schließt dann einen Mietvertrag mit der Stadiongesellschaft. Hierfür streben beide Seiten eine fixe Miete an. Der Mietpreis wird über Einnahmen abgedeckt, die die OFC Gesellschaft, beispielsweise aus Sponsorengeldern erwirtschaftet. Die Stadiongesellschaft ihrerseits kann die Liegenschaft am Bieberer Berg für Drittnutzungen wie beispielsweise Konzerte und andere Veranstaltungen vermarkten und damit zur Etablierung des neuen Stadions als Image- und Standortfaktor für Offenbach beitragen.

„Der OFC freut sich natürlich sehr, dass die vielen Verhandlungen und Gespräche der letzten Monate heute zu einer einstimmigen Entscheidung für ein neues Stadion im Magistrat geführt haben. Dies zeigt uns, dass der eingeschlagene Weg, gemeinsam mit der SOH und den eingesetzten, externen Fachleuten das Projekt in Ruhe, unter Berücksichtigung aller Interessen in vielen Gesprächen auszuarbeiten und zu finalisieren, die richtige Entscheidung war. Mit dieser positiven Entscheidung können wir unseren Fans endlich das Signal senden, dass der Profifußball für den OFC am Bieberer Berg in der Zukunft gesichert ist. Darüber hinaus macht es uns stolz, dass wir das gegebene Versprechen an unsere Fans – Stehplätze auf der Gegengeraden – halten konnten. Besonders bedanken möchten wir uns bei Herrn Dieter Lindauer (SOH), unter dessen Federführung das Projekt so aktiv vorangetrieben wurde und natürlich beim Magistrat der Stadt Offenbach, für das einstimmige Votum“, so OFC-Vizepräsident Thomas Kalt.

„Ein Projekt dieser Größenordnung, plant man nicht alle Tage. Es waren viele intensive Gespräche notwendig, um „Business-Pläne“ und rechtliche Beziehungen untereinander zu regeln. Letztendlich hat alles zu einer wirtschaftlichen Einigung geführt, die für beide Seiten gut ist“, so Jörg Hambückers, Kaufmännischer Manager des OFC.

Anpfiff im neuen Stadion für Spielsaison 2011/2012 geplant
Mit dem Neubau soll im Sommer/Herbst 2010 (nach Ende des letzten Heimspiels in der Saison 09/10) begonnen werden, noch vor der Spielsaison 2011/2012 sind die Arbeiten voraussichtlich beendet. Der Neubau entsteht aller Voraussicht nach auf dem „Fußabdruck“ des alten Geländes. Geplant ist eine Zuschauerkapazität von rund 18.000, ein optionaler Ausbau sieht weitere 3.000 Plätze vor.

Die auch extern geprüften Netto-Baukosten des geplanten Ein-Rang-Stadions betragen, inklusive Abriss und Infrastruktur, rund 25 Mio. € netto. „ Das den Baukosten zugrunde liegende Planungskonzept für das Stadion Bieberer Berg, der dritten Stadiongeneration für die 3. + 2. Liga stellt eine innovative und funktionale Lösung mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis dar, die den Rahmenbedingungen des Standortes Offenbach gerecht wird und damit dem OFC eine ausgezeichnete Zukunftsperspektive in sportlicher, atmosphärischer und wirtschaftlicher Hinsicht bietet“, so Herr Dr. Claus Binz, Geschäftsführer des Instituts für Sportstättenberatung GmbH (IFS) aus Bad Münstereifel.

Die Baukosten sollen durch Stadt Offenbach, Stadtwerke Offenbach Holding GmbH und weitere Beteiligte getragen werden. „Die Stadt wird den Stadionneubau mit einem Zuschuss von 5 Millionen Euro fördern, der aus Mitteln der städtischen Haushalte 2009–2012 erbracht wird“, kündigt OB Schneider an. Wie SOH-Prokurist Lindauer mitteilt, werde die Holding ihrerseits 5 Mio. € für den Stadionbau in ihren Wirtschaftsplan 2010 einstellen. Darüber hinaus sind die Vertreter der Stadt Offenbach mit dem Land Hessen im Gespräch, um die Möglichkeit der Einbringung von Landesmitteln zur Realisierung des neuen Stadions zu erörtern. Für eine solche Unterstützung hat sich auch DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger eingesetzt.

Ende 2008 hatten Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach die Sport und Freizeit GmbH Offenbach (SFO) - eine 100%ige Tochter der SOH - mit der Ausarbeitung von Umbau- und Entwicklungsvarianten und einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für das Stadion Bieberer Berg beauftragt. Dem nun vorgelegten Konzept, das der Magistrat mit einem Grundsatzbeschluss befürwortete, muss die Stadtverordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung am 2. Juli noch zustimmen.