Baubeginn für neuen Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim
Offenbach, den 25.08.2009Die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim wird in Zukunft bei Bränden oder Katastrophen in Bürgel ausrücken. Am Mainzer Ring begann am 21. August 2009 der Bau eines neuen Feuerwehrstützpunktes, der den neuesten Anforderungen entspricht. Die Lage ermöglicht der Wehr, innerhalb von nur acht Minuten Fahrzeit an den meisten Einsatzorten einzutreffen, um bei Bedarf die Berufsfeuerwehr zu unterstützen. Im Vergleich zum jetzigen Standort im Marstallgebäude des Rumpenheimer Schlosses ist dies ein Vorteil von mehreren Minuten, die im Ernstfall entscheidend sein können. Der alte Stützpunkt wird zum Domizil für die Jugendfeuerwehr Offenbach umgebaut.
Das Herz des Rumpenheimer Feuerwehrvereins schlägt natürlich weiterhin in Rumpenheim. Weil die Freiwillige Feuerwehr natürlich auch eine wichtige Rolle im sozialen und kulturellen Ortsgeschehen spielt, bleibt das >Marstallgebäude weiterhin Sitz des Feuerwehrvereins.
Schneller an Ort und Stelle
Für den Standortwechsel des Feuerwehrstützpunktes waren letztlich taktische und finanzielle Aspekte >ausschlaggebend. Denn die Rumpenheimer Wehr hatte bislang den längsten Anfahrtsweg zu den Einsatzorten, die meist in der Innenstadt liegen. Sowohl die Kameraden in Bieber als auch die in Waldheim gelangen nach dem Ausrücken schnell auf eine der Hauptverkehrsstraßen. Die Rumpenheimer mussten bislang hingegen erst einmal die engen Gässchen rund ums Schloss durchqueren. Außerdem war die Feuerwehrausfahrt wegen der zahlreichen Festivitäten rund ums Schloss häufig durch parkende Autos verstellt.
Hinzu kamen bauliche Gründe. Das Marstallgebäude steht unter Denkmalschutz. Viele der modernen Feuerwehreinsatzfahrzeuge passen schlicht nicht durch die historischen Flügeltore. In der Fahrzeugbeschaffung war die Wehr daher bis dato eingeschränkt. Die neueren Fahrzeuge werden jedoch immer größer und höher. Die Vorzüge des neuen Standorts werden dann voll zur Geltung kommen, wenn der Mainzer Ring erst einmal in ganzer Länge als Umgehungsstraße für Bürgel fertig gestellt ist. Das wird voraussichtlich bis 2012 dauern.
Zu Beginn dieses Jahres wurde bereits ein kleiner Abschnitt des Mainzer Rings als Verbindungsstück zwischen dem künftigen Feuerwehrstandort und der Rumpenheimer Straße als Baustraße hergestellt. Zunächst werden die Einsatzfahrzeuge über diese Baustraße ausrücken. Und selbst das bedeute schon einen Zeitgewinn von schätzungsweise zwei bis drei Minuten. Mit Fertigstellung des Mainzer Ringes wird sich die Situation dann nochmals wesentlich verbessern.
Platz für alle Fahrzeuge
Planung und Bau des neuen Feuerwehrstützpunktes wird von der Entwicklung, Erschließung, Gebäudemanagement GmbH (EEG) mit viel Sinn für feuerwehrtechnische Belange gemanagt. Das Gebäude erhält eine geschwungene Fassade, die sich dem Kurvenverlauf des geplanten Mainzer Rings anpasst. Die große Fahrzeughalle wird fünf Fahrspuren umfassen – Platz genug für die fünf Einsatzfahrzeuge und die beiden Boote für die Wasserrettung, die ebenfalls zu den speziellen Aufgaben der Rumpenheimer Feuerwehr gehört. Bei Bedarf kann später ein Lagerraum ohne großen Aufwand zu einer sechsten Fahrspur umgenutzt werden. Daneben gibt es ein weiteres Lager und eine Werkstatt.
Ebenfalls im Erdgeschoss sind der Funkraum, die Kleiderkammer, drei Büros sowie die Umkleideräume, Duschen und Toiletten untergebracht. Im Obergeschoss befindet sich ein Unterrichtsraum, der bei Hochwasser als Zentrale genutzt werden kann. Daneben gibt es einen Aufenthaltsraum für die Bereitschaftskräfte.
Bauzeit bis Juni 2010
Das Objekt ist so geplant, dass der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser mehr als 30% unter den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV -30%) bleibt. Damit werden auch die Anforderungen des Erneuerbare-Energie-Wärmegesetzt (EEWärmeG) erfüllt. Die Dächer über der Fahrzeughalle und dem Sozialtrakt sind für die nachträgliche Installation von Photovoltaik-Anlagen ausgelegt. Darüber hinaus sind die Dachflächen in weiten Bereichen mit extensiver Begrünung geplant.
Den Bauantrag hat die EEG als bevollmächtigter Vertreter des Bauherrn am 25.03.2009 beim Bauaufsichtsamt mit der Bitte um Prüfung und Genehmigung eingereicht. Mit Datum vom 12.08.09 wurde die Baugenehmigung erteilt. Nach dem in der 34. KW 2009 bereits erste Vorarbeiten stattfanden, wurde mit dem Bau am 21. August 2009 mit dem offiziellen 1. Spatenstich begonnen. Im Juni 2010, nach etwa zehnmonatiger Bauzeit, soll die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim ihre neue Einsatzzentrale beziehen können. Auf dem Außengelände wird es neben Park- und Übungsplätzen auch einen Waschplatz für die Einsatzfahrzeuge und einen Grillplatz geben. Denn Geselligkeit fördert den Zusammenhalt unter den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleuten.
Die Kosten für den Neubau sind auf 2,475 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen 150.000 Euro, die der Umbau des alten Domizils in der Schlossanlage kosten soll. Dort wird dann auch Stadtbrandinspektor Heinz Walter seinen Verwaltungssitz haben. Er ist zuständig für alle Freiwilligen Feuerwehren und ist deren Bindeglied zur Berufsfeuerwehr. Daneben führt er die Dienstaufsicht über die Jugendfeuerwehr Offenbach, die ihren Sitz künftig in der Schlossgasse 1 und nicht mehr im Gartenfeld in Waldheim haben wird. Der Feuerwehr-Nachwuchs wird in der Schlossgasse künftig mehr Platz zur Verfügung haben. Es wird einen Unterrichtsraum geben und auch die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die die Brandschutzerziehung in Offenbacher Kindergärten und Schulen leiten, werden dort ihre Basis haben.
Zuschuss des Landes in Aussicht
Das Land Hessen hat für beide Bauprojekte einen Gesamtzuschuss in Höhe von 434.000 Euro in Aussicht gestellt, so dass die Stadt 2,18 Millionen Euro für die Maßnahme aufbringen muss. Um mögliche Verzögerungen im weiteren Projektablauf zu vermeiden, hatte das Ministerium bereits im April 2009 einem vorzeitigen Baubeginn zugestimmt.
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach hatte den, unter der Führung der EEG in Zusammenarbeit mit Dritten erarbeiteten, Planungs- und Kostendaten im Februar diesen Jahres zugestimmt und das Bauvorhaben zur Realisierung frei gegeben. Die EEG betreut die Maßnahme in ihrer Gesamtheit treuhänderisch für die Feuerwehr der Stadt Offenbach und ist als Bauherrenstellvertreter entsprechend bevollmächtigt. Die EEG wird diesen großen Vertrauensbeweis des Bauherrn durch entsprechende Leistungen rechtfertigen, hieß es.
Offenbach.de
Stadtwerke Offenbach Holding
Energieversorgung Offenbach AG
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