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Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main: Veranstaltung der Regionalen Projektleitstelle informierte über Aktivitäten und Projekte

Offenbach, den 02.11.2010, letzte Bearbeitung: 15.06.2011

Unter dem Titel „Zukunftsfähig – Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main“ fand am Montag, 1. November 2010, die erste Multiplikatorenveranstaltung der Regionalen Projektleitstelle Rhein-Main im Offenbacher Büsing-Palais statt.

Auf dem Podium wurde über Erwartungen und Herausforderungen der Zukunftstechnologie diskutiert. Fotos: Bernd Georg
Auf dem Podium wurde über Erwartungen und Herausforderungen der Zukunftstechnologie diskutiert. Fotos: Bernd Georg

Die Modellregion Rhein-Main ist eine von acht Modellregionen in Deutschland, die vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert wird; ihre Leitstelle ist angesiedelt bei der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH). Rund 150 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung sprachen zu Themenfeldern der Elektromobilität und diskutierten über Erwartungen und Herausforderungen der Zukunftstechnologie. Zudem präsentierten zahlreiche Anbieter elektrisch betriebene Fahrzeuge der interessierten Öffentlichkeit.

Rainer Bomba, Staatssekretär im BMVBS, kündigte in Offenbach an, dass Mittel für die Förderung der Elektromobilität auch nach Mitte 2011 bereitgestellt werden.

Diese Nachricht hörte nicht nur Oberbürgermeister Horst Schneider mit Freude. Zum Auftakt der Veranstaltung hatte das Offenbacher Stadtoberhaupt gefordert, dass die Politik auch weiterhin die Rahmenbedingungen für einen Paradigmenwechsel im Verkehr schaffen müsse. „Wenn die Elektromobilität schnell wachsen würde, wäre das ein ungeheurer Vorteil für die Lebensqualität in den Großstädten“, unterstrich Schneider.

Es gelte, die Technologie den Menschen vorzustellen und sie dafür zu begeistern. „Nur so kann der Einsatz von Elektromobilität im Alltag vorangetrieben werden“, sagte Schneider. „Die in Offenbach ansässige regionale Projektleitstelle hat dies zur zentralen Aufgabe - und die heutige Veranstaltung ist ein wesentlicher Beitrag dazu.“

Hessen habe das Ziel, zum Modell-Land der nachhaltigen Nutzung zu werden, sagte Ingmar Jung, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. „Wir können bei der Erforschung der Zukunftstechnologie Elektromobilität und bei der Suche nach einer Ressourcen schonenden Mobilität eine Vorreiterrolle übernehmen. Unser Bundesland bietet beste Voraussetzungen, die erstklassige Kompetenz von Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen zu bündeln, um dann Praxiserfahrungen zu sammeln.“ Durch die Vielfalt der Verkehrsströme sei das Rhein-Main-Gebiet als Modellregion Elektromobilität „geradezu prädestiniert“, so Jung. Ziel sei es, die moderne, klimaverträgliche und ressourcenschonende E-Mobililität für Bürgerinnen und Bürger konkret erfahrbar zu machen. 


BMVBS-Staatssekretär Rainer Bomba lobte Engagement in Offenbach 
Sein Berliner Kollege, Staaatssekretär Bomba, gratulierte der Regionalen Projektleitstelle Rhein-Main zu der hochkarätigen Veranstaltung in Offenbach: „Ich wäre froh, wenn die anderen Modellregionen auch solch ein Engagement zeigen würden.“ Das Thema E-Mobilität stehe auf der Agenda der Bundesriegerung ganz oben. „Der Verkehr von morgen muss effizienter und nachhaltiger werden. Deshalb unterstützen wir die Marktvorbereitung der Elektromobilität. Gemeinsam mit der Industrie wollen wir Deutschland zum Leitanbieter und Leitmarkt für elektromobile Anwendungen machen.“ In acht Modellregionen fördere das Bundesverkehrsministerium mehr als 200 Einzelprojekte mit rund 130 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II. Davon fließen etwa neun Mio. € in die Rhein-Main-Region. „Das ist gut investiertes Geld, von dem insbesondere auch kleine und mittelständische Unternehmen profitieren."

Ziel sei es, bis zum Jahr 2020 rund eine Million Elektrofahrzeuge auf die deutschen Straßen zu bringen, führte Bomba aus: „Das ist eigentlich zu wenig, aber angesichts des Sparkurses schon ein Kraftakt.“ So habe er in langwierigen Haushaltsverhandlungen erreicht, dass die Modellregionen Elektromobilität auch nach dem Auslaufen des Konjunkturpakets II ab Mitte 2011 unterstützt werden. Neben der Produktion von E-Fahrzeugen für alle Verkehrswege sei auch der Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur entscheidend.


"Nur durch E-Mobilität lässt sich der CO2-Ausstoß deutlich senken"
Volker Lampmann, Leiter der Regionalen Leitstelle Modellregion Rhein-Main, erläuterte die 16 Projekte in der Metropolregion, zu der auch zwei Vorhaben in Nordhessen zählen. Nur durch E-Mobilität – und nicht durch eine herkömmliche Erneuerung des Fuhrparks, etwa bei den Offenbacher Verkehrs Betrieben (OVB) - lasse sich der CO2-Ausstoß deutlich senken, verdeutlichte Lampmann, der auch Geschäftsführer der OVB ist.

Lampmann äußerte sich positiv zum Veranstaltungsverlauf: „Es freut uns, dass die gelungene Kombination aus Fachvorträgen und praktischen Anwendungsbeispielen von den Teilnehmern und Besuchern so gut aufgenommen wurde. Rund 150 Gäste haben die Veranstaltung besucht - das ist für die öffentlichkeitswirksame Präsentation des Themas Elektromobilität in der Region Rhein-Main sehr gut.“

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierte sich im Außenbereich des Büsing-Palais die Ausstellung „e-mobility“, die nahezu alle Formen der Elektromobilität vorstellte und den Besuchern Testmöglichkeiten bot. Zudem stellte der „Marktplatz der Möglichkeiten“ zahlreiche Demonstrationsvorhaben und Projekte aus der Region Rhein-Main sowie Nordhessen aus.


Zur Regionalen Leitstelle Elektromobilität Modellregion Rhein-Main
Die Regionale Projektleitstelle, angesiedelt bei der Stadtwerke Offenbach Holding GmbH (SOH), koordiniert Projekte, die nahezu alle Formen der E-Mobilität auf den Weg bringen: von E-Rollern und Pedelecs (Elektrofahrräder) über Elektro- und Hybridbusse und Elektroautos bis hin zur Erprobung von Hybridnutzfahrzeugen. Dabei arbeitet die Regionale Projektleitstelle im Netzwerk mit regionalen und überregionalen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Bis Mitte 2011 fördert das Bundesverkehrsministerium mit rund 130 Mio. EUR aus dem Konjunkturpaket II den Ausbau und die Marktvorbereitung von Elektromobilität in acht Modellregionen Deutschlands. Regionsübergreifend wird das Programm von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW) koordiniert.

Die Projektpartner in Rhein-Main und Nordhessen stehen außerdem in engem Dialog mit den Akteuren der hessischen Nachhaltigkeitsstrategie, um gemeinsam an der landesweiten Entwicklung und Einführung von Elektromobilität zu arbeiten. So steht das Label "ZEBRA" – Zukunft Elektromobilität: Beispielhafte Regionale Anwendungen" für eine dauerhafte und nachhaltige Einführung von Elektromobilität im Bundesland Hessen.

Subsumiert werden unter dem Dach der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main die Aktivitäten des Ballungsraums Rhein-Main und die des Monozentrums Kassel. Durch die Abdeckung verschiedener Regionalräume und den Einbezug diverser elektromobiler Anwendungsmöglichkeiten weist die Modellregion das gesamte Spektrum an Bedarfslagen der Nutzer/innen von Elektromobilität auf.

Um der Bedeutung der Elektromobilität in Hessen gerecht zu werden, berücksichtigt die Modellregion die landesweite Vielfältigkeit in Bezug auf Topographie, Ballungsraum/ländliches Gebiet, Verkehrsanbindungen und die hohe Anzahl von Städten und Gemeinden, eine Vielzahl kommunaler Energieversorgungsunternehmen sowie verschiedenste Elektromobilitätsformen, die zum Einsatz kommen.

Dabei handelt es sich um

  • Busse im öffentlichen Personennahverkehr (Hybrid- und Elektroantrieb)
  • Nutzfahrzeuge
  • Lieferfahrzeuge
  • Pedelecs (Betriebliche Mobilität, Fokus Antrieb)
  • Elektrofahrzeuge (Firmenflotten, Sharing-Systeme)
  • Aufbau von Infrastruktur (Normal- Drehstrom-, DC-Schnellladung, Ladung
    Pedelecs)
  • Anschlussmobilität (Fernverkehr Deutsche Bahn, ÖPNV)
  • Roller und
  • Hybridschienenfahrzeuge.

Alle Demonstrationsvorhaben werden hierbei durch eine übergeordnete technische
und sozialwissenschaftliche Begleitforschung betreut.

Weitere Informationen unter: www.modellregion-rhein-main.de  

weitere Bilder: Für einen Paradigmenwechsel im Verkehr warb Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider.
Für einen Paradigmenwechsel im Verkehr warb Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider.
BMVBS-Staatssekretär Rainer Bomba sagte ab Mitte 2011 weitere Mittel aus Berlin für die Förderung der Elektromobilität zu.
BMVBS-Staatssekretär Rainer Bomba sagte ab Mitte 2011 weitere Mittel aus Berlin für die Förderung der Elektromobilität zu.
Volker Lampmann, Leiter der Regionalen Leitstelle Modellregion Rhein-Main, erläuterte die 16 Projekte in der Metropolregion.
Volker Lampmann, Leiter der Regionalen Leitstelle Modellregion Rhein-Main, erläuterte die 16 Projekte in der Metropolregion.
Die Plätze im Büsing-Palais waren fast vollständig belegt.
Die Plätze im Büsing-Palais waren fast vollständig belegt.
Die Ausstellung „e-mobility“ im Büsinghof stieß auch bei den Medien auf reges Interesse.
Die Ausstellung „e-mobility“ im Büsinghof stieß auch bei den Medien auf reges Interesse.
Die Schau stellte nahezu alle Formen der Elektromobilität vor.
Die Schau stellte nahezu alle Formen der Elektromobilität vor.
EVO-Vorstandsmitglied Dr. Kurt Hunsänger und Leitstellen-Leiter Volker Lampmann betankten ein E-Fahrzeug des Projekts EVOmotion.
EVO-Vorstandsmitglied Dr. Kurt Hunsänger und Leitstellen-Leiter Volker Lampmann betankten ein E-Fahrzeug des Projekts EVOmotion.
Der Fuhrpark bot den Besuchern auch Testmöglichkeiten -
Der Fuhrpark bot den Besuchern auch Testmöglichkeiten -
- und das Interesse an der Ausstellung war groß.   Fotos: Bernd Georg
- und das Interesse an der Ausstellung war groß. Fotos: Bernd Georg