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Starkregen mit Überflutungen in der Schloßstraße (2017)
Starkregen mit Überflutungen in der Schloßstraße (2017) © Stadt Offenbach
Extreme Wetterereignisse, wie Starkregen und Sturzfluten nehmen in Folge des Klimawandels zu. Zunehmende Flächenversiegelung, die Verrohrung von Bachläufen, ufernahe Bebauungen und vieles mehr, tragen dazu bei, dass plötzliche Starkregenfälle enorme Schäden an und in Häusern und Gebäuden verursachen können.

Auf dieser Seite finden Sie Hinweise zum richtigen Verhalten bei Starkregen und Überflutungen. Diese Vorbereitungen und Verhaltensweisen gelten genauso für Hochwasserereignisse.

Auch in Offenbach hat es bereits Starkregenereignisse mit Überflutungen gegeben, wie dieses Video zeigt.

Starkregen in Offenbach am 04.05.2017 © Stadt Offenbach

Starkregengefahrenkarten

Ausschnitt aus der Starkregengefahrenkarte
Ausschnitt aus der Starkregengefahrenkarte © Stadt Offenbach

Die abrufbaren Kartenausschnitte geben eine rechnergestützte und realitätsnahe Einschätzung der Stellen im Stadtgebiet wieder, an denen sich das Niederschlagswasser bei einem außergewöhnlichen Starkregen (dieser kommt statistisch alle 100 Jahre vor) über den Oberflächenabfluss sammeln könnte. Die Darstellung zeigt auch die zu erwartenden Überflutungstiefen. Hierbei gilt: je dunkler das Blau der Signatur in den Karten, desto tiefer ist das wahrscheinlich zu erwartende Wasser, das sich an diesen Stellen staut. In den Karten sind auch besondere Objekte eingezeichnet, wie Kitas oder Krankenhäuser. Die Karten geben keine Auskunft über eine detaillierte Gefährdung einzelner Gebäude. Hierzu bedarf es einer Einzelbegutachtung durch ein Fachbüro.

Richtiges Verhalten im Haus

Piktogramme zum Verhalten im Haus bei Hochwasser
© Stadt Offenbach
  • Behalten Sie die Ruhe und Besonnenheit. Prüfen Sie, ob Ihre Vorsorgemaßnahmen ausreichen.
  • Überprüfen Sie Rückstauklappen im Keller. Meiden Sie ansonsten Kellerräume, diese können sich binnen Sekunden mit Wasser füllen.
  • Dichten Sie Fenster und Türen sowie Abflussöffnungen ab.
  • Vorsicht bei nach außen öffnenden Türen. Sie könnten durch den Wasserdruck eingesperrt werden.
  • Schalten Sie elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr. Schalten Sie den Strom gegebenenfalls komplett aus (Sicherung raus).
  • Meiden Sie Räume, in denen bereits Wasser steht. Die Wasserstände und die Strömung können innerhalb kürzester Zeit stark ansteigen und eine Selbstrettung unmöglich werden.
  • Versuchen Sie nicht Gegenstände aus Kellerräumen zu retten, solange noch Wasser zufließen kann. Türen und Fenster, vor denen Wasser ansteht können plötzlich versagen. Eine Selbstrettung ist dann oft nicht möglich.
  • Füllen Sie sich Trinkwasser ab. Die Trinkwasserversorgung kann bei Starkregen ausfallen. Das Regenwasser ist verunreinigt und weder zum Verzehr noch zum Waschen geeignet.

Richtiges Verhalten im Auto

Piktogramme zum Verhalten im Auto bei Hochwasser
© Stadt Offenbach
  • Fahren Sie Ihr Auto rechtzeitig aus gefährdeten Garagen oder von Parkplätzen.
  • Achtung! Tiefgaragen können bei Überflutungs- und Hochwassergefahr zu tödlichen Fallen werden.
  • Befahren Sie keine Unterführungen. Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen. Wasser im Motorraum zerstört den Motor. Der Katalysator mit einer Betriebstemperatur von 700 Grad Celsius zerspringt bei plötzlicher Abkühlung durch Wasser.
  • Lassen Sie Ihr Fahrzeug abschleppen, wenn es bis über die Räder im Wasser steht.

Richtiges Verhalten im Freien

Piktogramme zum Verhalten bei Hochwasser im Freien
© Stadt Offenbach
  • Helfen Sie hilfsbedürftigen Menschen, aber bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Rufen Sie in solchen Fällen die Feuerwehr über den Notruf 112! Bringen Sie Kinder vor Eintritt der Gefahr aus dem Überschwemmungsgebiet in Sicherheit. Wählen Sie den Notruf nur im tatsächlichen Notfall, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, um die Notrufzentralen nicht zu überlasten.
  • Laufen Sie nicht durch schnell fließendes Wasser; auch bei geringen Fließtiefen können Sie den Halt verlieren und mitgerissen werden. Gehen Sie nicht durch Wasser, wenn Sie den Grund nicht sehen können. Es könnte ein Kanalschacht offenstehen und Sie könnten hineinfallen.
  • Fahren Sie wegen der Wellenbildung und der Gefahr von Unterwasserhindernissen nicht in überfluteten Gebieten mit Booten oder anderen Fahrzeugen unnötigerweise „spazieren“. Sie gefährden dadurch Ihr Leben und lenken Rettungskräfte ab.
  • Betreten Sie keine Uferbereiche wegen der Gefahr von Unterspülungen oder Abbrüchen. Überflutete oder teilüberflutete Straßen dürfen nicht befahren werden.
  • Stellen Sie sich nicht unter Bäume. Durch den aufgeweichten Boden, Bodenerosion und Wind können diese umstürzen.
  • Öffnen Sie keine Kanalschächte, um das Wasser schneller abfließen zu lassen. Sie könnten von dem abfließenden Wasser mitgerissen werden und in den Schacht gesogen werden. Überlassen Sie dies den Einsatzkräften, die mit einer entsprechenden Sicherung vorgehen.
  • Wenn möglich dokumentieren Sie die Überflutungssituation mit Fotos und Videos. Dies kann bei späterer Kommunikation mit Versicherungen hilfreich sein und Ihrer Kommune für folgende Maßnahmen wertvolle Informationen geben. Bringen Sie sich dabei nicht in Gefahr.
  • Behindern Sie keine Rettungskräfte und betreiben Sie keinen Sensationstourismus. Sie gefährden dadurch Menschenleben.
  • Beachten Sie die Anweisungen und Absperrungen der Einsatzkräfte.

Weitere Informationen und Beratungen

Broschüre "Starkregen! Was ist zu tun?"

Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat eine Broschüre zum Thema Starkregen unter dem Titel „Starkregen! – Was ist zu tun?" veröffentlicht.
Mit Hinweisen und Tipps richtet sich die Broschüre an Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, Bauwillige sowie Architektinnen und Architekten. Die Broschüre wurde in Kooperation mit dem Eigenbetrieb der Stadt Offenbach (ESO) erstellt.

Ein Rückstau aus dem Kanal, Überflutungen von Kellerräumen oder Eindringen von Sickerwasser können die Folgen eines Starkregenereignisses sein.

In der Broschüre wird beschrieben, wie man ein Haus schützen und welche Maßnahmen man treffen kann, damit Eigentümerinnen und Eigentümer – aber auch Mieterinnen und Mieter – vor größeren Schäden und finanziellen Einbußen verschont bleiben.

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Starkregenabflüsse werden beschrieben, damit bereits bei der Planung von Neubauten die Bauherren sensibilisiert werden und die Gefahren solcher Wetterereignisse berücksichtigen können. Zu manchen Vorsorgemaßnahmen ist der Bauherr oder Planer sogar verpflichtet, denn bei einem Rückstau aus dem Kanal haftet die Kommune nicht.

Mit einer Checkliste kann getestet werden, inwiefern das Gebäude durch Starkregenereignisse gefährdet ist.

Informationen von der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale bietet eine reichhaltige Auswahl an Informationen zur Vorbeugung und zu Versicherungen gegen Starkregen, Hochwasser und Unwetter. Diese finden Sie unter https://www.verbraucherzentrale.de/starkregen-hochwasser-unwetter-62849.

Die kostenlose Broschüre „Unwetter – Gebäude-Check“ mit den wichtigsten Punkten und Checklisten können Sie von der folgenden Seite herunterladen: https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/umwelt-haushalt/kostenloses-ebook-zum-unwetter-gebaeudeschutz-im-check-64157. Dort ist das Thema „Starkregen“ ein Bestandteil.

Informationen vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Deutlich umfangreicher und tiefergehend bietet die folgende Broschüre „Leitfaden Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ Hintergrundwissen zum Thema Starkregen und Gebäudeschutz: https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/veroeffentlichungen/sonderveroeffentlichungen/2018/leitfaden-starkregen.html

Hochwasser-Pass

Der Hochwasser-Pass ist eine Initiative des HochwasserKompetenzCentrum e. V. und wird auch vom Deutschen Klimavorsorge-Portal empfohlen. Neben weiteren Informationen können Sie dort in einem ersten Schritt eine Selbsteinschätzung abgeben. Wenn Sie eine kostenpflichtige komplette Analyse Ihres Hauses erbracht haben möchten, können Sie dann in einem zweiten Schritt eine weitergehende Beratung durch spezialisierte Fachbüros in Auftrag geben. Auf der Internetseite finden Sie eine Auswahl nach Bundesländern geordnet. Internetseite: https://www.hochwasser-pass.com/

Ingenieurkammer Hessen

Alternativ können Sie sich auch an die Ingenieurkammer Hessen wenden, um fachlich versierte Ansprechpersonen zu finden. Internetseite: https://ingkh.de/

Fragen & Antworten

Wie beantrage ich eine Einschätzung zur Starkregengefährdung?

Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz der Stadt Offenbach am Main bietet interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Erstellung einer Auskunft aus Starkregengefahrenkarten über mögliche Schadensvorfälle im Zusammenhang mit Starkregenereignissen an.

Schreiben Sie hierfür eine E-Mail an umweltamtoffenbachde, nennen hierbei die Adressdaten der Liegenschaft, zu der Sie eine Einschätzung bekommen möchten und fügen einen digitalen Eigentümernachweis (eingescannt, als Fotografie etc.) bei.

Informationen zur Datenverarbeitung

Verantwortliche Stelle für die Datenverarbeitung ist:
Der Magistrat der Stadt Offenbach
Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz
63065 Offenbach am Main

Den Datenschutzbeauftragten der Stadt Offenbach am Main erreichen Sie wie folgt:
Der Magistrat der Stadt Offenbach
Stabsstelle Datenschutz & Antikorruption
Berliner Str. 100
63065 Offenbach am Main
E-Mail: datenschutzoffenbachde
Tel.: 069 8065 3300

Die Verarbeitungserlaubnis ergibt sich aus Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe b der Datenschutzgrundverordnung (Vertragsanbahnung und -durchführung). Wir beauftragen ein externes Ingenieurbüro mit der Erstellung der Auskunft, mit dem wir einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung gemäß Art. 28 f DGVO geschlossen haben. Aus diesem Vertragsverhältnis ergibt sich sowohl für das beauftragte Büro als auch für die Stadt als Auftraggeberin eine Aufbewahrungsfrist von 6 Jahren (siehe § 257 HGB).

Sie haben das Recht, von uns Auskunft darüber zu verlangen, welche Daten genau wir von Ihnen verarbeiten. Sie haben das Recht auf Löschung, Widerspruch gegen und/oder Einschränkung der Verarbeitung. Wollen Sie von einem dieser Rechte Gebrauch machen, wenden Sie sich bitte an die o.g. verantwortliche Stelle, da im Einzelfall höherwertige Rechtsgüter Ihrem Antrag entgegenstehen könnten. Sollten Sie zu der Einschätzung gelangen, dass wir trotz aller Sorgfalt unrechtmäßig mit Ihren Daten umgehen, haben Sie das Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde. Sie können sich an jede Aufsichtsbehörde in der EU wenden. Zuständigkeitshalber wird jedoch immer die folgende Stelle befasst werden:

Der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Postfach 3163
65021 Wiesbaden
Telefon: +49 (0)611/1408-0
E-Mail: poststelledatenschutz.hessende

Was gilt als Eigentümernachweis?

Grundsätzlich muss aus dem Dokument ersichtlich werden, dass Sie Eigentümerin oder Eigentümer sind. Das kann eine Grundsteuerbescheinigung, ein Kaufvertrag, ein Grundbuchauszug etc. sein.

Warum benötige ich für eine Auskunft zur Starkregengefahrenkarte einen Eigentumsnachweis?

§ 3 des Hessischen Umweltinformationsgesetzes (HUIG) gewährt einen Zugang zu allen Umweltinformationen. Eingeschränkt wird dieser Anspruch aber durch die Ablehnungsgründe der §§ 7,8 HUIG.

Ausnahme Starkregengefahrenkarte:

Die Karte enthält durch parzellengenaue Angaben der Starkregengefährdung personenbezogene Daten. Durch Weitergabe an einen Dritten würden rechtlich schutzwürdige Interessen des Betroffenen beeinträchtigt werden. Diese Beeinträchtigung der Interessen der Grundstückseigentümer ist abzuwägen gegen das öffentliche Interesse an der Bekanntgabe und je nach Ergebnis erfolgt eine Stattgabe oder Ablehnung des Antrags.

Deshalb ist im Moment ein Eigentumsnachweis erforderlich, da zunächst eine Prüfung des § 10 HUIG erfolgt.

Nach § 10 HUIG soll die Behörde die Öffentlichkeit in angemessenem Umfang durch Verbreitung von Umweltinformationen unterrichten, die Ablehnungsgründe der §§ 7,8 HUIG finden hier aber entsprechende Anwendung.

Allen anderen Bürgerinnen und Bürgern ist es unbenommen einen Antrag nach § 3 HUIG zu stellen, dann erfolgt eine Einzelfallabwägung der Interessen.

Weiterführende Informationen zum Umgang mit Hitze:

Neben vermehrten Starkregen werden sich durch den Klimawandel Hitzetage und Tropennächte vermehren. Diese stellen für die menschliche Gesundheit eine Gefahr dar. Aus diesem Grund hat die Stadt Offenbach Informationen erstellt, um Hitzestress zu vermeiden. Zudem bietet die 2021 aktualisierte Klimafunktionskarte eine planerische Grundlage, um bioklimatische Last- und Ausgleichsräume in der Stadt zu identifizieren und stadtplanerisch zu reagieren.