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Stadt Offenbach
Bildungskoordinatorin Nadira Korkor © Stadt Offenbach

Die Volkshochschule der Stadt Offenbach hat in ihrer Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung eine neue Projektmitarbeiterin. Nadira Korkor soll als Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte für mehr Transparenz bei den Bildungsangeboten für diese Personengruppe sorgen, Angebotslücken kenntlich machen, mithelfen diese zu schließen und eine gute Vernetzung sicherstellen.

„Ziel ist, die Bildungsangebote für Neuzugewanderte passgenau aufeinander abzustimmen, ein Zusammenwirken aller lokalen Bildungsakteure zu erreichen und damit die Zugänge zu unserem Erziehungs- und Bildungssystem zu verbessern. Das ist das Fundament für eine gelingende Integration“, erläutert Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Aus Gesprächen mit Bildungsakteuren vor Ort haben sich für Kai Seibel, Leiter der Fachstelle und Nadira Korkor bereits wichtige Handlungsfelder ergeben. Im Bereich der Sprachförderung geht es zum Beispiel darum, den Neuzugewanderten eine bessere Übersicht über die Vielfalt der Angebote zu verschaffen und ihnen zu helfen, das für sie passende zu finden. Im Handlungsfeld Ehrenamt wird mit dem Freiwilligenzentrum Offenbach und dem Amt für Arbeitsförderung, Statistik und Integration ein Konzept erarbeitet, wie Neuzugewanderte bei Bildungszugängen und Sprachförderung verstärkt durch ehrenamtliche Paten begleitet werden können. „Die Volkshochschule als erfahrene kommunale Weiterbildungseinrichtung wird diesen Prozess unterstützen und kann bei Bedarf auch entsprechende Qualifizierungen für Ehrenamtliche anbieten“, so Gabriele Botte, Leiterin der Volkshochschule.

Offenbach ist mit über 130.000 Einwohnern eine wachsende Stadt, in der Zuwanderung bekanntlich kein neues Phänomen ist. Im Gegenteil: Offenbach als „Arrival City“ übernimmt seit vielen Jahren für die Region wichtige Integrationsaufgaben und in Kitas, Schulen und Erwachsenenbildung enorme Anstrengungen, um die Bildungschancen von Migrantinnen und Migranten zu verbessern. „Insbesondere bei den hier geborenen Kindern aus Migrantenfamilien gibt es auch bemerkenswerte und nachweisbare Erfolge im Bildungsverlauf. Durch den seit einigen Jahren erheblich verstärkten Zuzug aus Süd-/Osteuropa, vor allem aus den EU-Ländern Polen, Bulgarien, Rumänien, Kroatien und Griechenland, ist aber eine neue Situation entstanden, auf die wir uns auch auf dem Bildungssektor noch besser einstellen müssen“, so Paul-Gerhard Weiß. Offenbach habe zwar keine Flüchtlingszuweisungen, aber dennoch vermehrt „Seiteneinsteiger“, also Neubürger, die zumeist ohne Deutschkenntnisse in unserem Bildungssystem ankommen und in dieses integriert werden müssen. Das sei mit neuen Aufgaben verbunden, bei denen im Hintergrund viel zu organisieren und zu koordinieren sei. Deshalb sei die neue und qualifizierte Mitarbeiterin eine wichtige Hilfe.

„Voraussetzung für ein gutes Ankommen und die Integration ist Bildung. Sie ist der Schlüssel für den Zugang zum Arbeitsmarkt und für gesellschaftliche Teilhabe“, erläutert Paul-Gerhard Weiß. „Vieles in Offenbach läuft gut, kann aber auch noch besser werden. Zugute kommt uns Erfahrung über Jahrzehnte, auf die wir aufbauen können. “ Mit dem neuen Projekt eröffnet sich die Chance, die Situation der Neuzugwanderten, ihre Bildungsbedarfe und Zugangswege zu den Bildungseinrichtungen gezielter in den Blick zu nehmen und möglichst schnell auf die neue Situation zu reagieren.

Die Projektstelle ist auf zwei Jahre befristet und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung über das Programm „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugwanderte“ finanziert.

Logo Bundesministerium für Bildung und Förschung
Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. © BMBF/DLR
Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement
© Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement