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Mit einem neuen Konzept startet die Bachschule nach den Sommerferien 2020. Die bisherige Haupt- und Realschule mit Förderstufenklassen und Intensivklassen wandelt sich wie ebenso wie die Mathildenschule in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) mit angeschlossener Grundschule.
„Die Bachschule wird einen völligen Neustart vornehmen, der erhebliche Veränderungen im pädagogischen Konzept und im räumlichen Angebot beinhaltet“, betont Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß. Für die Grundschule und das neue Konzept wird auf dem Gelände der Bachschule ein Erweiterungsbau entstehen. Auch ihr Name soll sich ändern: Beantragt hat die Schulgemeinschaft nach interner Abstimmung die Anpassung an den umgebenden neuen Stadtteil. Die Schule soll damit künftig IGS Lindenfeld heißen.

Zwei Grundschulklassen ab August

Mit der neuen Struktur können Schülerinnen und Schüler in ihrem Stadtteil von der ersten bis zur zehnten Klasse an ihrer Schule bleiben. „Nach der Grundschule können die Eltern entscheiden, ob ihr Kind an dieser Schule bleiben und dort den gewünschten Schulabschluss bis hin zur Gymnasialreife anstreben soll“, so Weiß.

Die IGS startet ab August 2020 zunächst mit zwei Grundschulklassen. Kalkuliert wird in einigen Jahren mit bis zu 800 Schülerinnen und Schülern. Derzeit werden rund 600 Schüler an der Bachschule unterrichtet. Die bisherigen Jahrgänge sind von der Umwandlung in eine IGS nicht betroffen, das heißt sie schließen ihre Schullaufbahn dort nach der bisherigen Schulform ab.

Die Grundschule wird zweizügig – also in parallel zwei Klassen – organisiert. Die neue Integrierte Gesamtschule wird für eine Kapazität von fünf parallelen Zügen ausgelegt. Hierfür sind bauliche Veränderungen notwendig: Das bisherige Schulgebäude – prägend für das Stadtbild – soll zwar erhalten bleiben. Die beiden angrenzenden historischen Gebäude sind aber so baufällig, dass sie nicht mehr wirtschaftlich saniert werden können und größeren Erweiterungsbauten weichen. Dort sollen eine Mensa zur Mittagsverpflegung und Räume für den Unterricht und für die Betreuungsangebote am Nachmittag entstehen. Platz für die Schule macht die angrenzende Kita Bachschule: Sie zieht aus einem der abzureißenden Häuser in ein neues Gebäude um, das auf einem nahegelegenen städtischen Grundstück errichtet wird.

Wichtiger Bestandteil des Schulentwicklungsplans

Für Bau- und Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß ist die Erweiterung und der pädagogische Neustart der Schule ein wichtiger Bestandteil des Schulentwicklungsplans der Stadt Offenbach: „Haupt- und Realschulen stoßen nicht mehr auf Nachfrage. Es macht deshalb keinen Sinn mehr, diese Schulform weiterhin anzubieten. Mit der Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule decken wir alle möglichen Schulabschlüsse ab und die Schule erhält gleichzeitig die Chance, wieder attraktiver zu werden.“

Auch der stellvertretende Schulleiter befürwortet die Umwandlung: „Die Nachfrage nach Plätzen an einer IGS steigt bei den Eltern enorm. Diese Schulform hält den späteren Bildungsabschluss offen und wird anders als eine Hauptschule nicht als Abstellgleis empfunden.“ Als Integrierte Gesamtschule und mit dem in einer Steuergruppe erarbeiteten neuen Schulkonzept könne die Chancengleichheit auf Bildung und Integration an der Schule deutlich verbessert werden, so Maas weiter. Fast 90 Prozent der Bachschüler haben einen Migrationshintergrund. „Wir wollen erreichen, dass auch die Kinder mit besonderen Herausforderungen besser in reguläre Klassen integriert werden.“

Längeres gemeinsames lernen

Das neue Schulkonzept hat eine schulinterne Steuerungsgruppe gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt und dem Stadtschulamt erarbeitet. Beraten wird sie von einer früheren Lehrerin und Schulleiterin – Konstanze Schneider. Zu den erklärten Zielen des Konzepts zählen unter anderem das längere gemeinsame Lernen, moderne Lern- und Themenklassen sowie ein „offener Anfang“.

Dabei fängt der Unterricht später an, die Schüler können jedoch bereits an der Schule die Zeit zum Austausch oder Üben nutzen. Weiterhin sind abwechslungsreiche Ganztagsangebote und eine zielgerichtete Berufsorientierung geplant.

„Das ganze Kollegium freut sich auf die neuen Aufgaben. Wir wollen uns von den bestehenden Integrierten Gesamtschulen absetzen und für die Offenbacherinnen und Offenbacher eine interessante Schule werden“, betont die Pädagogin und Leiterin der Steuerungsgruppe, Michaela Makosz. Auch Konstanze Schneider erkennt großes Potenzial für die Schule: „Das Kollegium ist hochmotiviert und freut sich auf die neuen Aufgaben“, so Schneider: „Das Team wird künftig enger zusammenarbeiten, was den hohen Arbeitsdruck der Kollegen verringern und die Lernsituation an der Schule beruhigen wird.“

Neuer Wind weht durch das Gebäude

Das Staatliche Schulamt begleitet die IGS bei den großen Herausforderungen, die vor ihr liegen. „Mein Eindruck ist, dass schon jetzt ein neuer Wind durch das altehrwürdige Gebäude weht. Die Steuerungsgruppe leistet eine hervorragende Arbeit und am Ende werden alle Kinder in Offenbach Gewinner dieses Prozesses an der Bachschule sein“, sagt Schulamtsvertreter Volker Käpernick.

Damit der Start der Grundschule von Anfang an gelingt, sollen Lehrkräfte eingestellt werden, die bereits langjährige Unterrichtserfahrung mitbringen. „Eine Person wird bereits zum 1. Februar eingestellt und verfügt über Erfahrung als Schulleitung. Damit gewährleistet das Staatliche Schulamt, das die notwendigen Organisationsstrukturen von Anfang an gut aufgebaut werden.“

Mit der neuen Namensgebung soll der Neustart auch symbolisch gelingen. Sie soll zu einer stärkeren Verankerung der Schule im Stadtteil Lindenfeld beitragen. Der bisherige Name – Bachschule – nimmt örtlichen Bezug auf den Hainbach, der früher offen, heute jedoch kanalisiert und damit nicht mehr sichtbar durch den Stadtteil fließt.

09.01.2020