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Mädchen auf Zahlenfeld
© clafouti / photocase.de
Die Standortsuche für die benötigten zwei neuen Grundschulen und ein weiteres Gymnasium läuft auf Hochtouren. Aber bis die neuen Räume bezogen werden können, müssen die bestehenden Kapazitäten sinnvoll genutzt werden. „Die Stadt wächst schneller als im Schulentwicklungsplan vorgesehen, die Kinder sind da und wir müssen kurzfristig nachjustieren. Deshalb haben wir letztes Jahr eine Anpassung beschlossen und setzen diese jetzt um.“ Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß hat gemeinsam mit den Schulleitungen insbesondere der Gymnasien und dem Hochbaumanagement mit Unterstützung der Stadtplanung Lösungsszenarien aus modularen Raumelementen, Sanierungen und Erweiterungen für die kommenden Schuljahre entwickelt, die ab dem nächsten Schuljahr greifen sollen.

Gymnasien rücken enger zusammen

Denn schon im Schuljahr 2018/19 fehlen Räume für drei weitere gymnasiale Züge, bevor im darauffolgenden Jahr, so Weiß, „endgültig die Post abgeht“, weil sechs Züge nicht untergebracht werden können. Die betroffenen Schulen, Albert-Schweitzer-Schule, Rudolf-Koch-Schule und Leibnizschule fangen das Mehr an Schülern gleichmäßig auf. Raummodule stockt die Stadt zunächst für die Rudolf-Koch-Schule an der Schönen Aussicht auf. Im Folgejahr müssen dann auch zusätzliche Module an der Albert-Schweitzer-Schule und dem Gymnasium Leibnizschule aufgestellt werden.

Entspannung verspricht die geplante Sanierung der Edith-Stein-Schule, die im Zuge der baulichen Maßnahmen als gymnasiale Oberstufe ausgebaut wird und dann vor allem Absolventen der Integrierten Gesamtschulen aufnehmen soll. „Bisher reichten die Schülerzahlen für eine solche Oberstufe nicht aus, jetzt ist sie möglich und schulpolitisch auch sinnvoll“, erklärt Weiß. Die Rudolf-Koch-Schule, an deren Oberstufe bisher die meisten zum Abitur strebenden Absolventen der Gesamtschulen wechselten, könne ihre Oberstufe künftig durch eine gestärkte Mittelstufe selbst füllen.

Sanierung und Erweiterung der Edith-Stein-Schule

Die Sanierung und Erweiterung der Edith-Stein-Schule ist bereits seit 2007 beschlossen und wird, nachdem im Frühjahr  2016 Asbest festgestellt wurde und dies innerhalb von drei Jahren beseitigt sein muss, nun bis 2022 umgesetzt. Die Schule im Gravenbruchweg auf der Rosenhöhe wurde 1978 eingeweiht, derzeit besuchen 780 Schüler die Integrierte Gesamtschule. Nach der Erweiterung werden es 1030 Schülerinnen und Schüler sein, der neu geschaffene Gymnasialzweig wird dann in einem neuen Gebäude auf dem Schulgelände unterrichtet. Anna Heep, Leiterin des Bereichs Hochbaumanagement im Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement stellte die unterschiedlichen Varianten des geplanten Neubaus vor. Diese unterscheiden sich in Standort und Höhe, die Kubatur und auch die Kosten bleiben im Wesentlichen gleich. Zusätzliche Klassenräume, aber auch Differenzierungs-, Hausaufgaben- und Gruppenräume sowie für den Ganztagsbetrieb benötigte Lehrerstützpunkte sind in allen Varianten gut untergebracht.

Variantenbetrachtung für den Neubau

Die seitens der Architekten favorisierte Variante 1 ist ein zweigeschossiger Atriumbau als Solitär nordöstlich neben dem Hauptgebäude. Für Heep die städtebaulich beste Lösung mit kurzen Wegen und guter Integration in die bestehende Architektur. Für den Entwurf spricht auch, dass der Kubus einen Lichthof besitzt. Kleiner und kompakter hingegen Variante 2, statt eines zwei- soll ein dreigeschossiger Atriumbau auf der Fläche des Lehrerparkplatzes im Süden des Hauptgebäudes entstehen. Dafür müsste an anderer Stelle des Grundstücks eine Fläche neu für den Lehrerparkplatz versiegelt werden. Weiter weg vom Geschehen im Hauptgebäude ist der viergeschossige Solitär, den die Planer in Variante drei nordöstlich der Turnhalle vorschlagen. Hier sind die Flure zudem innenliegend und bekommen kein natürliches Tageslicht, außerdem überragt der Neubau alle bestehenden Gebäude auf dem Schulhof.

Nach der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung werden Heep und ihr Team die gewählte Variante vertiefen und mit den vorbereitenden Planungen beginnen. Bereits im Herbst 2019 werden Unterrichtsmodule auf dem Sportfeld gestellt, in denen die Kinder und Jugendlichen während der gesamten Sanierungs- und Bauphase unterrichtet werden. Denn parallel zum Neubau wird das Bestandsgebäude saniert. Die Arbeiten umfassen neben der Asbestbeseitigung in Teilen des Gebäudes auch die Sanierung der Haustechnik sowie die bauliche und brandschutztechnische Innensanierung , so Heep, mit „geringfügigen Umbauten und Eingriffen in die tragende Struktur“.

Schulsanierungsprogramm läuft weiter

Das 2007 auf den Weg gebrachte Schulsanierungsprogramm läuft, wenn auch mit anderer Geschwindigkeit, weiter: So sollen voraussichtlich noch vor den Sommerferien dem Magistrat sowie den Stadtverordneten Varianten für die Geschwister-Scholl-Schule sowie der Projektbeschluss  für die Mathildenschule vorgelegt werden - für die Mathildenschule gab es bereits eine umfassende Variantenbetrachtung, die ebenfalls eine Erweiterung der Raumkapazitäten vorsieht. Handlungsbedarf besteht weiterhin für die Humboldt- sowie die Ernst-Reuter-Schule. Hier sollen zusätzliche Raummodule den Bedarf zunächst „puffern“, es werden aber auch bauliche Erweiterungen vorbereitet.  

Offenbach am Main, 7. März 2018