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Fachtag Bildung Impression aus dem Foyer des Rathauses
"Markt der Möglichkeiten" im Foyer des Rathauses © Stadt Offenbach/Volkshochschule
„‘Brückenschlag‘, das Bildungsangebot des Stadtschulamts will erreichen, dass Schüler/-innen an allen Offenbacher Schulen in Kontakt mit den verschiedenen Kunstsparten kommen können“, formulierte Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß in der abschließenden Podiumsdiskussion seine Vision für das Jahr 2023. Über 100 Interessierte waren der Einladung des Bündnisses für Bildung Offenbach zu einem ebenso kurzweiligen wie informativen Fachtag am 25. Januar gefolgt, der die Herausforderungen, Wirkungen und Perspektiven der kulturellen Bildung in der Stadt Offenbach in den Blick nahm. Organisiert wurde er von der Volkshochschule/Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung und dem Jugendamt.
Birgit Grün, in der vhs Offenbach für den Programmbereich Kultur und Kreativität zuständig, moderierte den Fachtag und freute sich, mit Prof. Werner Thole einen ausgewiesenen Experten begrüßen zu können. Der Erziehungswissenschaftler von der Universität Kassel berichtete über das Forschungsvorhaben „JuArt“, das die Bildungswirkungen von Angeboten der Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Projekten untersuchte. Die Ergebnisse belegen, dass diese außerschulischen Angebote wirken, Effekte zeigen und Bildungsprozesse anregen: Kinder und Jugendliche erweitern ihre kulturell-ästhetischen, persönlichen und sozialen Fähigkeiten.
Vortrag im Stadtverordnetensitzungssaal
Vortrag Prof. Werner Thole © Stadt Offenbach/Volkshochschule
„Der organisatorischen Rahmung - Person des Kursleiters, Atmosphäre, Arbeitsklima sowie der Strukturierung des Angebots - fällt hier eine herausragende Bedeutung zu“, so Prof. Thole. Im Rahmen der Studie wurden auch Teilnehmende befragt. Gerade Jüngere hoben hervor und wertschätzten, dass die Angebote außerhalb der Schule stattfanden und so eine andere Art des Lernens und Erfahrens, „kleine Alltagsfluchten“, möglich wurden. Die O-Töne der Teilnehmenden sprechen für sich: „Ich habe gelernt, meine Gefühle in Kunst auszudrücken“ oder „Meine Angst zu überwinden“. Im Foyer des Stadtverordnetensitzungssaals lud ein Markt der Möglichkeiten ein, die Vielfalt der in Offenbach tätigen kulturellen Bildungseinrichtungen, -projekte und -angebote kennen zu lernen sowie Kontakte zu knüpfen. Neben Stadtbibliothek, Stadtschulamt, Jugendamt mit Jugendkulturbüro und Medienetage waren Jugendkunst- und Musikschule, Ledermuseum und Klingspor Museum vertreten. Die Theatersparte umfasste Stände des Schultheaterstudios Frankfurt, des Theaterprojekts Bleichstraße 14 H sowie des Theaterclubs ELMAR. Mit einem Theaterprojekt an Offenbacher Grundschulen war auch die Goethe-Universität vertreten. Das Institut Memory stellte ein schulisches Literaturprojekt und das Medienprojektzentrum Offener Kanal Fortbildungsangebote dar. Auch die „KulturRegion FrankfurtRheinMain“ und die im Programm „Kultur macht stark“-engagierten Bundesverbände Jugend und Film, Deutsche Sportjugend, Paritätisches Bildungswerk und die ASSITEJ-Internationale Theatervereinigung waren aus Frankfurt nach Offenbach gekommen.
Gruppenbild
Nach der Podiumsdiskussion (v.l.n.r.: Oliver Schröder, Leiter Mathildenschule, Kai Seibel, Volkshochschule (Moderation), Laura Menger, Teilnehmerin MultiArt-Projekt, Prof. Werner Thole, Universität Kassel, Paul-Gerhard Weiß, Bildungsdezernent, Dr. Michael Koch, ehemaliger Mitarbeiter Jugendamt Offenbach, Daniel El Mokdad, Teilnehmer an Jugendkulturprojekten, Claudia Zinecker, Leiterin Musikschule Offenbach, Birgit Grün, Volkshochschule (Moderation), Barbara Meyer, Leiterin Jugendkunstschule Offenbach. © Stadt Offenbach/Volkshochschule

Mit ihren starken Stimmen lockten „The Flavour Spots of Soul“ - eine Formation, die sich an der Offenbacher Bachschule gegründet hatte - die Besucher wieder in den Stadtverordnetensitzungssaal. Dort konnte Dr. Michael Koch, bis Ende 2017 Mitarbeiter des Jugendamts, mit Blick auf seine Erfahrungen aus der kulturellen Bildungspraxis die Befunde der zuvor präsentierten Studie bestätigen. Am Beispiel des „MultiArtTheaters“, einem bundesweit einmaligen Praxisprojekt, ging er der Frage nach Wirkungen und Bedingungen für das Gelingen nach. MultiArtTheater ist eine Kooperation zwischen den Bereichen Schule, Jugendhilfe und Kultur. 50 Jugendliche aus vier weiterführenden Schulen erarbeiten in zehn Monaten ein multimediales Theaterstück. „Die Jugendlichen investieren rund 200 Stunden ihrer Zeit in das Projekt.“ In dieser Zeit wachse eine Gruppe zusammen und im Vorfeld bestehende Vorurteile und Berührungsängste lösen sich schnell auf. Teilnehmer würden selbstbewusster.

Veranstaltet wurde der Fachtag vom Bündnis für Bildung Offenbach. Das in 2014 gegründete Bündnis versteht sich als Beratungs- und Unterstützungsgremium für die kommunale Bildung und möchte Bildungsbedarfe transparent machen. Es strebt eine bessere Abstimmung zwischen den Akteuren an. Das Bündnis umfasst aktuell 26 Mitglieder. Die Geschäftsführung des Bündnisses liegt bei der Volkshochschule/Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung.

Rückfragen: Kai Seibel, Leiter der Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung, Tel. 069-8065-3153, E-Mail: kai.seibeloffenbachde

Offenbach am Main, 14. Februar 2018