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„Sie entscheiden in Klasse vier, welchen Bildungsweg ihr Kind in den nächsten fünf bis sechs Jahren nimmt. Sie treffen damit keine Entscheidung über die gesamte Schulkarriere ihres Kindes, denn nach dem ersten Schulabschluss in Klasse 9 oder 10 sind immer noch alle Bildungswege offen“, begrüßte Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß Anfang Dezember Eltern aus der Eichendorff-, Erich-Kästner-, Goethe-, Hafen-, Mathilden- und Wilhelmschule. Sie waren zum Informationsabend ins Rathaus gekommen, um mehr über mögliche Bildungswege für ihr Kind nach Klasse vier zu erfahren.

Gabriele Schranz, Schulleiterin der Goetheschule und Carolin Stimmler, stellvertretende Leiterin der Eichendorffschule, gaben einen Überblick über das Recht der Eltern bei der Wahl des weiterführenden Bildungsgangs - in Hessen: Hauptschul-, Realschul-, gymnasialer Bildungsgang - und über die Schulformen, an denen diese Bildungsgänge absolviert werden können.

Abgabefrist für Anmeldeformulare bis zum 5. März 2020

Bis zum 5. März 2020 müssen die Eltern das Anmeldeformular bei ihrer Grundschule abgeben. Weiß machte darauf aufmerksam, dass bei Schulen in öffentlicher Trägerschaft ab dem nächsten Schuljahr ein zweigliedriges System besteht. Die Offenbacher Eltern können somit im Frühjahr 2020 auf dem Anmeldeformular zwei Schulformen – Gymnasium oder Integrierte Gesamtschule (IGS) – für ihr Kind wählen.

Wie eine IGS arbeitet, erklärte Karin Porzelle, Dezernentin im Staatlichen Schulamt. „Alle drei Bildungsgänge sind in der IGS beinhaltet. Das Motto einer IGS ist das längere gemeinsame Lernen, und deshalb werden die Kinder in Klasse fünf und sechs nicht nach Bildungsgängen getrennt. Erst ab Klasse sieben werden sie – beginnend mit den Hauptfächern – auf unterschiedlichen Niveaus unterrichtet. So wird je nach Niveaustufe der Hauptschul-, Realschul- und gymnasiale Bildungsgang in einer IGS abgebildet.“

Porzelle stellte die Termine der kommenden Monate und das Vergabeverfahren des Staatlichen Schulamtes vor. „Sie können auf dem Anmeldeformular neben dem Bildungsgang und der Schulform auch zwei Schulwünsche angeben. Nutzen Sie diese Möglichkeit, geben Sie einen Erst- und Zweitwunsch an“, appellierte sie an die Eltern.

Nach einem Kurzfilm des Hessischen Kultusministeriums zu den Bildungswegen in Hessen wechselten die Eltern in den „Markt der Möglichkeiten“ und kamen mit den weiterführenden Schulen der Stadt, Vertreterinnen und Vertretern der Offenbacher Verkehrsbetriebe zur Schülerbeförderung und des ELAN-Netzwerks zu Elternrechten sowie -mitbestimmung an Schulen ins Gespräch. Alle neun Offenbacher Schulen in öffentlicher Trägerschaft sowie eine Privatschule waren hier vertreten.

In der Stadt Offenbach schließen sich seit 2017 drei bis vier Grundschulen zusammen und veranstalten gemeinsam einen solchen Elterninformationsabend. Das entlastet die einzelnen Grundschulen. Vier dieser sogenannten „zentralen Elterninformationsabende“ fanden im Herbst/Winter in Offenbach statt, insgesamt 630 Eltern nahmen daran teil. Sie werden von einer Gruppe aus Schulleitungen, Lehrkräften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Staatlichen Schulamtes und der VHS/Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung geplant.

Informationsveranstaltungen in 13 Sprachen in der VHS

Auch neuzugewanderte Eltern mit Kindern in Klasse vier stehen im kommenden Frühjahr vor der Entscheidung, wie es nach der Grundschule für ihr Kind weitergehen soll. Sie verfügen aber meist noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse, um einen schulischen Informationsabend besuchen zu können.

Abgestimmt auf ihren Bedarf wurden im Herbst Informationsveranstaltungen in ihrer Herkunftssprache in der Volkshochschule angeboten. Durchgeführt wurden sie von in der Volkshochschule vorher qualifizierten Bildungsvermittlern, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren des Projekts „Elternorientierte Bildungsarbeit – Eltern stärken ihre Kinder“.

13 Veranstaltungen fanden statt: in Arabisch, Bosnisch, Bulgarisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Dari/Farsi, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Serbisch und Türkisch. Über 100 Eltern nutzten das Angebot und zeigten sich sehr zufrieden und dankbar, diese wichtigen Informationen in ihrer Muttersprache vermittelt zu bekommen.

Das Projekt „Elternorientierte Bildungsarbeit – Eltern stärken ihre Kinder“. wird von der Volkshochschule durchgeführt und vom städtischen Netzwerk Elternschule in einer Pilotphase finanziell gefördert.

Im Februar 2020 bieten die Bildungsvermittler Veranstaltungen zum Übergang Kindertagesstätte – Grundschule an.
Weitere Informationen dazu:

Für Rückfragen: Kai Seibel, Volkshochschule-Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung, Rufnummer: 069 / 8065-3153, E-Mail: kai.seibel@offenbach.de

27. Dezember 2019