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Im Bus
Bündnis-Mitglieder mit Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß im Info-Truck. © Hessenmetall

Rund 30 Prozent der Offenbacher Jugendlichen haben im Jahr 2017 nach Abschluss der 9. oder 10. Klasse eine duale Berufsausbildung, das heißt eine Ausbildung an den Lernorten Betrieb und Berufsschule, gewählt. Für Offenbachs Bildungsdezernenten Paul-Gerhard Weiß eine kluge Wahl: „Für das System der dualen Berufsausbildung wird Deutschland international bewundert, und eine Berufsausbildung ist für viele Jugendliche der passende Weg ins Berufsleben, der eine Vielzahl von Möglichkeiten eröffnet“, so Weiß. „Wichtig ist, dass alle Beteiligten, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte, über diese Perspektiven informiert sind, gerade vor dem Hintergrund eines bestehenden Fachkräftemangels in einigen Berufen.“

Das Offenbacher Bündnis für Bildung – ein Zusammenschluss regional tätiger Bildungsakteure unter Vorsitz des Bildungsdezernenten – informierte sich kürzlich über die Perspektiven der dualen Berufsausbildung in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie). Anlass bot der Info-Truck der M+E-Industrie, der auf dem Werksgelände der manroland sheetfed GmbH in der Mühlheimer Straße Station machte. Hans-Joachim Jungbluth, Geschäftsführer der Bezirksgruppe Offenbach und Osthessen des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen (Hessenmetall), begrüßte die Bündnis-Mitglieder: „Bereits zum fünften Mal sind wir mit dem Truck zu Gast. Zuerst eine Unterrichtseinheit im Truck, anschließend ein Besuch in der Lehrwerkstatt und Gespräche mit Auszubildenden auf Augenhöhe. So sieht für uns lebendige Berufsorientierung aus.“

An Mitmach-Stationen wurden Berufsinhalte für die Bündnis-Mitglieder erfahrbar und sie konnten einen virtuellen Rundgang durch einen M+E-Betrieb absolvieren. Die Kosten des Trucks werden durch Mitgliedsbeiträge gedeckt, die Unternehmen an die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie – wie zum Beispiel Hessenmetall – entrichten. In dem zweigeschossigen Gefährt können sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern über die mehr als 50 Ausbildungsberufe der M+E-Industrie, über das Bewerbungsverfahren und Karrieremöglichkeiten informieren. „Uns ist wichtig, das sogenannte Gender-Gap, die Lücke zwischen männlichen und weiblichen Auszubildenden, zu schließen“, sagte Jungbluth. „Wir wollen mit dem Truck auch mehr Frauen für technische Berufe begeistern.“

Nur wenige Schritte entfernt, gewährte der Ausbildungsleiter von manroland, Matthias Derzbach, Einblicke in das moderne Ausbilden. „Die Digitalisierung der Berufe schlägt sich auch in unserer neuen Lehrwerkstatt nieder, alles ist digitalisiert, Maschinen sind vernetzt, jeder Schraubstock hat einen Internetanschluss.“ In der Werkstatt wird die gesamte Prozesskette, von der Materialvorbereitung bis zur Endmontage, abgebildet. Die Planung der Werkstatt hat ein Auszubildender übernommen. Aktuell bildet manroland 22 Auszubildende in acht Berufen aus. „Wir spüren bereits den Facharbeitermangel, es wird schwerer Ausbildungsplätze zu besetzen“, so Derzbach.

In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Kinder und Jugendliche heute weniger mit Handwerk und Technik in Berührung kommen, und dass auch Lehrkräfte und Eltern oftmals zu wenig über gewerbliche Berufsfelder und die sehr guten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten in der M+E-Industrie wissen. Die Perspektiven, die sich mit einer dualen Ausbildung eröffnen (zum Beispiel eine Weiterbildung zum Techniker, ein Ingenieurstudium), müssten transparenter werden. „Eine berufliche Ausbildung ist ein Startpunkt, danach ist alles möglich. Wir beginnen damit etwas und stehen nicht am Ende“, erläuterte Derzbach.

Hintergrund Bündnis für Bildung Offenbach:

Das 2014 gegründete Bündnis begleitet städtische Bildungsaktivitäten und engagiert sich für eine Bildungslandschaft mit Qualität in Offenbach. Der Bildungsdezernent der Stadt Offenbach hat den Vorsitz inne, die Koordination erfolgt über die Volkshochschule. Im Bündnis vertreten sind: Agentur für Arbeit, Ausländerbeirat, DGB Regionalbüro Hanau, FOM Hochschule für Oekonomie & Management, Goethe-Universität Frankfurt, Handwerkskammer Rhein-Main, Hessenmetall, Hochschule für Gestaltung, IGOS-Interessenvertretung Offenbacher Schulleitungen, INBAS GmbH, Industrie- und Handelskammer Offenbach, Jugendkunstschule, Kreishandwerkerschaft Stadt und Kreis, Offenbach, Musikschule, Staatliches Schulamt, Stadtelternbeirat, Stadt Offenbach.

 

Pressekontakt:

Kai Seibel
Leiter Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung
Volkshochschule Offenbach
Telefon: 069 8065-3153
E-Mail: kai.seibeloffenbachde

Heike Polierer
Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Hessenmetall, Bezirksgruppe Offenbach und Osthessen:

Telefon: 069 860 042 960
E-Mail: HPoliererhessenmetallde

Offenbach am Main, 24. September 2019